Weiterbildung im Unternehmen
#Recruiting | Team JOBnews

Weiterbildung hoch im Kurs

Mehr Motivation mit Weiterbildung

Sylvia M. ist hochzufrieden. Die 44-jährige  Sachbearbeiterin aus Salzburg hat vor einem halben Jahr eine innerbetriebliche Weiterbildung zur EDV-Spezialistin absolviert und seitdem nicht nur zusätzliche Kompetenzen, sondern auch ein höheres Gehalt. Auch ihr Arbeitgeber freut sich: Er hat in das Know-How seiner Mitarbeiter investiert und eine motivierte und leistungsorientierte Mitarbeiterin gewonnen, die sich im Unternehmen wohl fühlt und sich durch hohe Loyalität auszeichnet.

Wie Sylvia M. nehmen jährlich an die 33 Prozent aller Beschäftigten in Österreich ein betriebliches Weiterbildungsangebot in Anspruch. Nach Schule, Berufsausbildung oder Universität ist die Erwachsenenbildung eine der wenigen Möglichkeiten, auch abseits klassischer Bildungskanäle Wissen zu erwerben und praktisch im Alltag umzusetzen. 87 Prozent der Unternehmen haben im Jahr 2010 ihren Mitarbeitern im mindestens einer Form Weiterbildungsangebote gemacht. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als 2005, wie eine Erhebung der Statistik Austria zeigt.

Dabei setzen 72 Prozent der Unternehmen in der Weiterbildung auf Kursangebote, bei 77 Prozent gab es andere Formen der Weiterbildung wie die Teilnahme an Tagungen, Konferenzen, Workshops oder Fachvorträgen. Wer seine Mitarbeiter weiterbilden möchte, kann aus einer breiten Palette an Angeboten wählen: Ob In House-Schulungen, Workshops oder berufsbegleitende Kurse, die Palette an Möglichkeiten ist nahezu unüberschaubar und zum Teil recht verwirrend.

Wie Unternehmen die ideale Weiterbildung für ihre Mitarbeiter sichern, hat JOBnews im Gespräch mit Elke Lantschik und Roswitha Weilguni, Bildungs- und Berufsberaterinnen des Netzwerkes Bildungsberatung in Wien, herausgefunden.

JOBnews: Wie wähle ich die beste Fortbildung für meine Mitarbeiter aus?
Lantschik und Weilguni: Der erste Schritt ist eine Bedarfsanalyse mit einem Soll-Ist-Vergleich. Man muss sich zum einen überlegen, welche Anforderungen im Unternehmen und generell der Branche bestehen, und zum anderen, welche Kompetenzen die Mitarbeiter aufweisen. Im Vergleich sieht man dann die Lücke zwischen Soll und Ist.

Wer entscheidet über eine Fortbildung?
Wir empfehlen, in diesem Zusammenhang die Perspektive der Mitarbeiter auf jeden Fall mit einzubeziehen. Die Mitarbeiter sind die Experten für sich selbst und ihren Qualifikationsbedarf, sie wissen am besten, welche Art Weiterbildung ihre Arbeit optimieren könnte. Ideal ist es, wenn Vorgesetzte diese Mitarbeiter-Expertise ernst nehmen und sie mit spezifischer Beratung im Hinblick auf die Perspektive des Unternehmens und den möglichen Umsetzungsrahmen unterstützen. Die beste Fortbildung ist die, für die Mitarbeiter hoch motiviert sind.

Wie finde ich die ideale Fortbildung?
In Bezug auf Anbieter und Trainer stellt sich die Frage, welche Anbieter und Trainer sich bisher bewährt haben. Ich sollte recherchieren, wer aktuell Experte auf diesem spezifischen Gebiet ist. Zudem muss ich auch überlegen, ob die Weiterbildungsmaßnahme effizient, effektiv und nachhaltig ist. Und nicht zuletzt ist auch darauf zu achten, dass bei der angedachten Weiterbildung ein Transfer des Gelernten in die Praxis bzw. in den Arbeitsalltag erfolgen sollte.

Auf welche Qualitätsmerkmale sollte ich achten?
Ich würde genau definieren, was das Ziel der Weiterbildung sein soll, und anschließend die Bildungsangebote daran messen, inwieweit sie inhaltlich diesem Ziel entsprechen. Unbezahlbar sind auch persönliche Empfehlungen von Kollegen der Branche. In Bezug auf formale Kriterien kann man auf ein vorhandenes Qualitätsmanagementsystem, etwa ISO-Zertifizierungen oder eine Akkreditierung achten. Zudem ist es immer eine gute Idee, sich über unabhängige Weiterbildungstests, etwa der Stiftung Warentest, zu informieren.

