Recruiting Games
#Trends im Recruiting | Andrea Heider

Recruiting Games

Spielerisch zum idealen Kandidaten

Spielerisch zum idealen Kandidaten – einige Arbeitgeber machen es vor, mit Recruiting Games, also Spielen zum Rekrutieren. Recruiting Games sind eine spezielle Form von sogenannten Serious-Games. Dies sind Spiele, die nicht nur für den Unterhaltungszweck entwickelt wurden, sondern vielmehr Lerninhalte vermitteln, bestimmte Situationen simulieren oder auch Marketing Botschaften transportieren. Wir zeigen Ihnen in einem anderen Artikel  Bewerbungstrends, mit denen Bewerber und Bewerberinnen garantiert nicht baden gehen.

Grundsätzlich ist es ja so, dass in Games komplizierte Aufgaben gelöst werden. Kommuniziert wird dabei meist rein virtuell über Chats oder Mails. Spiele können die Stressresistenz eines Gamers sowie seine Reaktions- und Teambuildingfähigkeiten unter Beweis stellen. Befürworter von Recruiting Games sind jeden Falles auch der Meinung, dass selbst Führungskompetenz und -verhalten der Teilnehmer in entsprechend entwickelten Rekrutierungsspielen messbar sei. Skeptiker gehen hingegen eher davon aus, dass es sich hierbei um wenig rentable Rekrutierungsmaßnahmen handle. Vielmehr ist es eine kostspielige Employer-Branding-Möglichkeit auf sich als Arbeitgeber aufmerksam zu machen.

 

Recruiting Games in der US Army

Recruiting Games in der US Army

Virtueller Kriegsschauplatz

Die Mutter aller Recruiting Games wurde von der US Army entwickelt. Das Ego-Shooter Spiel „America’s Army“ sollte dem Rekrutierungstiefstand Ende der 90er Jahre aggressiv und experimentell entgegenwirken. Die fortlaufende Entwicklung kostete der amerikanischen Regierung bis 2009 an die 32,8 Millionen Dollar. Die Teilnehmer finden sich an virtuellen Kriegsschauplätzen wider. Die Army hat es dabei vor allem auf Spieler mit besonders guten Ergebnissen abgesehen – diese sind nämlich genau ihre Recruiting-Zielgruppe.

Recruiting Games für französische Ingenieure

Recruiting Games für französische Ingenieure

Ingenieure vorselektieren

Auch die SNCF – die französische Bahngesellschaft entwickelte ein spezielles Recruiting-Game, um junge, talentierte Ingenieure zu finden. Ziel war es die Besten unter den Besten vorzuselektieren. Mit „the most serious Game Ever“ mussten die Nachwuchsingenieure ein U-Bahnnetz aufbauen, Fahrpläne takten und vieles mehr. Die Aufgaben waren alles andere als einfach: Von 5000 Teilnehmern haben lediglich 17 das Spiel durchgespielt,  von denen 10 schließlich von SNCF rekrutiert wurden.

Can you crack it?

Can you crack it?

Cyber-Hacker finden

Wie finden Sie als Geheimdienst den gefinkeltsten Cyber-Hacker, um Cyber-Angriffe abzuwehren? Der britische Geheimdienst GCHQ stellte

auf der extra eingerichteten Website „can you crack it?“ einen kniffeligen Cryptocode online. Nur Hacker, die es schafften den Code zu knacken, gelangten auf die eigentliche Recruitingseite. Ziel der Aktion war es, eine neue Generation an Cyber-Hackern zu rekrutieren.

Recrutainment

In der Tat, Recruiting Games sind ein teurer Spaß und richten sich meist an eine bestimmte Zielgruppe. Weitaus größere Zielgruppen werden hingegen mit klassischen Methoden des sogenannten „Recrutainments“ angesprochen. Hierbei handelt es sich um spielerische Elemente, die beispielsweise einen Arbeitstag simulieren oder den Bewerber in eine bestimmte Situation bringen. Es wird überprüft, wie sich der Kandidat verhält. Aber auch Online Assessments und Berufsorientierungsspiele fallen in den Bereich des Recrutainments.

Bereits viele größere Unternehmen ziehen derartige spielerische Tests im Recruitingverfahren heran. Erwähnt seien hier, die Lufthansa, L’Oreal oder auch die Marriot Gruppe. Es wird versucht so realitätsnah wie möglich, berufsspezifische Situationen zu simulieren. Unternehmen lernen damit mehr über ihre Bewerber und Bewerber bekommen einen Einblick in den Berufsalltag, der sie erwartet, sollten sie den Job bekommen.
Bildnachweis: www.istockphoto.com



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.