Rollen im Team
#Arbeitsmarkt & Studien | Andrea Heider

Rollen im Team

Welche Rolle spielen Sie im Team?

Team – Der britische Forscher und Managementtheoretiker Dr. Meredith Belbin hat sich bereits in den 1970er Jahren mit der Auswirkung von Teamzusammensetzungen beschäftigt. Er interessierte sich für die Frage, inwieweit unterschiedliche Persönlichkeiten ein Team beeinflussen. Im Rahmen einer Untersuchung mit Fragenkatalog am Henley Management College identifizierte er acht verschiedene Teamrollen, einige Jahre später erweiterte er diese acht Rollen um eine neunte, sodass es insgesamt neun Teamrollen nach Belbin gibt.

In der Personalentwicklung ist es wichtig, dass Teammitglieder ihrem Verhalten entsprechend unterschiedlichen Rollen zugeordnet werden. Personalverantwortliche können mithilfe des Testverfahrens das Rollenverhalten eines Bewerbers im Team bzw. eines Teammitgliedes besser vorhersehen. Die richtige Zusammensetzung macht ein Team nämlich effizient, die falsche Kombination wirkt sich hingegen negativ auf Leistungsfähigkeit, Kreativität und Stimmung aus. Grundsätzlich unterscheidet Belbin in handlungsorientierte, kommunikationsorientierte und wissensorientierte Teamrollen. Mit Hilfe seines Modelles lassen sich Team besser zusammenstellen und managen.

Rollen im Team

Handlungsorientierte Rollen im Team

  • Macher (Shaper): hochaktiv, dynamisch und aufgeschlossen, angespannt. Stärken: Antrieb, bekämpft Trägheit und Ineffizienz, selbstzufrieden, übt Druck aus. Schwächen: neigt zu Provokation und Irritation. Teamrolle: Macher sind gute Manager. Sie schaffen Prioritäten und setzen erreichbare Ziele.
  • Umsetzer (Implementor): pflichtbewusst, verlässlich, konservativ, berechenbar. Stärken: hohe Arbeitsleistung, hart arbeitend, setzt Ideen um, diszipliniert. Schwächen: unflexibel, verzögert neue Möglichkeiten, wenig kreativ. Teamrolle: Umsetzer sind hervorragende Organisatoren, sie setzen Konzepte und Pläne sorgfältig und effizient um.
  • Perfektionist (Completer): ordentlich, sorgfältig, gewissenhaft, ängstlich. Stärken: fristgerechte und gewissenhafte Arbeitseinstellung, Fähigkeit zur vollständigen Durchführung, Perfektionismus. Schwächen: macht alles selbst, sorgt sich über Kleinigkeiten. Teamrolle: Perfektionisten arbeiten sehr genau und zeitgerecht. Sie sind gut im Einhalten von Zeitplänen.

Kommunikationsorientierte Rollen im Team

  • Koordinator/Integrator (Coordinator): ruhig, selbstsicher, beherrscht, klar, würdigend, vertrauensvoll. Stärken: bindet Alle ein, behält den Überblick, weiß Stärken zu nutzen, Sinn für Ziele. Schwächen: durchschnittliche Kreativität, braucht Experten. Teamrolle: Koordinatoren kontrolliert das Team und erkennt schnell die Stärken und Schwächen der jeweiligen Teammitglieder ? sie werden entsprechend ihrer Fähigkeiten eingesetzt.
  • Teamarbeiter/Mitspieler (Teamworker): sozial orientiert, freundlich, empfindsam, Stärken: fördert Solidarität und Teamgeist, integriert. Schwäche: nicht entscheidungsfähig. Teamrolle: Teamarbeiter unterstützen andere Teammitglieder, sie verbessern die Kommunikation und fördern den Teamgeist.
  • Wegbereiter/Weichensteller (Resource Investigator): extrovertiert, begeistert, kommunikativ. Stärken: stellt Kontakte her, greift neue Ideen auf, reagiert auf Herausforderungen. Schwächen: verliert schnell das Interesse nach der Anfangsbegeisterung. Teamrolle: Wegbereiter sind kreative Vermittler, er berichtet gerne über neue Ideen und knüpft viele Kontakte.

Wissensorientierte Rollen im Team

  • Neuerer/Erfinder (plant): fantasievoll, kreativ, individualistisch, unorthodox, ernst. Stärken: Individualist, geht gerne neue Wege, genial, phantasievoll, großes Denkvermögen. Schwächen: gedanklich oft woanders, missachtet praktische Details und Anweisungen. Teamrollen: Erfinder bringen originelle Ideen, Strategien und Ansätze ein, aus denen neue Vorgehensweisen entwickelt werden können.
  • Beobachter (Monitor Evaluator): klug vorsichtig, besonnen, strategisch, scharfsinnig. Stärken: nüchterne und diskrete Art, hohe Urteilsfähigkeit, nüchtern. Schwächen: wirkt wenig motiviert, Mangel an Antrieb. Teamrolle: Beobachter sind Analytiker. Sie untersuchen Ideen und Vorschläge im Detail und liegen selten falsch.
  • Spezialist (Specialist): hohe Fachkompetenz, Experte auf seinem Gebiet, zerstreut, arbeitet gerne alleine. Stärken: Intensive Bearbeitung einer Aufgabe, fordert Professionalität, fördert sein Spezialgebiet. Schwächen: Pedant, treibt nur die eigene Aufgabe voran, wenig Interesse an Anderen. Teamrolle: Spezialisten sind stolz auf ihr Spezialwissen, sie legen Wert auf professionelle Standards und treiben ihr Spezialgebiet voran.

 

Bildnachweis: www.istockphoto.com



Verwandte Artikel






Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.