Wissensmanagement im Unternehmen
#Recruiting | Daniela Schlick

Wissensmanagement

Wissen der Mitarbeiter als wertvolles Gut

Der Wandel von der reinen Industrie zur Informations- und Wissensgesellschaft hat ein spannendes Feld für Human Resources erschlossen ? das Managen von Wissen. Da das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter ist und die Gefahr des Wissensverlusts beim Ausscheiden der Mitarbeiter aus dem Unternehmen besteht, nimmt das Wissensmanagements einen hohen Stellenwert im Unternehmen ein. Durch gelungenes Wissensmanagement – also den bewussten Umgang mit der Ressource Wissen im Unternehmen – kann eine Organisation im operativen Tagesgeschäft schneller, nachhaltiger und kosteneffizienter arbeiten. Die wirtschaftliche Bedeutung von Wissensmanagement liegt also auf der Hand.

Die Hauptaufgabe einer Wissensorganisation liegt auf dem Sammeln, Erschließen, Ordnen und Verfügbarmachen von Informationen. Erfolgreiche Unternehmen unterscheiden sich von weniger erfolgreichen Unternehmen durch die Vorgehensweisen, Methoden und Tools die eingesetzt werden, um Ideen zu entwickeln, neues Wissen zu erlangen und bestehendes Wissen zu bewahren bzw. weiterzuentwickeln. Einen ganz wesentlichen Punkt darf man jedoch nicht unbeachtet lassen: Egal für welche Methoden und Tools Unternehmen sich entscheiden, Wissensmanagement kann nur dort funktionieren, wo die Unternehmenskultur das überhaupt zulässt. Offenheit für das Wissen anderer und das Teilen von Wissen mit anderen muss gelebt werden. Folgende Methoden, Tools und Vorgehensweisen unterstützen das Wissensmanagement im Unternehmen:

Tandems

In Tandems lässt sich der Wissenstransfer zwischen zwei Arbeitnehmern gestalten. Dabei gehen die Mitarbeiter eine freiwillige, temporäre Lernpartnerschaft ein, bei der sie zusammen einen Job übernehmen und so wechselseitig voneinander lernen. Das Ziel des Unterfangens ist, die eigene Arbeit anhand von erlebten Arbeitsbeispielen kritisch zu hinterfragen und gemeinsam mit dem Lernpartner zu verbessern. Die Kollegen qualifizieren sich dabei gegenseitig.

Wissensmanagement durch Netzwerke innerhalb des Unternehmens

Das Fördern von selbstorganisierten, ungezwungenen Netzwerken innerhalb des Betriebs – indem man Raum und Zeit für informelle Gespräche zur Verfügung stellt – ist ein bewährtes Vorgehen um den Wissenstransfer zu unterstützen. Hier kommt es zur Zusammenkunft von Mitarbeitern, die ein gemeinsames Interesse teilen. Die Netzwerker sind durch gemeinschaftliches Experimentieren auf der Suche nach praktischen Lösungen für konkrete Aufgabenstellungen im Berufsalltag. Das Lernen und der Austausch von Erfahrungen stehen im Mittelpunkt. Hier wird die Erfahrung oftmals über Geschichten zwischen den Kollegen weitergegeben, mit dem Vorteil, dass das Wissen einprägsamer vermittelt wird.

Wikis für umfangreichen Content

Viele Betriebe zählen auf Wikis. Wikis sind webbasierte Systeme, in denen Inhalte von den Usern nicht nur konsumiert, sondern auch bearbeitet und ergänzt werden können. Wikis bilden sowohl das Wissen jedes einzelnen Mitglieds, als auch das kollektive Wissen von Teams ab. Sie eignen sich vor allem für das gemeinsame Erarbeiten von umfangreichem Content, welchen Mitarbeitergruppen zusammen erstellen und der langfristig zur Verfügung stehen soll. Ein kommerzielles Wiki mit sehr vielen Funktionen und hoher Benutzerfreundlichkeit ist zum Beispiel Confluence.

Corporate Blogs

Unternehmer nutzen Corporate Blogs, um ihr Wissen und ihre Fachkompetenz zu zeigen. Ein Blog mit regelmäßigen, kurzen Beiträgen ist ein probates Mittel Spezialwissen zu kommunizieren. Das Weiterentwickeln des Know-hows und die Interaktion mit Interessenten sind sehr gut, doch der Zeit- und Arbeitsaufwand ist nicht zu unterschätzen. Eine sehr einfach zu bedienenden Blogsoftware ist z.B. WordPress.

Wissensmanagement in Projektteams

Zu guter Letzt sei noch eine Möglichkeit, aktuelles Wissen in Projektteams zu handeln, erwähnt. Ein führendes, kommerzielles und webbasiertes Tool in der Projektzusammenarbeit ist Basecamp. Hier werden die Inhalte eines Projektes zentral gesammelt und verwaltet. Nachrichten, Termine und To Dos können alle Beteiligten einsehen und managen.

Personalverantwortliche haben als Netzwerker eine gewisse Vorbildrolle. Viele nutzen jede Chance, die sich ihnen für Austausch bietet. Sie bauen ihr Netzwerk aus, lernen Kollegen aus anderen Branchen kennen und teilen ihr Wissen in Blogs, auf Xing oder LinkedIn usw.  Schließlich profitiert jeder auch selbst von dem Know-how seiner Kontakte. Liegt es da nicht nahe. die Mitarbeiter zu motivieren es einem gleich zu tun?

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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Daniela Schlick

Daniela Schlick ist seit zwanzig Jahren mit Begeisterung in beratender Funktion tätig. Sie arbeitete als Personalberaterin in renommierten Personalberatungsunternehmen und als Recruiterin & Karriereredakteurin ehe sie 2008 ihr eigenes Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt werteorientierter Personaldiagnostik gründete. Seit 2011 ist sie zudem Vortragende zu verschiedenen HR-Themen: www.danielaschlick.at