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#Buchtipp | Barbara Oberrauter

Von der Zukunft her führen

Mit Umdenken künftigen Herausforderungen begegnen

Und, aus welcher Richtung führen Sie? Aus der Vergangenheit oder aus von der Zukunft her? Was zunächst Unverständnis und Kopfschütteln auslöst, erklärt der deutsche MIT-Forscher und Berater Otto Scharmer mit seiner „Theorie U“: Aktuelle Probleme können nie rein mit Wissen aus der Vergangenheit gelöst werden.

Vielmehr lohnt sich ein Hakenschlag in die Zukunft: Von der Zukunft her führen bedeutet, Potenziale und Zukunftschancen zu erkennen und im Hinblick auf aktuelle Aufgaben zu erschließen. „Presencing“ (aus „presence“ und „sensing“) nennt Scharmer diese Fertigkeit zur Entwicklung, von der sowohl eine Organisation als Ganzes als auch der einzelne Mitarbeiter persönlich profitieren.

„Presencing beschreibt das Erspüren eines entstehenden Zukunftsfeldes und die Fähigkeit, von diesem Zukunftsfeld aus zu handeln“, schreibt Scharmer in seinem aktuellen Buch „Von der Zukunft her führen – Theorie U in der Praxis“. Scharmers zentraler Gedanke: Wie sich eine Situation entwickelt, hängt davon ab, wie man an sie herangeht. Ausgangspunkt sind die jeweils eigene Aufmerksamkeit und Achtsamkeit.

Diese bedingen den Wechsel des gesamten Bezugsrahmens: Statt auf ein „Egosystem-Bewusstsein“ bauen Scharmer und seine Co-Autorin Katrin Käufer auf ein „Ökosystem-Bewusstsein“, das auf das Wohl der gesamten Gemeinschaft ausgerichtet ist. Dieser Bewusstseinswandel soll nicht nur individuell stattfinden, sondern auch Team, Gruppen und Organisationen betreffen. „Anstatt nur andere Menschen zu betrachten, müssen wir lernen, uns selbst mit den Augen anderer und aus der Sicht des Ganzen zu sehen“, so Scharmer und Käufer.

Von der Zukunft her Probleme lösen

Probleme lassen sich nur mit dem Blick aus der Zukunft lösen – sagt Otto Scharmer.

Um Veränderungen zu ermöglichen, entwerfen die Autoren eine fortschrittliche Kommunikationskultur. Diese ist gekennzeichnet durch Inklusion und Transparenz und mit der Absicht organisiert, dem Wohl aller zu dienen. Anhand von vielfältigen Beispielen aus seiner internationalen demonstriert Scharmer, wie Unternehmen auf Herausforderungen von Markt und Staat reagieren: „Am effizientesten lassen sich die Grenzen zwischen Wettbewerb und Kooperation neu festlegen, wenn man innerhalb existierender Ökosysteme in Wirtschaft und Gesellschaft Arenen oder Plattformen der Co-Kreation aufbaut.“

Fazit: Auch wenn die Schreibweise so manchen Knoten im Hirn verursacht: Scharmers Ideen sind eine Anregung für jedes Unternehmen, das gestärkt in die Zukunft gehen will und die Lösung für aktuelle Probleme nicht in der Vergangenheit suchen will.



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.