Servant Leaders
#Leadership | Andrea Heider

Servant Leaders

Dienende Führung im Sinne der Mitarbeiter

„It begins with the natural feeling that one wants to serve, to serve first. Then conscious choice brings one to aspire to lead.“ Robert K. Greenleaf

Servant LeaderServant Leadership – Gibt es einen Widerspruch zwischen dienen und führen? Nein, den gibt es nicht. Ganz im Gegenteil: Führung sollte immer dienend sein, dieser Meinung sind zumindest die Anhänger des „Servant Leadership“ Ansatzes. Das ist ein Führungsansatz aus den USA, bei dem sich die Führenden an den Bedürfnissen und Interessen der Geführten orientieren – und zwar zu 100%. Genauer gesagt wurde der Servant Leadership Ansatz bereits in den 1970er Jahren von Robert K. Greenleaf begründet. Greenleaf: „Ein Servant Leader liebt Menschen und möchte ihnen helfen. Die Mission des Servant Leaders ist es daher, die Bedürfnisse anderer zu identifizieren und zu versuchen, diese Bedürfnisse zu befriedigen.“

Dienende Führung ist folglich ein besonders am Menschen bzw. Mitarbeiter orientierter, altruistischer Führungsansatz, um ein Unternehmen mithilfe zufriedener Mitarbeiter zum Erfolg zu bringen. Zusammenarbeit, Vertrauen, Zugehörigkeit und Empowerment sind wichtige Bestandteile dieses Führungsstiles. Sicherlich: Das ist der richtige Weg. Doch ganz ehrlich: Dieser Ansatz ist eher theoretisch, als praktisch. CEOs und Manager des archaischen Typus sind in Führungsebenen nach wie vor präsenter, als dienende Führer. Ein Hoffnungsschimmer am Horizont sind da eher noch amerikanische Unternehmen, deren CEOs den Servant Leadership Ansatz ernst nehmen und auch tatsächlich dienend führen.

Servant Leadership: Motivieren und das Beste aus jedem herausholen

Servant Leadership, beginnt Greenleaf zur Folge, schon bei dem Bedürfnis des Chefs einen Beitrag zum Wohle des Unternehmens zu leisten. Die Früchte des Erfolges, die ein Servant Leader dann ernten darf, sind Vertrauen, Motivation und Zufriedenheit der Belegschaft. Und natürlich: Unternehmenserfolg. Markus Krost, Psychologe und Berater und Boris Kahler, Professor für Personalmanagement, zur Folge gibt es bei Servant Leadership zwei Zielrichtungen:

  • Führungskraft als Dienstleister der Mitarbeiter: Der Chef unterstützt seine Mitarbeiter in jeder Hinsicht, zB durch die Definition angestrebter Arbeitsziele oder der Zuteilung von Ressourcen und Information. Dadurch sollen die individuelle Leistung und Produktivität gefördert werden.
  • Führungskraft als Dienstleister des Unternehmens: Der Chef sorgt für ein passendes Mitarbeiterportfolio, durch Einstellung, Einsatz, Entwicklung oder auch Trennung von Mitarbeitern.

Servant Leaders10 Charakterzüge eines Servant Leaders

  1.  Zuhören: Ein Servant Leader muss aktiv zuhören können und die Bedürfnisse und Probleme seiner Mitarbeiter kennen und verstehen.
  2. Einfühlungsvermögen/Empathie: Ein Servant Leader muss auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter richtig eingehen können.
  3. Heilung: Er Servant Leader muss auch in der Lage sein, seine Mitarbeiter Probleme selbstständig lösen zu lassen oder als Person des Vertrauens für Rat und Tat zur Seite stehen.
  4. Bewusstsein: Ein Servant Leader muss ein Bewusstsein für sich selbst und sein Team haben und alles aus ganzheitlicher Sicht sehen.
  5. Überzeugung: Ein Servant Leader macht nicht von Macht gebrauch, sondern hat die Fähigkeit seine Mitarbeiter zu überzeugen.
  6. Konzeptualisierung: Ein Servant Leader erledigt nicht nur die alltägliche Arbeit, sondern entwickelt langfristige, visionäre Strategien für Team und Unternehmen. Er/sie ist ein/e Visionär/in
  7. Vorsorge: Ein Servant Leader braucht ein gutes ?Gespür? für Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges.
  8. Verantwortung/Selbstverpflichtung: Ein Servant Leader dient dem Allgemeinwohl der Gesellschaft, des Unternehmens, der Mitarbeiter. Er/sie dient in erster Linie anderen, nicht sich selbst.
  9. Engagement zur Entwicklung von Mitarbeitern: Ein Servant Leader sorgt dafür, dass Mitarbeiter an ihrer Tätigkeit wachsen. Sie lernen ständig dazu, sowohl privat als auch beruflich.
  10. Gemeinschaft aufbauen: Ein Servant Leader ist ein sozialer Mensch, der ein solides Netzwerk um sich herum aufbaut. Das soziale Netzwerk ist für jeden Mitarbeiter im Unternehmen wichtig.

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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.