Recruiting auslagern - der Recruitment Process Outsourcing
#Recruiting | Barbara Oberrauter

Recruitment Process Outsourcing

Das Recruiting outsourcen

Personalbeschaffung, Weiterbildung, Vertragsmanagement oder Gehaltsabrechnungen: Eine Personalabteilung hat viel zu tun. Vor allem in kleineren Unternehmen sind dafür nicht immer ausreichend Ressourcen vorhanden. Immer mehr Unternehmen setzen daher auch in Sachen Personalmanagement auf Outsourcing.

Recruitment Process Outsourcing

Mit dem Outsourcing von Personalfunktionen und -prozessen wird versucht, Kosten- und Flexibilisierungsvorteile zu generieren und der gestiegenen Dynamik der Unternehmensumwelt sowie dem zunehmenden Kosten- und Innovationsdruck gerecht zu werden. Beim so genannten Recruitment Process Outsourcing (RPO) handelt es sich um eine Art des Business Outsourcing, sagt Personalberater Christoph Pruckermayr von der Personalberatung Aviteus. „Der Dienstleister übernimmt dabei den gesamten Teil bzw. Teile des Rekrutierungs- und Einstellungsprozesses und arbeitet als Bestandteil bzw. Erweiterung der bestehenden Personalabteilung.“

Dabei können von der Bedarfserhebung über die Stellenanzeige bis hin zur Verwaltung der gesamten Candidate Journey sämtliche Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. Wichtig: Beim RPO geht es nicht um die kurzfristige Besetzung einer offenen Stelle, sondern um den strategischen Aufbau, das Betreiben und das Optimieren der Personalarbeit beim Kundenunternehmen. Damit ist das Recruitment Process Outsourcing auf eine langfristige Zusammenarbeit ausgelegt.

Vorteile für kleine und mittelständische Unternehmen

Der Vorteil gerade für kleine und mittelständische Unternehmen: „Da die Rekrutierung in der HR-Abteilung einen größeren Kostenfaktor darstellt, eher unregelmäßig im Unternehmen auftritt und mit immer größeren Herausforderungen verbunden ist, Stichwort Millenials und Fachkräftemangel, kann ein spezialisierter RPO-Partner diesen Prozess sehr viel schneller und effizienter umsetzen und so dem Personalmangel vor Ort vorbeugen“, sagt Pruckermayr. „Dienstleister, die sich auf diese Art des Outsourcings spezialisiert haben, können kurzfristig das Recruitingpersonal vor Ort hochfahren, Top-Kandidaten vermitteln und den Kundenbedarf rasch und unkompliziert decken.“

In der Regel tritt der RPO-Dienstleister nach außen unter dem Namen des Kunden auf. Für Bewerber ist so nicht ersichtlich, ob der Recruiting-Prozess vom Unternehmen selbst oder einem Dienstleister durchgeführt wird. Das kann jedoch auch zum Problem werden, warnt eine aktuelle Studie von Angelo Giardini und Rdiger Kabst, veröffentlicht in der Zeitschrift für Personalforschung. Sie haben erhoben, dass die Zufriedenheit der Bewerber mit dem Bewerbungsprozess, der Attraktivität des Unternehmens sowie die Intention, ein Stellenangebot des Unternehmens anzunehmen, mit dem Ausmaß des Outsourcings fallen.

Das Unternehmen muss involviert bleiben

Allerdings sind diese Ergebnisse nicht absolut: Wird etwa die Vorauswahl telefonisch oder persönlich von einem externen Dienstleister abgewickelt, wirkt sich das der Studie zufolge nicht negativ auf die Bewerbersicht aus. Damit ist Outsourcing nicht per se mit negativen Reaktionen der Bewerber verbunden und kann durchaus im Sinne der Effienzinteressen eines Unternehmens eingesetzt werden. Dennoch raten die Studienautoren, spätestens nach der Phase der Vorauswahl ein stärkeres Involvment des Zielunternehmens einzusetzen.

„Ein guter Recruitment Outsourcing Partner ist flexibel und passt sich an den Kunden an“, sagt Pruckermayr. „Von Jobposting über das Onboarding lassen sich die Leistungen individuell zusammenstellen und damit eine gezielte Flexibilität in der Rekrutierung schaffen.“ Welche Aufgaben genau ausgelagert werden sollen, hängt dabei ganz von den jeweiligen Bedürfnissen des Unternehmens ab: Ob Teilaufgaben oder der gesamte Recruiting-Prozess, wichtig ist eine frühzeitige Einbindung aller beteiligten Fachabteilungen, um Doppelaufwände zu vermeiden – und den Recruiting-Prozess so effizient und reibungslos wie möglich zu gestalten.

Bildnachweis:cacaroot / istockphoto.com



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.






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