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Storytelling im Recruiting

Jedes Unternehmen hat eine Geschichte

Geschichten erzählt sich die Menschheit, seitdem sie der Sprache mächtig ist. Seien es Gespenstergeschichten am Lagerfeuer, Großmutters Erzählungen von der „guten alten Zeit“ oder futuristische Vorstellungen der Zukunft: Eine gute Story zieht die Zuhörer in den Bann und vermittelt ihnen neben Wissen auch Einstellungen, Werte und Visionen des Erzählers. Zeit, Storytelling auch im Bereich des Personalmanagements eine Chance zu geben.

Konkret versteht man unter dem modernen Führungs– und HR-Tool des Storytelling eine Erzählmethode, mit der explizites und implizites Wissen in Form einer Metapher weitergegeben wird. Anstelle eines Vortrags oder einer Präsentation bindet eine gelungene Erzählung die Zuhörer ein und sorgt dafür, dass sie eigenständig mitdenken und das Wissen besser in ihren Erfahrungsschatz integrieren können. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Geschichte auf den realen Lebensbereich der Mitarbeiter zurückgreift: Wer Mitarbeitern am Hochofen die Geschichte einer erfolgreichen Tennisspielerin erzählt, wird eher Verständnislosigkeit ernten als gesteigerte Motivation.

Mit Anekdoten zu neuen Erkenntnissen

Ein weiterer Vorteil des Storytellings gegenüber einem trockenen Referat ist der tranceartige Zustand, in den die Zuhörer geraten können. Damit werden Inhalte noch besser aufgenommen und arbeiten im Unterbewusste weiter, wo sie zu genuinen Erkenntnissen reifen können. Als Klassiker des Storytellings gelten Fabeln, Anekdoten und – man glaubt es kaum – Witze. Neben einem sinnvollen Inhalt sind auch Gestik, Mimik und die Stimme des Erzählers ein Mittel, um die Geschichte wirkungsvoll zu vermitteln. Dabei muss es nicht die eine, große Storyline geben – schon kleine, informative Häppchen reichen oft aus, um ein allgemeines Bild zu vermitteln und die Zuhörer emotional einzubinden.

Gerade für Unternehmen eignet sich Storytelling, um Traditionen, Werte und die Unternehmenskultur zu vermitteln. Im Personalbereich können damit komplexe Sachverhalte verständlich vermittelt und Mitarbeiter auch auf einer emotionalen Ebene angesprochen werden. Dabei lohnt es sich, Geschichten und Erfahrungen der vorhandenen Belegschaft aufzugreifen und in Narrative umzuwandeln, die in einen weiteren Rahmen gesetzt werden. Wie war ihr Weg ins Unternehmen? Welchen Herausforderungen mussten sie sich stellen? Was verbindet sie mit der Firma, für die sie arbeiten?

Geschichten sammeln und weitererzählen

Aufmerksame Personaler beginnen im eigenen Haus, Geschichten einzusammeln und zu komprimieren. Diese haben im Vergleich zu abstrakten Informationen den Vorteil, dass sie verständlicher sind, länger im Gedächtnis bleiben und zudem sinn- und identitätsstiftend wirken. In einer guten Geschichte kommen Ideen, Herausforderungen und Ziele des Unternehmens klar heraus. Können sich die Mitarbeiter damit identifizieren, ist ein großer Schritt Richtung gemeinsamer Firmenkultur und Zukunftswachstum getan – schließlich schafft eine wirklich gute Geschichte eine persönliche, emotionale Verbindung zwischen Mitarbeitern und Unternehmen. Neben der persönlichen Wertschätzung kann HR mit gutem Storytelling Mitarbeiter auch positiv beeinflussen und motivieren.

Grundlegend für jede gute Geschichte ist es, darüber zu sprechen, was man kennt. So könnte ein Unternehmen beispielsweise von einer Begebenheit erzählen, bei der es für einen speziellen Kunden weit über seine Grenzen hinausging und Kunde als auch Unternehmen von den Anstrengungen profitieren konnten. Eine andere Story könnte die Gründungsgeschichte des Unternehmens betreffen oder eine besondere Leistung eines der Mitarbeiter. Wichtig ist, in jedem Fall das Publikum im Auge zu behalten: Welche Geschichte könnte den Zuhörer interessieren, was könnte für ihn relevant sein? Nicht zuletzt gilt es auch, sich zu überlegen, in welchem Medium die Geschichte präsentiert werden soll: Als mündliche Erzählung, mit Bildern oder einem Video?

Storytelling im Recruiting: Personaler sollten Geschichten erzählen

Besonders lohnend ist der Einsatz von Geschichten übrigens im Recruiting – schließlich hat jedes Unternehmen seine eigene Geschichte, anhand derer sich emotionale Bezugspunkte für Bewerber ergeben. Zudem liefern Erfahrungsgeschichten aller am Unternehmen Beteiligten oft ein mehrdimensionaleres Bild der Unternehmensrealität als bloße Schlagworte in der Jobanzeige. Anstatt einer bloßen Aufzählung von Fakten liefern Geschichten dem Zuhörer wichtige Informationen über Unternehmenskultur und -werte.

Anhand von Anekdoten können beispielsweise die Karrieremöglichkeiten im Unternehmen thematisiert werden, mit einem (gelungenen) Scherz liefern Personaler gleichzeitig Informationen über das Verhältnis zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Solche Gespräche bilden zwischen den Teilnehmern Vertrauen aus, das in einer reinen Frage und Antwort-Situation oft auf der Strecke bleibt. Anstatt dem Bewerber eine Stelle zu verkaufen, zeichnen Recruiter so ein Bild des Unternehmens, das in der Vorstellung der Kandidaten eine ganz eigene, spezielle Sogwirkung entfaltet. Und im besten Falle unwiderstehlich wirkt.

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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