#Trends im Recruiting | Barbara Oberrauter

Vier Generationen unter einem Dach.

Digital Natives - Digital Newbies

Digitalisierung in aller Munde – Digital Natives, Millenials, Generation Z: Die jungen Leute, die jetzt ins Berufsleben kommen, haben viele Namen. Gemeinsam ist ihnen allen eines: Sie sind mit dem Internet aufgewachsen und legen das Smartphone praktisch nie aus der Hand. Das unterscheidet sie von Menschen, die seit vierzig Jahren in derselben Firma arbeiten – und sich ihre Mails noch vom Sekretariat ausdrucken lassen.

Digitalisierung für Alle

Erstmals seit Jahrzehnten arbeiten mehrere Generationen unter einem Dach, zeigt die Studie „4G Workplace“ von Ricoh und Coleman Parkes. Das wirkt sich in der täglichen Zusammenarbeit aus: 65% der befragten Personen sind der Meinung, dass es klare Unterschiede in der Art und Weise gibt, wie Menschen aus unterschiedlichen Generationen arbeiten. Vor allem in puncto Digitalisierung tutsich eine Kluft auf zwischen den „Digital Natives“ und den „Digital Immigrants“. Letztere sind laut dem amerikanischen Autor und E-Learning-Experten Marc Prensky Menschen, die erst im Erwachsenenalter mit digitalen Technologien in Berührung gekommen sind. Ihr Umgang mit der Digitalisierung ist teilweise noch von Vorsicht, Abwarten und Abwehrreaktionen geprägt.“Digital Natives“ hingegen sind mit Smartphones, Internet und Social Media vertraut und beherrschen die Klaviatur der digitalen Medien wie aus dem Effeff.

Die Kommunikation wird persönlicher

Genau das sei eine Kompetenz, die sich „Digital Immigrants“ in Unternehmen von jüngeren Kollegen abschauen können, sagt die deutsche Forscherin Cornelia Daheim. „Die jüngere Generation, die jetzt nachkommt, kommuniziert anderes. Diese Generation setzt auf kleinteilige Kommunikation, wie sie bereits in Messaging-Formaten von Whatsapp, Facebook und Co. zum Einsatz kommt.“ Mit kürzeren Kommunikationswegen und knapperen Mitteilungen fielen auch viele der alten Formalitäten, mit denen man sich in der beruflichen Korrespondenz bisher oft herumplagen musste, weg. „Die Kommunikation wird positiv, einfacher, persönlicher und authentisch.“

Generationen lernen voneinander

Damit die Generationen voneinander lernen, schlägt Hellmuth Leinfellner, Berater bei Capgemini, „digitales Mentoring“ vor: „Damit die ‚Immigrants‘ von den ‚Natives‘ nachhaltig lernen können, braucht es Teams mit hoher Diversity, in denen die Expertenrolle hin- und herwechselt.“ Gerade digitalen Skeptikern müsse ein spielerischer Zugang zur Technik vermittelt werden: „Man muss den Leuten die Angst nehmen, etwas zu nutzen. Es geht darum, Dinge einfach auszuprobieren und wieder von vorne anzufangen, wenn es nicht klappt. Besonders wichtig ist dabei, den Beteiligten einen Gesichtsverlust zu ersparen.“ Sein Rat: Unternehmen sollten sich genau anschauen, welche Strategie oder welches Tool gut zur jeweiligen Gruppe, dem Projekt oder in die Abteilung passe. Und den digitalen Zugang nach Möglichkeiten unterstützen. Etwa durch uneingeschränkten Zugang zum firmeninternen WLAN oder BYOD (Bring your own Device), auf denen Mitarbeiter beruflich sowie privat digital unterwegs sein können. „Das ist für die Mitarbeiter auch eine Art Bonus“, weiß Leinfellner. „Und so holt man letztendlich auch Skeptiker mit ins Boot.“

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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.