Digital Talents
#Arbeitsmarkt & Studien | Barbara Oberrauter

Studie: Digitale Talente aus Osteuropa bevorzugen Österreich

Österreich ist unter den Top Ten der beliebtesten Arbeitsorte für digitale Fachkräfte aus der EU. Das zeigt eine aktuelle Studie von StepStone gemeinsam mit The Network und der Boston Consulting Group.

IT-Fachkräftemangel in Österreich

Die schlechte Nachricht: Mit einem Anteil von sechs Prozent digitaler Talente an allen Erwerbstätigen liegt Österreich gemeinsam mit Ländern wie Spanien, der Schweiz, Irland, Singapur, Großbritannien oder Russland weltweit allerdings im unteren Drittel und hat damit einen Mangel an digitalen Fachkräften.

Dafür ist Österreich unter den Top Ten der beliebtesten Arbeitsorte für digitale Fachkräfte aus der EU. Positiv beeinflusst wird Österreichs Abschneiden im Europa-Ranking durch die Bewertung digitaler Talente aus Ost- und Südosteuropa wie Bosnien-Herzegowina, Ungarn, Tschechien, Serbien oder Kroatien ? dort ist die Alpenrepublik nach Deutschland das beliebteste Wunschziel. International liegt Österreich im weltweiten Ranking auf Platz 13.

IT-Experten aus Ost- und Südeuropa zieht es nach Österreich

Vor allem für IT-Experten aus Ost- und Südeuropa ist Österreich ein beliebtes Arbeitsland: So belegen wir bei Digital Talents aus Bosnien-Herzegowina, Ungarn, Tschechien, Serbien, Kroatien, Slowakei und Slowenien einen Platz unter den Top 3. Österreichische Unternehmen können daher für ihr Recruiting aus einem großen Expertenpool schöpfen ? man muss ihnen nur die richtigen Anreize liefern.

Vor allem deshalb, weil digitale Talente hochmobil sind: Zwei Drittel der digitalen Fachkräfte weltweit sind bereit ins Ausland zu gehen, um ihre Karriere voranzutreiben und sich weiterzubilden. Damit sind sie die mobilste Gruppe unter den globalen Talenten. In Österreich sind 68 Prozent der Digitalexperten dafür offen, ihr Können im Ausland zu beweisen.

Global betrachtet sind die USA das Zielland Nummer eins für vier von zehn digitalen Experten, die im Ausland arbeiten möchten, gefolgt von Deutschland (31 Prozent), Kanada (27 Prozent) und Australien (24 Prozent). Die Österreicher zieht es vor allem ins benachbarte Ausland. Deutschland und die Schweiz liegen bei den Wunschzielen deutlich vor den USA, Großbritannien und Kanada.

Wer sind digitale Talente?

StepStone Infografik Digital TalentZu Digital Talents zählen unter anderem Entwickler mobiler Apps, Programmierer und Spezialisten in den Bereichen künstliche Intelligenz, Machine Learning, Datamining, digitales Design, Robotics oder digitales Marketing.

Besonders wichtig ist ihnen laut Studie eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Freizeit und vielfältige Weiterbildungsangebote. Hintergrund: Technisches Know-How ist schnell überholt und muss laufend erweitert und auf dem neuesten Stand gehalten werden. Entsprechende Weiterbildungen und Schulungen sind daher gerade für digitale Talente (über-)lebensnotwendig, um ihren Job weiterhin auf hohem Niveau ausüben zu können.

Was bedeutet das für Arbeitgeber?

Um sich die besten IT-Experten an Bord zu holen, müssen sich Unternehmen daher intensiv mit den Bedürfnissen von digitalen Talenten beschäftigen. Für Arbeitgeber bedeutet das, digitale Talente nicht einmal einzustellen und dann im stillen Kämmerchen versauern zu lassen, sondern laufend in Weiterbildung und aktuelle technische Entwicklungen zu investieren. Eine IT-Fachkraft, die ihr Talent an einem Windows 95-Rechner verschleudert, wird nämlich schon bald wieder den Hut nehmen.

