#Trends im Recruiting | Andrea Heider

Recruiting mit Snapchat

Junge Kandidaten sind auf Snapchat

Die Welt der Sozialen Medien verändert sich rasant. Junge Leute satteln längst um auf Soziale Medien, wie etwa Snapchat. Snapchat? Was ist das und wie kann ich es zum Recruiting einsetzen? Kurz zur Erklärung: Snapchat ist eine App. Benutzer können Fotos und Videos aufnehmen, diese mit unterschiedlichen Filtern, Schriften oder auch Screenshots an andere User verschicken. Genutzt wird die App allen voran von Kandidaten unter 25 Jahren, also der Generation Z. Insgesamt gibt es auch schon über 100 Millionen User täglich. Pro Sekunde werden 9.000 Snaps verschickt. Das besondere daran ist, dass sich die verschickten Nachrichten nach kurzer Zeit wieder löschen. Snap heißt so viel wie schnipsen: einmal mit dem Fingerschnipsen und die Nachricht ist schon wieder weg. Es ist also ein sehr kurzlebiges Medium.

  • Snap: Nachrichten werden als „Snap“ bezeichnet. Sie werden nur an ausgewählte User oder Gruppen verschickt und löschen sich kurz nachdem sie gesichtet wurden.
  • Story: Kurze Videos und Bilder sind 24 Stunden für alle Freunde verfügbar. Experten raten Recruitern vor allem auf dieses Tool fürs Recruiting zurückzugreifen, da Videos länger verfügbar sind. In diesem Sinne eignet sich das Medium also zum „Storytelling“. Dazu später mehr.

Die App in 4 Schritten

Snapchat ist für viele Recruiter ein absolutes Mysterium. Allerdings lässt sich die App hervorragend als Marketingwerkzeug einsetzen. Einige Unternehmen machen dies auch schon. Wer junge, kreative Mitarbeiter sucht, der liegt bei der App als Recruitingtool richtig. Der Lebensmittelkonzern Rewe etwa verwendet Snapchat, um neue Lehrlinge zu finden. Wie funktioniert Snapchat?

  1. Laden Sie sich die App herunter. Legen Sie sich ein Konto an. Falls Sie ganz neu sind, dann sollten Sie zuerst ein privates Konto anlegen, um sich mit der App ein bisschen vertraut zu machen, dann ein Firmenkonto. Vorsicht bei der Wahl des Namens, dieser lässt sich nicht mehr ändern. Vergessen Sie auch hier nicht auf die Privacy Settings. Ihr Firmenprofil sollte öffentlich sein.
  2. Sprechen Sie mit Ihrem Team. Vielleicht gibt es ja schon Snapchat-Nutzer? Je mehr Köpfe am Brainstorming beteiligt sind, desto besser. Wer weiß, vielleicht kann Ihnen ja der neue Praktikant weiterhelfen? Falls es Ihnen schwer fällt, ihr Team von Snapchat zu überzeugen, dann versuchen Skeptiker mit den passenden Argumenten um den Finger zu wickeln. Welche Argumente sind das? Zum Beispiel, dass Sie über Snapchat junge Kandidaten ansprechen und rekrutieren können.
  3. Legen Sie redaktionelle Richtlinien fest. Hier ist viel Platz für innovativen und unkonventionellen Content. Meistens macht es die richtige Mischung aus. Überlegen Sie sich also einen Mix aus Snaps, Videos und Fotos.
  4. Verschaffen Sie sich Gehör: Snapchat funktioniert ein bisschen anders als Facebook oder Twitter. Wie wird Ihr Snapchat-Konto nun von den richtigen Bewerbern entdeckt? Kooperieren Sie zum Beispiel mit bekannten Personen aus der Branche und bitten Sie diese dazu auf Ihr Snapchat-Konto hinzuweisen. McDonalds kooperierte beispielsweise mit dem NBA Player LeBron James und verschaffte sich somit viel Gehör bei seinen Fans. Informieren Sie aktiv darüber, dass Sie jetzt auch auf Snapchat vertreten sind, etwa auf Facebook, Twitter, im Newsletter oder in anderen Kanälen, die Ihr Unternehmen betreibt. Nehmen Sie Kontakt auf mit der Marketingabteilung, diese wird Ihnen gerne zur Seite stehen.

Recruiting mit Snapchat

Soweit so gut, jetzt wissen wir schon einiges über Snapchat. Doch wie genau kann es jetzt als Recruitingtool verwendet werden? Ganz grundsätzlich: Snapchat ersetzt natürlich nicht traditionelle Recruiting-Methoden. Jedoch ist es ein guter Kanal, um beim jungen Publikum auf sich aufmerksam zu machen. Im Grunde gibt es mehrere Möglichkeiten Ihr Recruiting jugendlicher, kreativer und moderner zu machen. Ein funktionierendes Konto benötigt eine Marketingstrategie. Wie wäre es beispielsweise hiermit:

  1. Kreieren Sie eine attraktive Arbeitgebermarke durch Storytelling: posten Sie aktuelle Stellenanzeigen und darauffolgend den zukünftigen Arbeitsplatz des Mitarbeiters, drehen Sie ein kurzes Video mit dem Abteilungsleiter, der Bewerber zur Bewerbung ermutigt. Snapchat eignet sich, wie bereits erwähnt, für Storytelling. Erzählen Sie also eine Geschichte. Ein Snap alleine gerät schnell in Vergessenheit.
  2. Stellen Sie Ihr Team vor: Lassen Sie Mitarbeiter zu Wort kommen. Diese können Bewerbern in kurzen Videos über ihren Arbeitsalltag berichten oder darüber, warum sie besonders gerne hier arbeiten. Präsentieren Sie ganz einfach Ihre Unternehmenskultur. So macht es zum Beispiel MailChimp.
  3. Animieren Sie potentielle Kandidaten: Binden Sie interessierte Kandidaten aktiv ein. Bieten Sie Kandidaten an, eine Snap-Story zu schicken, anstatt einer herkömmlichen Bewerbung. Angenommen Sie sind auf der Suche nach Salespersonal, dann könnten Sie möglichen Kandidaten die Aufgabe geben in 4-5 Snaps eines Ihrer Produkte zu verkaufen.
  4. Organisieren Sie Recruitingevents:  Sie können interessierte Kandidaten über Veranstaltungen und Recruitingevents informieren.
  5. Interagieren Sie mit Kandidaten: Stehen Sie für Fragen und Antworten zur Verfügung. Oder kontaktieren Sie Kandidaten, die ein Vorstellungsgespräch bei Ihnen haben vorab, um Ihnen ein paar Informationen oder Tipps zum Bewerbungsverfahren zur Verfügung zu stellen. Auch während des Onboarding-Prozesses können Sie neue Mitarbeiter mit Snaps versorgen. Sie sehen: es gibt viele Möglichkeiten, Snapchat im Recruiting einzusetzen.

Bildquelle: www.istockphotos.com



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.