#Arbeitsmarkt & Studien | Andrea Heider

Personalbereich gewinnt an Bedeutung

HR Klima Index 2017: Neue Trends in österreichischen HR-Abteilungen

  • Prioritäten des Personalbereichs sind im Umbruch
  • Digitalisierung ist ein großes Thema mit Nachbesserungsbedarf
  • Flexibilisierung der Arbeitszeiten nimmt immer stärker zu

Einer aktuellen Kienbaum Studie zur Folge gewinnt der Personalbereich in Österreich dieses Jahr an Bedeutung, vor allem in kleineren Unternehmen. Es steigen auch die budgetären und personellen Ressourcen für den Personalbereich – 37% der Unternehmen haben das Budget für HR erhöht. Der HR-Bereich wird dabei immer stärker als Business Partner des Managements betrachtet.

Ganz grundsätzlich verzeichnen 60% der von Kienbaum befragten Unternehmen eine Umsatzsteigerung im Vergleich zum letzten Jahr und haben als Folge dessen sogar Mitarbeiter aufgestockt. Insgesamt wurden Führungskräfte aus 111 österreichischen Unternehmen befragt. Dabei war vor allem folgend Unterscheidung wichtig: Was wollen HR-Leiter? Was wollen Geschäftsführer? Gibt es unterschiedliche Bedürfnisse?

Schwerpunkte der Personalarbeit

Wie bereits im Vorjahr sind die Steigungen der Führungs- und Managementqualität sowie Arbeitgeberattraktivität die wichtigsten Themengebieten in der Personalarbeit. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Bedeutung der Arbeitgeberattraktivität leicht gesunken. Die Steigung der Führungsqualitäten hat jedoch an Bedeutung deutlich gewonnen. Die am wenigsten beachteten Themen sind, ähnlich wie letztes Jahr, Big Data für das Personalmanagement und Diversity Management. Allerdings gibt es bei einigen Punkten Uneinigkeit zwischen Geschäftsführern und Personalchefs. Uneinigkeiten gibt es hinsichtlich Leadership, bei der Erhöhung der Besetzungsqualität oder auch hinsichtlich Qualifizierung und Weiterbildung.

Was bedeutet das nun konkret? Beispielsweise ist die Steigung der Führungsqualität 54% der HR-Leiter wichtig, allerdings nur 39% der Geschäftsführer. Die Erhöhung der Besetzungsqualität ist nur einem Zehntel der Personalleiter, jedoch knapp einem Drittel der Geschäftsführer wichtig. Tatsächlich gibt es beim Thema Digitalisierung Aufholbedarf. Nur die wenigsten Unternehmen verfolgen eine klare Strategie: „HR-Leiter und Geschäftsführer sind sich einig: Die Unternehmen müssen auch im Personalbereich den Digitalisierungsprozess endlich angehen und die Digitalisierung als Chance begreifen sich strategisch zu positionieren. Hier sehen sich Personalleiter als Sparringpartner der Geschäftsführung“, erläutert Studienleiter Alfred Berger von Kienbaum Wien.

Neue Arbeitszeitmodelle im Vormarsch

Die Gestaltung der Arbeitszeiten ändert sich laufend. Alt etablierte Arbeitszeiten und Arbeitsverhältnisse verlieren zunehmend an Bedeutung; Beschäftigungsformen, die noch vor einigen Jahren als atypisch galten werden zunehmend normal. Die Arbeits- und Betriebszeitgestaltung hat jeden Falles einen wesentlichen Einfluss auf die Flexibilität des Unternehmens. Flexibilität bedeutet in diesem Zusammenhang zweierlei: die Erfüllung von Kundenbedürfnissen, als auch die individuelle Flexibilität der Mitarbeiter.

All in Verträge und Gleitzeit mit Kernzeit sind aktuell die am weitesten verbreiteten Arbeitszeitmodelle. Den Prognosen zur Folge wird ihre Bedeutung in der Arbeitswelt von Morgen jedoch stark abnehmen. Was wird passieren? Gleitzeit wird in Zukunft immer häufiger ohne Kernzeit angewandt werden. Auch All in Verträge und regelmäßige Überstunden wird es vermutlich weniger geben. Dafür werden allerdings individuelle Arbeitszeiten und flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten, die derzeit noch recht selten sind, Anwendung finden. Flexible Arbeitszeiten werden von Mitarbeitern gerne angenommen: Wenn die Möglichkeit besteht, wird sie von 80% der Mitarbeiter „in den meisten Fällen“ angenommen.
Bildquelle: www.istockphoto.com



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.






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