Recruiting Trends 2018: Digitalisierung geht voran, Datenschutzverordnung bringt Änderungen
#Trends im Recruiting | Josef Ladenhauf

Recruiting Trends 2018

Wer kommt wie zu wem?

Wie wird im Neuen Jahr angeheuert? Zwei große Recruiting Trends zeichnen sich ab. Zum einen die weiterhin stark wachsende Digitalisierung des Bereichs, zum anderen die Devise hire personality, train skills. Bislang war es vornehmlich eine Aufgabe des Menschen, die passenden Mitarbeitenden zu finden. Doch auch in diesen Prozessen mischt künstliche Intelligenz bereits entscheidend mit.

Unternehmen sehen sich aufgrund der neuen EU-Datenschutzverordnung mittlerweile fast dazu gezwungen, Bewerbermanagement online zu machen. Denn das in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verankerte „Recht auf Vergessen“ erstreckt sich auch auf den Bewerbungsprozess. Arbeitgeber müssen daher künftig auf Verlangen nachweisen können, dass alle Informationen zu einem Bewerber sowohl intern gelöscht, als auch vom Netz genommen worden sind. Dadurch wird das herkömmliche Versenden und Bearbeiten von Bewerbungen per Mail langwieriger, damit uninteressanter und von neuen Methoden vielleicht bald  abgelöst.

Recruiting Trend 1: Datenschutz als Bringschuld

Aus diesem Grund boomen Dienstleister, die solche Services, aber auch eine Reihe von weiteren Dienstleistungen anbieten. So integrieren solche Plattformen etwa immer öfter Potencial-Assessments, (teil-)automatisieren den Matching-Prozess oder bieten Kompetenzprofile an. Damit wird die digitale Schnittstelle vom Recruiting zur Entwicklung erheblich gestärkt. Aus diesem Grund boomen neue, kreative Online-Plattformen, die Bewerber und Firmen, oder Firmen und Personalberater zusammenbringen.

Beim Social Recruiting setzen Unternehmen Social Media-Anwendungen ein, um Arbeitskräfte zu finden. Dabei kommen immer häufiger Chatbots zum Einsatz. Durch Klicken eines Bewerbe-Icons im Jobinserat kommt ein Bewerber dabei nicht wie üblich auf ein unübersichtliches Online-Bewerbungsformular, sondern in Kontakt mit einem Chatbot. Der Bewerber beantwortet daraufhin stichwortartig relevante Fragen zu seinem Profil. Der Chat ähnelt dem Design nach einem Instant Messenger Service. Die Software filtert dann aus den eingegebenen Antworten nach bestimmten Kriterien wie Fähigkeiten, frühere Arbeitgeber, Gehaltsvorstellungen und möglicher Arbeitsbeginn, die passendsten Kandidatinnen und Kandidaten aus.

Chatbots bereiten die Eingaben passender Bewerberinnen und Bewerber darüber hinaus für den Recruiter strukturiert auf. Im Falle einer möglichen Eignung kann dieser dann mit dem Bewerber Kontakt aufnehmen und weitere Informationen wie Lebenslauf oder Dienstzeugnisse und Referenzen anfordern. Dieser Trend verstärkt sich und man darf gespannt sein, in welche Richtung sich das Social Recruiting 2018 weiterentwickelt.

Recruiting Trend 2: Persönliche Eignung statt Knock Out

Hire personality – train skills bedeutet im Wesentlichen, dass vor allem die persönlichen Eigenschaften und die gezeigten Verhaltensmuster, sowie die Passung in ein Team – Stichwort cultural fit – mehr und mehr zu entscheidenden Faktoren werden. Bei der fachlichen Passung dagegen werden Unternehmen zusehends flexibler. Die richtige fachliche Qualifikation wird vom Einstellungskriterium zusehends zur groben Grundvoraussetzung, von welcher Recruiterinnen und Recruiter ausgehen, um dann der Situation entsprechend flexibel zu entscheiden. Sie ist lediglich noch fallweise ein K.O.-Kriterium. Ist ein Mitarbeiter „im Korridor“, was im Fachjargon bedeutet, sie oder er passt im Großen und Ganzen in den Fachbereich, entscheiden personal skills und wie gut die betreffende Person in das gesamte Team passt. In diesem Bereich sind Unternehmen mehr denn je auf auf Kooperation angewiesen, um die wachsende Komplexität nachhaltig zu meistern.
Recruiter und Recruiterinnen benötigen hierfür die Fähigkeit, andere hinsichtlich ihrer Potenziale und Wachstumsmöglichkeiten richtig einzuschätzen, zu integrieren und im Falle einer Anstellung auch Möglichkeiten anzubieten, dass sich die Person ihren Stärken entsprechend zum Wohl des Unternehmens entwickeln, fortbilden und entfalten kann.

Weiterlesen: 5 gute Vorsätze für das neue Recruiting Jahr

Bildnachweis: istockphoto – Cecilie_Arcurs



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Josef Ladenhauf
Josef Ladenhauf

Josef "Zap" Ladenhauf ist Kommunikationswissenschafter und Journalist. Der Gründer der Digital Marketing Agentur zap:com2 beschäftigt sich bereits jahrelang mit den Bereichen Innovation, Marketing und Soziale Medien. Als Social Media Manager und Texter entwickelt er channel und content strategies.