Um Experten aus dem Ausland anzulocken, liegt die Verantwortung jedoch nicht nur bei den Unternehmen selbst: Auch Länder müssen dafür sorgen, dass das nationale Arbeitsumfeld für ausländische Experten ebenso attraktiv ist wie für heimische Arbeitskräfte. Es ist jedoch nicht genug, nur im Ausbildungssektor dafür zu sorgen, dass entsprechende, gefragte IT-Ausbildungen angeboten werden: Wenn zeitgemäße, moderne Studienangebote viele ausländische Studenten ins Land locken, müssen diese nach Studienende auch die Möglichkeit haben, hier einen Job zu finden ? sonst wandern sie ganz schnell ins Ausland ab.

Digital Talent Hacks: So sorgen Sie für das nötige IT-Fachwissen in Ihrem Unternehmen

 Erstellen Sie einen Personalplan: Um mit Ihrem Unternehmen gut in die Zukunft zu starten, müssen Sie genau analysieren, mit welchen Kapazitäten und Skills Sie Ihre aktuelle und zukünftige Business Strategie bestmöglich umsetzen können. Ein Personalplan zeigt etwaige Lücken auf, die sich durch Recruiting, Training, Outsourcing sowie die Beauftragung von Freelancern und Vertragspartnern schließen lassen.

IT-Skills-Lücken schließen durch Upskilling: Fehlen wichtige IT-Skills in Ihrem Unternehmen, müssen Sie diese nicht zwangsläufig durch neues Personal abdecken. Eine andere Möglichkeit ist das so genannte Upskilling: Darunter versteht man die Weiterbildung bestehender Mitarbeiter, um sich die nötigen IT-Skills ins Unternehmen zu holen.

IT-Skills-Lücken schließen durch Reskilling: Eine weitere Strategie ist das Reskilling, also das Umschulen bestehender Mitarbeiter. Auch damit lässt sich Ihr Bedarf an nötigen Skills decken, vor allem wenn die vorhandene Expertise der entsprechenden Mitarbeiter für Ihre Zukunftsstrategie nicht mehr so gefragt sind, das unternehmensinterne Know-How dieser Personen aber nicht verloren gehen soll.

IT-Lücken schließen durch Recruiting: Eine bewährte Strategie, wenn zu wenig IT-Wissen im Unternehmen vorhanden ist, ist das Recruiting entsprechender Talente. Dadurch profitieren auch bereits bestehende Mitarbeiter von frischem Know-How, das an Bord geholt wird.

Recruiting im Ausland: Beschränken Sie sich bei der Personalsuche nicht auf heimische Fachkräfte. Suchen Sie auch über Grenzen hinweg: Die Digital Talents-Studie zeigt, dass vor allem IT-Experten aus Osteuropa großes Interesse an einem sicheren und gut bezahlten Arbeitsplatz in Österreich haben und bereit sind, dafür auch den Wohnort und Lebensmittelpunkt zu wechseln.

Temporäre IT-Skills-Lücken schließen durch Freelancer: Bedenken Sie außerdem, dass manche Lücken vielleicht nur temporär sind. Bestimmtes Wissen kann beispielsweise für ein Projekt oder einen Auftrag erforderlich sein, ohne dass es danach noch weiter gefragt ist. In solchen Fällen können Freelancer beauftragt werden, die für den benötigten Zeitraum oder das benötigte Projekt ihr Wissen und ihre Expertise zur Verfügung stellen.

Beachten Sie Wünsche und Bedürfnisse der Digital Experts: Damit IT-Experten aus dem Ausland bereit sind, für einen Job nach Österreich zu kommen, tun Arbeitgeber dennoch gut daran, ihren Wünschen und Bedürfnissen entgegenzukommen. Um als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, müssen Unternehmen massiv in ihre Employer Brand investieren und sich gezielt am Jobmarkt positionieren. Diese Kriterien spielen dafür eine wichtige Rolle:

  • Gut ausgebaute Karrierechancen innerhalb des Unternehmens
  • Lukrative und leistungsgerechte Entlohnung
  • finanzielle Anreize für Zusatzleistungen, etwa wenn Digital Experts ihr Wissen innerhalb der Firma in Form von Trainings oder Schulungen weitergeben
  • Weiterbildungsmöglichkeiten, die dem Interesse und der Qualifikation von Digital Experts entsprechen ? idealerweise innerhalb der Arbeitszeit oder durch befristete Zusatzprojekte

 

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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.