#Buchtipp | Andrea Heider

Richtig Feedback geben

Nur was erreicht, kann auch bewegen

„Wirkung heißt weit mehr, als nur einmal den eigenen Senf dazuzugeben. Feedback ohne Resonanz ist sinnlos.“ Chris Wolf und Heinz Jiranek

Feedback ist keine einfache Sache, soviel gleich vorweg. Es ist mehr als eine Pflichtübung und entfaltet seine Wirkung erst durch einen sorgfältigen Prozess zwischen Feedbackgeber und -nehmer. Wenn es richtig verstanden wird, dann ist es ein magisches Werkzeug in der Kommunikation. Falsch verstanden hingegen, kann es zur Irritation führen oder sogar kränken.

Woher kommt eigentlich der Begriff? Was wird oft fälschlicher Weise als darunter verkauft? Und was ist Resonanz-Feedback? Diese Fragen, und viele mehr, beantworten die beiden Autoren Chris Wolf und Heinz Jiranek – beide Diplom-Psychologen mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Führung, Coaching und Verkauf – in „Feedback. Nur was erreicht, kann auch bewegen“.

Was ist kein Feedback?

  • Anweisungen: Die Autoren erleben es häufig in Coachings: Einfache Dienstanweisungen werden fälschlicher Weise als Feedback verstanden.
  • Lob: kein Zweifel: Ernst gemeintes Lob wirkt immer positiv und motivierend. Die Autoren gehen jedoch davon aus, dass beim Loben ein Machtgefälle genutzt wird. Das kann folgendermaßen verstanden werden: Der Lobende sieht sich in der Lage werten zu können und zu dürfen, der Gelobte hingegen findet sich am unteren Ende des Gefälles wieder.
  • Komplimente: Komplimente sind in erster Linie nett. Sie haben die Aufgabe Beziehungen zu regulieren, nicht jedoch, Informationen zur Verfügung zu stellen.
  • Kommentare: Kommentare können positiv oder negativ sein, jedoch schwingt meist die Beziehung zwischen Kommentator und Kommentiertem mit. Sie empfehlen sich jedoch weniger als Kommunikationsmittel mit Fokus auf Wirkung.
  • Vorwürfe: Vorwürfe lösen meist Widerstände aus. Es ist jedoch keine sinnvolle Wirkung zu erzielen außer einer schnellen Emotionsabfuhr beim Vorwerfenden.

Machtdynamik mitdenken

Wir sehen: Nicht jede Rückmeldung und Anmerkung ist auch tatsächlich Feedback. Richtig kommunizieren will also gelernt sein. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Machtthematik. Die Autoren dazu: „Feedback und seine Wucht und Wirkung sind demnach nicht nur an Formulierung, Tonfall, Gestik oder Inhalt gebunden, sondern ganz zentral an die Frage, wer da wem etwas sagt. Feedback findet im Kontext von Macht statt! Hierarchie erzeugt kommunikative Gravität.“

Doch wie gibt man Mitarbeitern, Bewerbern oder gar Chefs nun richtig Rückmeldung? Und wie geht der Empfänger damit um? Die Autoren empfehlen diesbezüglich den sogenannten „Resonanz-Feedback“ Prozess. Denn wichtig  ist schließlich auch, dass der Empfänger in gewünschter Weise damit umgehen kann. Dazu die Autoren: „Deshalb fokussiert Resonanz-Feedback nicht auf den richtig gesprochenen Satz, sondern auf den Kommunikationsprozess, deshalb ist Resonanz-Feedback nicht dadurch in irgendeiner Art fertig, dass man es ausgesprochen hat. Ganz entscheidend ist die Reaktion des Empfängers. Denn Resonanz-Feedback will ja nicht gesprochen sein, sondern es will in beabsichtigter Form erreichen.“

 

 

Buch:
Feedback
Nur was erreich, kann auch bewegen.
Chris Wolf und Heinz Jiranek
Business Village



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.