#Trends im Recruiting | Andrea Heider

Sind Sie Onliner oder Offliner?

Digitale Lebensstile

Analog oder digital? Der digitale Lebensstil wird zu einem differenzierenden Merkmal wie Geschlecht, Herkunft oder Sexualitt. Zunehmend leben wir in beiden Welten – wir sind online und offline gleichzeitig. Doch was ist eigentlich mit jenen, die die Digitalisierung verweigern bzw. ihr skeptisch gegenberstehen? Gehen die Entwicklungen der Arbeitswelt 4.0 nur in eine Richtung, nmlich in Richtung Digitalisierung oder gibt es auch eine Gegenkultur, eine Kultur der Analogen und der sogenannten „Offliner“ Ja, die gibt es in der Tat. Doch wie geht HR mit diesen Subkulturen im Unternehmen um? one step ahead hat mit Dr. Jol Luc Cachelin, Autor des Buches „Offliner. Die Gegenkultur der Digitalisierung“, ber Digitalisierungsskeptiker im Unternehmen und das richtige Verhltnis von on- und offline in der Zusammenarbeit gesprochen

Fremdbestimmte Digitalisierung hinterfragen

Unter dem Begriff „Offliner“ versteht Cachelin keine Digitalisierungsverweigerer, sondern vielmehr Skeptiker, die mehr Transparenz und Selbstbestimmung fordern: „Offliner sind eben gerade keine Verweigerer. Sie sind aber Menschen, die aus unterschiedlichen Grnden die selbstverstndliche und fremdbestimmte Digitalisierung kritisch hinterfragen.“ Dem Autor zufolge sind Offliner eine heterogene Gruppe mit verschiedenen Beweggrnden fr ihre Skepsis, die diese am ehesten im Gesprch offenbaren: „Die Motive sind sehr unterschiedlich und reichen vom Datenschutz ber die Globalisierungskritik bis hin zur Entschleunigung. Identifizieren kann man diese nur im Gesprch, zum Beispiel indem man sich ber mgliche Szenarien der digitalen Zukunft unterhlt.“ Offliner machen also nicht jeden Trend mit und hinterfragen so manche Entwicklung in der Arbeitswelt kritisch.

Durch Transparenz ngste nehmen

Digitalisierung wird oftmals mit Innovation und Fortschritt in Verbindung gebracht. Cachelin ist jedoch berzeugt, dass zukunftsorientierte Unternehmen auch Offliner brauchen. Ihm zufolge entstnden durch diese nmlich auch neue Mrkte, etwa fr Entschleunigung, Datenschutz oder Regionalisierung. Er geht davon aus, dass auch die Prozesse von HR digitaler werden. Hier geht es vor allem darum, Mitarbeitende zu befhigen und ihnen durch Transparenz ngste zu nehmen. Wichtig fr HR ist jedoch, nicht auf die Offliner zu vergessen, denn diese sind fr die Diversitt des Unternehmens von Bedeutung. „Durch die Digitalisierung erffnet sich eine neue Dimension der Diversitt. Der digitale Lebensstil wird zu einem differenzierenden Merkmal wie Geschlecht, Herkunft oder Sexualitt. Unternehmen, die innovativ sein wollen, sind also gut beraten, auch diese Diversitt abzubilden. Dabei geht es nicht um Mitleid oder Rcksicht, sondern darum, unterschiedliche Perspektiven, Visionen und damit Innovationspotentiale im Gedankenpool der Belegschaft abzubilden“, meint der HR-Profi.

Sehnsucht nach Orientierung und Identitt

Onliner, Offliner, analog oder digital – wie werden diese unterschiedlichen Interessensgruppen mit auseinanderdriftenden Lebensstilen im Unternehmen zuknftig zusammenarbeiten? „Je strker die Digitalisierung wirkt, desto wichtiger wird das Verhltnis von analoger und digitaler Zusammenarbeit. Die Dezentralisierung der Arbeit wird dazu fhren, dass wir uns weniger physisch treffen. Das macht auch aus Effizienzgrnden Sinn. Es macht keinen Sinn, wenn mehrere Menschen gleichzeitig in einem Raum an einer Powerpoint-Prsentation arbeiten. Wenn wir uns aber weniger physisch treffen, braucht es eine strkere Reflexion der Frage, warum wir uns berhaupt noch treffen sollen.“ Cachelin ist auch der Meinung, dass virtuelles Zusammen-arbeiten die Rolle des Unternehmens zunehmend verndern wird – vom Arbeitsplatz hin zur heimat-, sinn- und identittsgebenden Institution: „Ich beobachte auerdem eine steigende Sehnsucht nach Orientierung, Identitt und Heimat. Arbeitgeber werden sich Gedanken machen, wie sie diese Bedrfnisse jenseits der eigentlichen Arbeit befriedigen knnen.“ Dies stellt vor allem Grokonzerne vor neue Herausforderungen. Der Autor ist berzeugt, dass das richtige Verhltnis von on- und offline im Unternehmen entscheidend zum Unternehmenserfolgbeitragen wird.
Bildquelle: www.istockphoto.com

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OSA – one step ahead
Digital People Management
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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fhigkeiten bestmglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt ber Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse fr Themen rund um Achtsamkeit, Glcksforschung und Motivation.






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