So arbeiten wir in der Zukunft
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So arbeiten wir in der Zukunft

Die Arbeitswelt im Jahr 2025

Elektronische Assistenten statt Sekretärinnen, Co-Working auf Display-Tapeten und ein Bürohaus, das sich adaptiv seinen Nutzern anpasst: Was heute noch wie eine Utopie aus der schönen Neuen Welt klingt, ist für Sven Jánszky und Lothar Absicht fix in der Pipeline. Die beiden Autoren skizzieren in ihrem Buch „2025 – So arbeiten wir in der Zukunft“ ihre Vorstellungen einer zukünftigen Arbeitswelt, in der Computer rund um die Uhr digitale Lösungen für alltägliche und berufliche Probleme bereitstellen, Millionen ausländische Fachkräfte kleine und mittelständische Unternehmen vor dem Untergang bewahren und die stille Arbeitskraftreserve von Senioren zwischen 60 und 90 Jahren angezapft wird.

Trend: Zuwanderung gegen Fachkräfte-Mangel

Eines der großen Themen der Zukunft wird der prognostizierte Arbeitskräftemangel sein, sind Jánszky und Absicht überzeugt. „Schon jetzt deutet sich an, dass die Zuwanderung vom Grundsatz her die einzige fast unbegrenzte Quelle zur Sicherung der Fachkräftebasis darstellt“, schreiben sie. Kommen sollen diese aus neuen, noch ungenutzten Potentialen in Ländern, die bislang eher weiter unten auf der Einwanderungsskala stehen, etwa die arabische Halbinsel und Mittelasien.

„Jedes Jahr verlassen Hunderttausende Absolventen die Hochschulen auf der Suche nach einer anspruchsvollen und gut bezahlten Arbeit“, so die Autoren. Wer in Zukunft auf gut ausgebildete, junge Mitarbeiter setzen will, tue gut daran, eine „Willkommenskultur“ zu etablieren, die einfache bürokratische Verfahren vorsieht, ausländische Fachkräfte als „Premiumgäste“ behandelt und die neuen Mitarbeiter bei der Integration ihrer Kinder und Partner unterstützt.

Daneben sehen Jánszky und Absicht eine Verlagerung der Machtbasis weg vom Arbeitgeber hin zu flexiblen und diversifizierten Arbeitnehmern. „Waren es bisher die Unternehmen, die sich aus einer Vielzahl von Bewerbern die aussuchen können, die ihrem Idealbild entsprechen, haben stattdessen im Jahr 2025 qualifizierte Arbeitkräfte die Wahl.“ Gerade für Innovationsprozesse sei die Mitarbeit von jungen Mitarbeitern maßgeblich: „In der Folge werden junge Fachkräfte mit ausgeprägten fluiden kognitiven Fähigkeiten 2025 am Arbeitsmarkt gesucht und sehr teuer sein“, versprechen Jánszky und Absicht. Der neue Wahlspruch der Nachwuchskräfte: „Jetzt müsst ihr uns was bieten!“

Trend: Arbeiten, so lange man will

2025 - So arbeiten wir in der Zukunft

So arbeiten wir in der Zukunft – ein Blick auf die Arbeitswelt im Jahr 2025.

Am anderen Ende des Lebenszyklus stehen ältere Arbeitskräfte, die dank künstlicher Organe und Ersatzteile für den Körper aus 3D-Druckern für Aufsehen sorgen. „Bis 2025 wird […] der Druck von komplexeren Organen wie etwa dem menschlichen Herzen nicht nur technologisch möglich, sondern zudem so im Preis gesunken sein, dass eine massenhafte Anwendung möglich wird.“ Statt Herzinfarkt mit 75 also eine neue Karriere mit 81? Durchaus möglich, wenn es nach Jánszky und Absicht geht.

„Viele werden das Gefühl vermissen, gebraucht zu werden. Sie werden arbeiten wollen, solange es geht“, so die Autoren. Ihnen schweben „intelligente Strukturen“ vor, die Beschäftigung zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen regeln, solange beide Seiten davon profitieren. Ältere Mitarbeiter könnten als interne Berater oder im Rahmen von Projekten tätig sein, so die Autoren. Schließlich betreffe „der Typus des flexiblen Projektarbeiters alle Arbeitsgruppen.“

Länger-Arbeiter vermuten Jánszky und Absicht vor allem in den Bereichen Betreuen, Beraten und Lehren, aber auch im Handel, bei der Forschung und Entwicklung und im Management. „Wesentlich schwieriger ist die Situation für Beschäftigte mit körperlich anstrengenden oder psychisch überfordernden Jobs auf dem Bau, in der Produktion oder den so genannten allgemeinen Diensten.“ Hier werde der Drang, frühzeitig in Pension zu gehen, weiterhin bestehen.

Trend: Patchwork-Lebensläufe auf Projektbasis

Eine weitere Entwicklung, die 2025 ebenfalls zum alten Eisen gehören wird, ist für Jánszky und Absicht die Langzeit-Anstellung: Bis zu vierzig Prozent, so die Trendforscher, werden in befristeten Verträgen tätig sein und ihre Arbeitgeber so schnell und unkompliziert wechseln wie die Unterwäsche. Die Projektarbeiter von morgen verstehen ihre Tätigkeit als „gestaltbares Element der Selbstverwirklichung ihrer Patchworkbiografie“, so das Fazit. „Nicht nur Partner, Kinder und Wohnorte werden zu Mosaiksteinen des individuellen Biografie-Patchworks, sondern vor allem Jobs, Tätigkeiten und Projekte.“

Auch wenn der heutigen Arbeitsmarktpolitik noch die Vision der Vollbeschäftigung auf langfristiger Basis zugrunde liege, werde im Jahr 2025 der Trend hin zu „entmaterialisierter Büroarbeit“ nicht mehr aufzuhalten sein. „Die Top-3-Entscheidungskriterien der künftigen Projektarbeiter für oder gegen ihr Unternehmen lauten: Ist das Projekt eine persönliche Herausforderung? Hat das Projekt einen größeren Sinn für die Welt? Arbeite ich im Projekt mit exzellenten Menschen zusammen?“

Die Unternehmen von heute sollten sich auf die neuen Flexi-Worker einstellen, raten die Autoren. Wenn in Zukunft hoch qualifizierte und innovative Fachkräfte auf Projektbasis von jedem beliebigen Ort der Welt aus arbeiten können, brauche es mehr als die übliche Gehaltsvorrückung nach fünf Jahren, um Mitarbeiter für sein Unternehmen zu begeistern. Dir Firma der Zukunft funktioniert also nur dann, wenn sie rechtzeitig darauf schaut, dass sie die Mitarbeiter hat, die sie 2025 auch braucht.

INFO:
Sven Gábor Jánszky, Lothar Abicht: „2025 – So arbeiten wir in der Zukunft“. Goldegg Verlag, Mai 2013. Gebundene Ausgabe, 24,90 Euro. ISBN-13: 978-3902903051.

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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