Stichwort Zertifikate: Unbedingt notwendig oder simple Preistreiberei?
Schließt eine Weiterbildungsmaßnahme mit einem Nachweis, kann der Outcome von anderen Personen, Unternehmen und auch im eigenen Unternehmen leichter eingeordnet und verglichen werden. Weiterbildungsverantwortliche und Weiterbildungsinteressierte sollten also entsprechend dem Bildungsziel den Kosten-Nutzen-Effekt überprüfen. Wer einen anerkannten Beleg für meine bereits erworbenen Kenntnisse möchte, für den könnte ein Zertifikatsabschluss die ideale Lösung sein. Soll die gewünschte Weiterbildung vorhandene Kompetenzen updaten oder kleinere Wissenslücken schließen, sind Zertifikate vielleicht nicht unbedingt notwendig.

Wo kann ich mir Empfehlungen über ein Weiterbildungsangebot holen?
Wenn man Weiterbildung als ein Mittel sieht, das einen zu einem definierten Ziel bringen soll, dann sind Empfehlungen von Menschen, die dieses Ziel schon erreicht haben, vermutlich am wertvollsten. Ist die gewünschte Weiterbildung sehr branchenspezifisch, wird man die Experten dafür eher innerhalb der Branche finden. Eine Entscheidungshilfe bieten auch anbieterneutrale Bildungsberatungsstellen, die es in allen Bundesländern gibt.

Wie erkenne ich seriöse Weiterbildungsanbieter?
Für Seriosität gibt es in der Weiterbildungslandschaft ähnliche Indizien wie in anderen Wirtschaftsbereichen. Geizt ein Anbieter mit Detailinfos, verspricht das Blaue vom Himmel herunter bei gleichzeitig wenig Aufwand im Vergleich zu anderen Anbietern, ist Vorsicht angesagt. Seriöse Weiterbildungsanbieter sollen jedenfalls Transparenz über ihre Angebote schaffen und ihre Kunden über Rechte und Pflichten informieren.

Welche Referenzen sollte der Weiterbildungsträger haben?
Oberste Priorität ist, dass die Weiterbildung ihr Ziel erfüllt und nachhaltig wirkt. Referenzen können eine Orientierungshilfe darstellen, jede Weiterbildung soll jedoch passend zu den Spezifika des Unternehmens geplant, ausgewählt und durchgeführt werden. Was bei Unternehmen X zu einem Erfolg geführt hat, muss nicht bei Unternehmen Y wirken. Grundsätzlich: Positive Mundpropaganda von Weiterbildungsteilnehmern und ?absolventen sind das Um und Auf für Weiterbildungsträger.

Kann ich den Anbieter im Vorhinein ?testen??
„Weiterbildung auf Probe“ wird nur selten direkt möglich sein. Indirekt lassen sich wertvolle Hinweise über Foreneinträge, Empfehlungen in der Branche, Infoveranstaltungen, Gesprächen mit Lehrgangsleitern oder Trainern und Tage der offenen Tür gewinnen. Der vermutlich beste „Test“ ist der Erfahrungsbericht von Absolventen. Eine andere Möglichkeit wäre auch, dass einzelne Mitarbeiter Angebote und Trainer“testen“, bevor diese systematisch oder flächendeckend für das Unternehmen übernommen werden.

Ganz grundlegend: Was habe ich davon, wenn ich meine Mitarbeiter weiterbilde?
Menschen innerhalb des Unternehmens passend zur Unternehmenskultur fachlich und persönlich zu qualifizieren und weiter zu entwickeln kann erfolgreich zum Erreichen der jetzigen und künftigen Unternehmensziele beitragen. Weiterbildungen wirken auf die Motivation und die Gesundheit der Mitarbeiter und tragen zu einem reflektierten Umgang mit den eigenen Aufgaben bei. Über Inputs und den Austausch mit brancheninternen und -externen Kollegen, Experten und über Positionen hinweg können neues Wissen, Kenntnisse und Denkmuster kreiert werden. Das führt dazu, dass in weiterer Folge unternehmensinterne Problemstellungen durch neue Lösungsansätze aufgelöst werden können.

 

INFO:
www.checklist-weiterbildung.at/
http://ausbildung.info/un-serioese-anbieter

BILDNACHWEIS: www.thinkstock.de



Verwandte Artikel






Team JOBnews
Team JOBnews

Das StepStone Marketingteam schreibt über neue und wichtige Themen sowie Trends im Online-Recruiting. Mit den beiden Jobbörsen www.stepstone.at und www.unijobs.at gehört Stepstone Österreich zu den wichtigsten Jobbörsen in Österreich.