Recruiting Tourchpoints
#Trends im Recruiting | Andrea Heider

Recruiting-Touchpoints

Wo springen talentierte Kandidaten ab?

Recruiting-Touchpoints – das sind Berührungspunkte, die ein potentieller Bewerber mit einem möglichen Arbeitgeber hat. Diese Touchpoints können den Eindruck, den ein Jobsuchender von einem Unternehmen bekommt, positiv oder negativ prägen. Im Bewerbungsprozess begibt sich der Bewerber auf eine Reise, die sogenannte Bewerberreise. Während dieser Reise durchläuft er mehrere unterschiedliche Stationen. Fest steht jeden Falles, dass der Recuiting-Prozess nicht erst mit dem Jobinterview anfängt, sondern schon lange vorher.

Die Bewerberreise – das sind insbesondere Kontaktverläufe und virtuelle Begegnungsorte der Kandidaten on- und offline. Der daraus resultierende Gesamteindruck kann Bewerber entweder begeistern und überzeugen oder eben enttäuschen und abstoßen. Bewerber und Kandidaten können im Laufe ihrer Journey auf viele unterschiedliche Touchpoints stoßen. Diese beeinflussen Bild und Wirkung des Unternehmens und können darüber entscheiden, ob eine Bewerbung verschickt wird oder nicht.

Die 7 wichtigsten Touchpoints im Überblick

  • Stellenanzeige: Sind Stellenanzeigen spannend formuliert und optisch ansprechend? Erwecken sie Interesse an der ausgeschriebenen Position und am Unternehmen? Oder sind sie veraltet und langweilig?
  • Karriere-Website: Ist die Karriere-Website gut klar strukturiert und verständlich? Rekrutieren Sie aktiv, etwa mit Hilfe von Recruiting-Events oder auf Karrieremessen bzw. Branchentreffen?
  • Social Media: wie präsentieren Sie sich auf sämtlichen Social Media Kanälen, wie etwa Facebook, Twitter, Youtube, LinkedIn oder Xing. Sind Ihre Recruiter dort präsent? Auch Recruiting-Videos werden immer gefragter.
  • Arbeitgeber-Bewertungsplattformen: Werden Sie positiv bewertet oder wird eher über Ihr Unternehmen abgelästert? Vielleicht von einem enttäuschten Mitarbeiter? Bewertungsplattformen, wie etwa kununu werden zu immer wichtigeren Informationsquellen für Bewerber. Daher sollte sich jeder Arbeitgeber auch überlegen, wie mit ehemaligen oder enttäuschten Mitarbeitern umgegangen wird. Denn der Atem des Internets ist lange.
  • Kontaktaufnahme: Wann bekommt der Bewerber Feedback auf seine Bewerbung? Wieviel Zeit vergeht? Wie verläuft das erste Telefonat für die Abstimmung eines Interviewtermins?
  • Interview: Das Interview bzw. Assessment Center wird oftmals als „Moment der Wahrheit“ bezeichnet. Wie wird der Bewerber empfangen? Sind Sie auf ihn vorbereitet? Die Art und Weise, wie Bewerber beim Vorstellungsgespräch behandelt werden, ist sehr aussagekräftig über das, was sie im Job erwartet. Bringen Sie jedem Bewerber Wertschätzung und Respekt entgegen? Oder verhalten Sie sich abfällig? Welche Fragen werden gestellt? Informieren Sie den Bewerber ausreichend über wichtige Details?
  • Absage: Auch wenn der Bewerber den Job nicht bekommt oder auch nicht zum Interview eingeladen wird, so ist die Art und Weise, wie er eine Absage bekommt ein sehr wesentlicher Touchpoint. Bekommt der Bewerber überhaupt ein Absageschreiben? Wenn ja, wie ist es formuliert?

Recruiter müssen verkaufen können

In Zeiten von Wettbewerben zwischen Arbeitgebern, um die besten Kandidaten, müssen vor allem Recruiter, als erste Ansprechpersonen, auch gute Verkäufer sein. Sie müssen dem Bewerber das Unternehmen schmackhaft machen. Ziel eines Recruiters muss immer sein, beim Kandidaten einen begeisterten Eindruck zu hinterlassen – nur zufriedenstellen ist zu wenig. Nur ein einziger misslungener Touchpoint kann schon zur Enttäuschung bzw. zum Desinteresse des Jobsuchenden führen. Und nicht vergessen: Enttäuschte Bewerber sind gnadenlos und vergessen nicht!

Daher empfiehlt es sich sämtliche mögliche Recruiting-Touchpoints genau zu analysieren, etwa durch eine Stärken-Schwächen- und Chancen-Risiken-Analyse. Wichtig ist dabei immer, dass Recruiter lernen einen Bewerbungsprozess vom Anfang, also vom ersten Kontakt mit dem Unternehmen, bis zum Ende, also entweder bis zur Neueinstellung bzw. zur Absage, aus Bewerberperspektive zu sehen. Dadurch kann auch frühzeitiges abspringen von taltentierten Bewerbern rechtzeitig vermieden werden.



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.