Benefits für Mitarbeiter
#Compensation & Benefits | Andrea Heider

Schräge Benefits

Muttermilch Versand als Benefit?

Benefits sind beliebt bei Alt und Jung – vor allem aber bei Arbeitnehmern und potentiellen Bewerbern. Doch gehen Arbeitgeber mit Benefits oftmals eher sparsam um. Ein Check von 100 unterschiedlichen Inseraten auf www.stepstone.at hat ergeben, dass lediglich 37,6% der ausschreibenden Unternehmen Benefits in der Stellenanzeige tatsächlich anführen. Hier gibt es also Verbesserungspotential. Denn einer Glassdoor Umfrage zufolge sind für 3 von 5 Bewerbern Benefits und Vergünstigungen ausschlaggebend dafür, ob sie sich für oder gegen einen Job entscheiden. Klassische Benefits reichen meist von Dienstwagen und Diensthandy zu Gutscheinen oder speziellen Vergünstigungen. Bei Arbeitnehmern besonders beliebt erweisen sich auch Home-Office und flexible Arbeitszeiten.

Doch wie wäre es einmal mit etwas ungewöhnlicheren Benefits? Haben Sie zum Beispiel schon einmal an bezahlte Outdoortage oder Reisezuschüsse, kostenlose Skipässen für Wintertage, „Baby Cash“ für frischgebackene Eltern oder Freikarten für Disney World gedacht? Amerikanische Unternehmen machen es vor. Wohlgemerkt, die beliebtesten Benefits in den USA sind neben einer Krankenversicherung auch bezahlter Mutterschaftsurlaub nach der Geburt eines Kindes oder bezahlte Krankenstände. In unseren Breitengraden sind dies arbeitsrechtliche Selbstverständlichkeiten. Darüber hinaus bieten jedoch einige amerikanische Unternehmen originelle, sinnvolle aber auch schräge Benefits, die möglicherweise auch den ein oder anderen österreichischen Arbeitgeber erfreuen würden. Wir haben die beliebtesten herausgesucht:

14 Top Benefits

  1. REI der Spezialist für Outdoor-Bekleidung bietet allen Mitarbeitern den „Yay Day“, zwei zusätzliche bezahlte Tage für Aktivitäten an der frischen Luft – nicht schlecht!
  2. Das Softwareunternehmen Salesforce ermöglicht es Mitarbeitern, sich im Rahmen ihrer Arbeitszeit ehrenamtlich zu engagieren – und zwar an 6 Tagen im Jahr. Wenn alle 6 Tage für ehrenamtliche Arbeit aufgebraucht werden, kann der Mitarbeiter 1.000 Dollar an ein Charity-Projekt seiner Wahl spenden.
  3. Schon einmal vom „Panda Friday“ gehört? Der World Wide Fund gibt jeden zweiten Freitag im Monat frei, damit Mitarbeiter mehr Zeit für Pandas und Familie haben.
  4. Der beliebteste Arbeitgeber 2016, Airbnb, unterstützt seine Mitarbeiter mit einem jährlichen Reisestipendium von 2.000 Dollar. So kann man ohne finanzielle Turbulenzen die Welt bereisen.
  5. Der Wirtschaftsprüfer PwC zahlt Mitarbeitern Raten für Studentendarlehen, die noch nicht abgezahlt sind. In Amerika bestimmt sehr beliebt, bedenkt man, dass viele Studenten aufgrund der hohen Studiengebühren nach der Uni erst einmal verschuldet sind.
  6. Wenn es schneit frei bekommen und sich auf die Skipiste schwingen? Der Traum eines jeden Österreichers. Bei Burton Realität: Mitarbeiter des Snowboardherstellers bekommen nicht nur gratis Skipässe, sondern auch sogenannte „Snow Days“, wenn es schneit, um die Pisten unsicher zu machen.
  7. Twilio, ein Service für Text Messages, möchte, dass Mitarbeiter öfter lesen. Daher bekommt die Belegschaft einen Kindle plus ein monatliches 30 Dollar Guthaben für Bücher.
  8. Bei Twitter bekommt man drei kostenlose Mahlzeiten, Akkupunkturbehandlungen sowie Improvisationsklassen.
  9. „Baby Cash“ für frischgebackene Eltern gibt’s bei Facebook. Prädikat: sehr sinnvoll!
  10. Bei Epic Systems Corporation gibt es ein bezahltes vierwöchiges Sabbatical für alle Mitarbeiter, die 5 Jahre dabei sind.
  11. Eine zusätzliche Woche Ferien in Winter und Sommer gibt’s bei Adobe.
  12. Einmal Google immer Google – auch über den Tod hinaus. Google zahlt den Angehörigen von verstorbenen Mitarbeitern 10 Jahre lang 50 % des Gehaltes weiter. Amen!
  13. Freier Eintritt für Bekannte, Verwandte und Familie in Disney World – das gibt’s, richtig, bei der Walt Disney Company.
  14. Ein Life-Coaching außerhalb der Arbeit wird von Asana gesponsert.

Die drei schrägsten Benefits

  1. Eizellen einfrieren oder Fruchtbarkeitsbehandlungen? Bei Spotify kein Problem. Der Musikanbieter setzt auf finanzielle Unterstützung bei der Reproduktion. Ungewöhnlich, aber warum nicht?
  2. Der Consulter Accenture unterstützt Mitarbeiter, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen möchten. Also, falls Sie nicht genug Geld für eine Geschlechtsumwandlung haben, aber immer schon eine machen wollten, überlegen Sie sich doch einfach eine Karriere bei Accenture.
  3. And the Oscar „in der Kategorie schrägstes Benefit“ goes to: Zillow! Das Marklerunternehmen zahlt Angestellten auf Reisen den Transport von Muttermilch. Wie genau das zu verstehen ist, bleibt jedoch unklar. Fest steht jedoch, dass in Amerika das „Breast-Milk-Shipping-Business“ gerade sehr zu florieren scheint. Muttermilch wird dabei in Kühlboxen transportiert. Damit Mütter weiterhin arbeiten und gleichzeitig ihre Babys mit Muttermilch versorgen können, bieten Arbeitgeber ihren Angestellten kostenloses Shipping Service zur Verfügung. Kaum zu glauben, aber wahr.
    Bildnachweis: www.istockphoto.com


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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.