Mit PCM® Mitarbeiter und Chefs besser verstehen.
#Recruiting | Andrea Heider

Verstehen wir uns?

Recruiting mit PCM®

„Wenn du willst, dass andere dich verstehen, dann sprich ihre Sprache“, so der US amerikanische Psychologe, Kommunikationsberater und Entwickler des Process Communication Model®, kurz PCM®, Dr. Taibi Kahler. Wir nehmen die Welt unterschiedlich wahr und drücken uns auf unterschiedliche Art und Weise aus. Mit manchen Menschen verstehen wir uns auf Anhieb, mit anderen klappt es einfach nicht – trotz Bemühungen. Jeder hat seine ganz eigenen Wege die Welt wahrzunehmen und zu kommunizieren. Niemand lässt sich dabei gerne in eine Schublade stecken. Aber, manche Persönlichkeitsmodelle liefern ein Werkzeug, um mit unterschiedlichen Persönlichkeitstypen umgehen zu können, aber auch, um sich selbst besser zu verstehen.

Gerade wenn man Menschen führen und motivieren möchte, ist es wichtig sie schnell und richtig einschätzen zu können. Ein Team besteht meist aus unterschiedlichsten Persönlichkeiten, die sich idealerweise ergänzen und am selben Strang ziehen. Es kann jedoch auch sein, dass Blockade, Unproduktivität oder Misskommunikation im Büro vorherrschen. Für nachhaltiges Führen und eine damit verbundene dauerhafte, gute Zusammenarbeit im Team, bietet das Process Communication Model, ein hilfreiches Werkzeug – nicht zuletzt bei der Personalauswahl.

Sechs Persönlichkeitstypen

Das Process Communication Model ist ein Kommunikationsmodell für Arbeit und Alltagsleben, das in den 70er Jahren von Dr. Taibi Kahler aus den USA entwickelt wurde. Er geht davon aus, dass Menschen in der Art und Weise, wie sie mit anderen in Kontakt treten und kommunizieren ganz bestimmten Mustern folgen, die messbar und vorhersagbar sind. Ab 1978 wurde PCM von der NASA bei Rekrutierung und Ausbildung von Astronauten eingesetzt. Mitte der 1990er Jahre arbeitete Kahler für die Demokratische Partei in den USA als Kommunikationsberater für Bill Clinton.

Nach Kahler gibt es sechs Basistypen: den Logiker, den Empathiker, den Beharrer, den Träumer, den Macher und den Rebell. Diese Persönlichkeitstypen funktionieren nach den Wahrnehmungsarten Denken, Meinung, Gefühl, Aktion und Reaktion. Kahler spricht dabei von Persönlichkeitsarchitektur. Für den Logiker sind Denken, Zahlen und Leistung wichtig. der Empathiker hingegen nimmt die Welt über Emotionen und Beziehungen wahr. Meinungen sind dem Beharrer wichtig, seine Stärken sind Gewissenhaftigkeit und Beobachtungsgabe. Der Träumer reflektiert viel und ist phantasiereich, er braucht Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten. Tun und Aktion, Charme und Tempo – das ist die Welt des Machers. Mit Humor, Kreativität und Spontanität durch’s Leben ist das Motto des Rebellen.

PCM in HR und Personalmanagement

Auch im HR und Personalmanagement ist PCM ein äußerst hilfreiches Instrument: „Aufgrund seiner Vielseitigkeit kann es an den unterschiedlichsten Stellen eingesetzt werden“, erklärt Gerald Wahl, zertifizierter PCM-Trainer und Coach. „Das beginnt schon im Recruiting und reicht von der Teamentwicklung bis hin zur Entfaltung des individuellen Potenziales – und zwar quer durch alle Hierarchien und Expertenfelder.“

Das Modell hilft uns dabei uns selbst besser zu verstehen, dies sei besonders im Selbstmanagement wichtig, meint Wahl: „Dabei gilt es eigene Stärken zu betonen und einzusetzen und die immer gleichen Fallen zu vermeiden“. Das Kommunikationsmodell ist allerdings auch ideal, um rasch mit anderen Menschen eine funktionierende Kommunikation zu gestalten. „Durch Annahme des Kommunikationsangebotes im richtigen Kanal entsteht sehr schnell ein Gleichklang zwischen den Gesprächspartnern“, so der PCM-Coach.

Kommunikation professionalisieren

Gesprächspartner besser verstehen. Sich selbst besser verstehen? Welcher Bewerber passt gut in ein bestehendes Team? Welcher Managementstil passt zu welchem Team? Wo liegen die individuellen Charakterstärken einzelner Mitarbeiter? Wie können diese erkannt und gefördert werden? Den jeweiligen Persönlichkeitstypen bzw. die jeweilige Persönlichkeitsarchitektur eines Bewerbers, Chefs oder Kollegen zu erkennen hilft bei der effektiven Kommunikation. Vor allem bei der Frage der Kontaktherstellung, der Motivation und auch der Konfliktbewältigung ist es hilfreich das PCM-Profil des Gegenübers zu kennen.

PCM kann also demnach bei Mitarbeiterführung, Teamarbeit oder auch im Personalmanagement hilfreich sein, um harmonische Teams zusammenzustellen bzw. Mitarbeiter richtig zu motivieren. In Österreich gibt es derzeit 24 aktive PCM TrainerInnen und 16 CoachInnen, die PCM-Grundlagen anbieten. „Es würde mich freuen, wenn noch mehr Personaler PCM in ihrem Unternehmen konsequent und strategisch einsetzen würden“, so Wahl abschließend. Er ist überzeugt: „Unsere Kommunikation kann mit diesem einfachen und wirkungsvollen Tool professionalisiert werden.“

Konkrete Anwendung von PCM

Personalverantwortliche können einen zertifizierte PCM-Coach oder Trainer als ihren Berater in HR-Prozesse miteinbeziehen. „Ideal ist, wenn sie dazu selbst zumindest die PCM Grundlagenseminare absolviert haben oder sogar ein vertiefendes Seminar wie etwa PCM Professional“, so Wahl. Es gibt auch Schwerpunkte zu den Themen Team, Leadership und Verkauf. „Personaler, die das Modell nachhaltig in ihre Arbeit einbauen, sind mit einer Ausbildung zum PCM Coach gut beraten.“ Die Ausbildung umfasst zwei Fortbildungsmodele zu je drei Tagen sowie eine Zertifizierung, die ebenfalls zwei Tage in Anspruch nimmt.

Ein PCM Profil darf auch nur von einem zertifizierten PCM Coach und Trainer erstellt werden. Jedes Persönlichkeitsprofil wird individuell erstellt. Als Grundlage dafür dient ein Online-Fragebogen mit 45 Fragen. „Ein Profil alleine in Händen zu haben, macht für den einzelnen Mitarbeiter keinen Sinn“, erklärt der PCM Experte, „Um damit arbeiten zu können oder die richtigen Erkenntnisse ableiten zu können, ist das Grundlagenwissen oder die Beratung durch einen PCM-Coach erforderlich.“ Diesen kann man als Berater beiziehen oder, bei Interesse, selbst die Ausbildung absolvieren.

Bildnachweis: www.istockphoto.com



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.