virtuelle Teams
#Leadership | Andrea Heider

Virtuelle Teams

Räumlich verteilte Teams führen

Virtuelle Teams – quer über den Erdball verteilt, in unterschiedlichen Ländern und Zeitzonen arbeiten Teams an ein und demselben Projekt. Globalisierung und Digitalisierung machen es möglich. Jedoch bringen räumlich verteilte Teams speziell für Führungskräfte und Teamleiter neue Herausforderungen mit sich. Virtuelle Teams verändern das Arbeiten nachhaltig. Mittlerweile führt bereits jeder 5. Manager virtuell, also ohne Präsenz.

  • Teams sind oft räumlich verteilt, arbeiten wird mobil
  • Vielfältige Teams benötigen interkulturelles Management
  • Teammitglieder müssen neuen Medien und dem Web vertraut sein
  • Hierarchien sind flacher, Netzwerke werden bedeutender

Virtuelles Führen

Für Unternehmen bringen virtuelle Teams einige Vorteile: sie können flexibel und kurzfristig gebildet, umstrukturiert und auch wieder aufgelöst werden. Mitarbeiter können gleichzeitig auch mehreren Teams zugeteilt werden. Darüber hinaus ist es möglich auf Wissen und Know-How in unterschiedlichen Ländern zurückzugreifen. Im Idealfall ist so ein Team dann effektiver und produktiver.

Virtuelle Chefs sind jedoch meist mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Denn virtuelles Führen bzw. führen auf Distanz benötigt mehr Kommunikationsaufwand und eine intensive Pflege der Beziehung zu den einzelnen Team-Mitgliedern. Dies ist gar nicht so einfach, denn Projektbesprechungen finden häufig nur über Telekonferenzen statt, die Team-Mitglieder kennen sich meist nicht persönlich, ein Großteil der Kommunikation verläuft über E-Mails und Telefon. Dies, als auch die Heterogenität der Teammitglieder, birgt leider auch Konfliktpotential.

Teams screenen

Virtuellen Führungskräften wird das „Management auf Distanz“ empfohlen. Das ist das systematische Identifizieren und Bearbeiten störender Einflussfaktoren. Ziel ist es Zusammenarbeit und Leistungsfähigkeit im Team zu optimieren. Die Distanz in räumlich verteilten Teams kann in vier Dimensionen betrachtet werden: räumliche Distanz, soziale Vielfalt, medienvermittelte Kommunikation und Netzwerkorganisation, erklären Hardwig/Ormanns/Riehtmüller in Wirtschaftspsychologie aktuell 2/2015.

Die Forscher sind überzeugt, dass geografische Distanz mit computerbasierten Kommunikationsmedien, etwa Web-Konferenzsysteme, überbrückt werden muss. Daher haben sie ein Analyseverfahren „Screening verteilter Teams“, entwickelt, das hilft entsprechende Maßnahmen abzuleiten. Damit kann das vorhandene Team schnell eingeschätzt werden. Das Screening beruht auf den erwähnten Distanzdimensionen, durch deren systematische Betrachtung Führungskräfte und Teammitglieder erkennen sollen, wo es Konfliktpotential gibt und Verbesserungen sinnvoll wären. Durch gezielte Teamentwicklung können Zusammenhalt und Leistungsfähigkeit gestärkt werden. Das Screening kann dabei unterstützen, Ansatzpunkte für gezieltes Management von Distanz zu identifizieren.

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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.