Selbstmanagement
#Work & Life | Lisa Kratzer

Selbstmanagement

Wie steht es um Ihr Selbstmanagement?

Sie sind um die dreißig, digital native, gut ausgebildet, weit gereist, in social networks zu Hause und drauf und dran, sich Ihren idealen Arbeitsplatz zu schaffen? Dann gehören Sie einer wachsenden Gruppe junger Kreativ- und WissensarbeiterInnen an, die sich aufmachen, Wirtschaft und Gesellschaft zu verändern.

Neue Rollenmodelle entstehen

Die Chancen der Generation Y stehen gut. Immer mehr Unternehmen begreifen,  dass die Kreativität und Leistungsbereitschaft ihrer MitarbeiterInnen nur in Kombination mit Freiräumen zur Entfaltung kommen, die so vielfältig sind wie die Bedürfnisse der Menschen. Gleichzeitig verleiht die aktuelle demografische Entwicklung den alles hinterfragenden Y´s Marktmacht. Das von Kerstin Bund entworfene Bild der Generation Y ist durchaus realistisch (Kerstin Bund: Glück schlägt Geld. 200 S., Hamburg, 2014). Es setzt allerdings auch neue Rollenmodelle für erwerbstätige Menschen voraus.

Angenommen, Sie sind bei der Erschaffung Ihres idealen Arbeitsplatzes erfolgreich. Sie entscheiden, wann, wie und wo Sie arbeiten, wie Sie aus Ihren beruflichen Zielen, familiären Pflichten und Freizeitbedürfnissen Ihre ganz persönliche Melange  komponieren.  Auf den ersten Blick klingt es sehr verlockend, absolut über seine eigene Zeit verfügen zu dürfen. Keine Anwesenheitspflichten im Büro, keine öden Meetings, kein Stau auf dem Weg zur Arbeit. Machen, was man für richtig hält.

Gutes Selbstmanagement ist ein MUSS

Ihr Erfolg hängt von der Qualität Ihres Zeit- und Selbstmanagements ab. Das, was  an Regeln in der traditionellen Arbeitswelt von außen kam, müssen Sie jetzt selbst gestalten. Sobald Sie selbst das Kommando über Ihr Selbst übernehmen, liegt die Steuerung Ihrer unterschiedlichen Rollen und der  damit verbundenen Ansprüche bei Ihnen. Ihr Arbeitgeber wird klipp und klar formulieren, was er von Ihnen erwartet. Da er nicht mehr Ihre Zeit einkauft, wird er Sie ausschließlich an Ihrem Erfolg messen. Ihre pflegebedürftige Mutter wird unter Umständen moralischen Druck ausüben, weil Sie ja selbst entscheiden können, was Sie wann erledigen. Wie Sie Kinder, Beziehung, Freunde etc. unter einen Hut bringen, ist Ihr Kaffee. Das Gute daran ist, dass Sie selbst entscheiden können.

Gutes Selbstmanagement wird zu einer zentralen Kompetenz: es bedeutet im Wesentlichen, sich selbst Ziele zu stecken und sie auch umzusetzen. Ein paar hilfreiche Fragen dazu:

  • Wie realistisch und authentisch sind meine Ziele? Was mache ich mit Widersprüchen zwischen  meinen zahlreichen Zielen?
  • Welche Strategie und Plan verfolge ich zur Umsetzung? Ist der Zeitplan realistisch?
  • Wie konsequent verfolge ich meine Ziele? Woran messe ich den Erfolg?
  • Was lerne ich aus vergangenen Zielen und ihrer Umsetzung?

Ein Spruch von  Samuel Beckett kann als Motto dienen: „Ever tried, ever failed? No matter. Try again, fail again. Fail better.“ Je kompetenter das Selbstmanagement, desto besser gelingt es, die Komplexität des tagtäglichen Lebens zu reduzieren und bewältigbar zu machen. Das wird zu einem absoluten Muss, wenn sich die Arbeitswelt  wie von der Generation Y vorausgesehen verändert. Die Verantwortung für Erfolg und Zufriedenheit verschiebt sich immer weiter zum Individuum. Und dann ist wirklich jeder seines Glückes eigener Schmied.

Weitere Infos zum Thema Selbstmanagement finden Sie hier.

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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Lisa Kratzer
Lisa Kratzer

Das Hernstein Institut ist führender Qualitätsanbieter für Management- und Leadership-Entwicklung. Ziel des Hernstein Instituts ist es, Führungsleistungen von Managern/-innen wirksamer zu machen und so die Leistungsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig zu stärken. Dr. Lisa Kratzer ist Leiterin für Marketing und Innovation.