Weiterbildung Manager
#Leadership | Barbara Oberrauter

Weiterbildung für Manager

Wie sie lernen, was sie interessiert

Österreichische und deutsche Manager setzen auf Weiterbildung: Rund 40 Prozent haben im vergangenen Jahr eine Fortbildung absolviert. Das zeigt der aktuelle Hernstein Management Report. 1.282 Führungskräfte und Unternehmenseigentümer gaben im vergangenen Jahr Auskunft über Führungsthemen und Trends in der Führungskräfteentwicklung – und sind zu einem Großteil vom „lebenslangen Lernen“ überzeugt, so das Resultat.

„Heute wird an Führungskräfte eine Fülle an Erwartungen gerichtet“, sagt Hernstein-Institutsleiterin Eva-Maria Ayberk. „Sie müssen persönlich mit Leadership-Qualitäten vorausgehen, mit Hindernissen und Widerständen richtig umgehen und eine nachhaltige Performance sicherstellen. Es braucht daher innerhalb eines Unternehmens sowohl Orientierung über die Funktion ‚Führung‘ als auch eine gezielte Entwicklung der notwendigen Kompetenzen. Denn gerade die Weiterbildung von Führungskräften als Multiplikatoren ist dabei besonders wichtig.“

Acht Tage Weiterbildung pro Jahr

Im Durchschnitt investieren Führungskräfte rund acht Tage pro Jahr für Weiterbildungen. Abgedeckt werden hauptsächlich klassische Management-Bereiche und fachliche Weiterbildungsmaßnahmen: Rund 40 Prozent besuchen Kurse zu den Themen Sprachen, EDV oder rechtlichen Themen. Ebenfalls hoch im Kurs stehen Inhalte zu Leadership und Management, vor allem bei Angehörigen des oberen Managements. Das spiegelt auch die Erwartungen für die Zukunft wieder: Die befragten Manager glauben, dass Themen wie Controlling, Kommunikation und Konfliktmanagement weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Unterstützt werden Führungskräfte bei ihren Weiterbildungen zu einem Gutteil von ihren Unternehmen: Rund die Hälfte gibt an, dass die Firma die gesamte Fortbildung bezahlt. Weitere 25 Prozent sagen, dass ihr Unternehmen einen Großteil der Kosten trägt. Großzügig zeigen sich deutsche und österreichische Firmen auch bezüglich der Zeit, in der gelernt werden kann: 23 Prozent bilden sich zur Gänze während der Arbeitszeit weiter, 39 Prozent immerhin zu einem hohen Anteil. „In größeren Unternehmen sind die Rahmenbedingungen für Führungskräfteentwicklung besonders günstig, sowohl was die finanziellen als auch die zeitlichen Ressourcen betrifft“, so Ayberk.

Seminare mit Anwesenheit bevorzugt

Damit sich die Investition auch lohnt, schließen Unternehmen vor allem in Österreich gerne Rückzahlungsvereinbarungen ab. Knapp die Hälfte aller österreichischen Firmen versichert sich so für den Fall, dass ein Arbeitnehmer nur kurze Zeit nach der Fortbildung aus dem Unternehmen ausscheidet. Vor allem mit steigender Position werden diese Vereinbarungen wichtig: In höheren Hierarchieebenen sind Rückzahlungsvereinbarungen 2,5-mal so häufig wie im mittleren und unteren Management.

Was die Vermittlung von Lerninhalten angeht, sind heimische Manager eher traditionell eingestellt. Auch wenn mit Blended Learning und Webinare längst moderne Technologien Einzug in die Weiterbildungsszene gehalten haben, setzen sie weiterhin auf Präsenzformate wie Seminarangebote und Workshops. Immerhin ein Viertel aller Befragten lässt sich auch persönlich coachen, zeigt die Umfrage. „Die Vernetzung als wertvoller Nebeneffekt von Weiterbildungsmaßnahmen spielt bei Führungskräften eine wichtige Rolle. Dies ist mit ein Grund, warum Manager Präsenzformate bevorzugen“, erklärt Ayberk. „Auch lässt sich gerade Führung nur schwer im ‚Trockentraining‘ erlernen. Reflexion und Feedback aus und mit der Gruppe sind wichtige Bestandteile.“

Bildnachweis: thinkstock.de



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.