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Open Minded Leadership

Weises Führen

Was bedeutet es natürliche Autorität auszustrahlen, Führung zu übernehmen und verantwortungsbewusst zu delegieren? Diese Fragen sind nicht neu, doch die patriarchalen Herrschaftsmodelle, aus denen sich bis heute wesentliche Attribute von Leadership ableiten, befinden sich in einer tiefen Legitimationskrise. Nana Walzer und Ronald Thoma skizzieren eine Geschichte des Leaderships und entwerfen, in einer Bestandsaufnahme gegenwärtiger Entwicklungen, inklusive und authentische Leitlinien einer wahrhaftigen Führungskultur.

Das Wiedererstarken nationaler Tendenzen rund um einen starken Mann lässt sich quer um den Globus beobachten. Es wirkt jedoch weniger wie der Beginn einer neuen Ära unter Demagogen und Autokraten, sondern wie der verzweifelte Versuch, wie ein letztes Aufbäumen, in einer unumkehrbaren Entwicklung, die in eine ganz andere Richtung führt. Mit eiserner Faust gegen die anderen, gegen das Fremde, die Globalisierung, oder was auch immer gut genug ist, um die Grenze zwischen dem Guten (wir) und dem Bösen (den anderen) zu markieren, zu wettern, erscheint als phantasieloser Akt anachronistischer Stagnation.
Gegenwärtige Lebenswirklichkeiten weisen ein immer höheres Maß an Komplexität und Ambiguität auf. Segmentierte, multikulturell zusammengesetzte Gesellschaften erfordern andere Führungspersönlichkeiten als homogener und gleichartiger aufgebaute. Da sich die Gesellschaft immer weiter ausdifferenziert, hat die „bewährte Lösung“ von früher in Form des „starken“ Mannes ausgedient.

Nana Walzer, Kommunikationswissenschafterin, Autorin, Unternehmerin und Coach und Ronald Thoma, Personal- und Organisationsentwickler entwerfen gemeinsam eine Vision von zeitgemäßer Führung, die sich an Zugehörigkeit, Wertschätzung, Sinnstiftung und Vertrauen orientiert: „Führung, die als bedeutsam wahrgenommen wird, stellt ihre Argumente, Entscheidungen und Ausrichtungen als relevant für eine positive Weiterentwicklung von Mensch und Gesellschaft dar. Überspitzt formuliert positioniert man sich als gesellschaftlich bedeutende Führungsperson entweder indem man als Bewahrer der guten, alten Werte oder als Bringer notwendiger Veränderungen auftritt. An beide Bilder wird ein Heilsversprechen, eine Hoffnung geknüpft. (…) Ausschlaggebend für Erfolg ist jeweils der Umstand, ob es unter der Mehrheit bzw. den Mächtigen üblich ist, an die Veränderung oder an das Bewahren zu glauben und welche Richtung daher glaubwürdig vertreten wird. Diese prinzipiell polar angelegte Positionierungs-Strategie war bis Ende des 20. Jahrhunderts üblich.“

Im Change-Zeitalter dagegen sehen sich Leader und Leaderinnen mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts konfrontiert. „Es gibt heute weder klare, einfache Feindbilder (…), noch jene dringend nötigen, alle Diversität vereinenden und für eine gemeinsame Zukunft begeisternden Visionen.“ Die polare Strategie entweder-oder funktioniert häufig nicht oder bringt nicht das beste Ergebnis. Vernetztes Denken im Sinne von verantwortlichem Leadership verlegt sich darum zusehends auf sowohl-als-auch. In eigenen Kapiteln gehen Walzer und Thoma auf die Themen Macht und Emotion, Relevanz in kulturell diversen Kontexten und Visionäres Führen ein und geben der Leserschaft damit den Kompass an die Hand, um als Führende die Gratwanderung zwischen Selbstaufgabe und Selbsterhaltung zu meistern und stabile Beziehungen in ihren Teams aufzubauen. Ebenso wird der Unterschied von Management und Leadership klar thematisiert: „Management versucht, das Bestehende bestmöglich zu verwalten, es arbeitet quasi „im System“. Leadership führt zu und durch einen Wandel von Sicht-, Fühl-, Denk- und Handlungsweisen und erzeugt so massive Veränderungen ‚im und am System‘.“

Unter Berücksichtigung von Stimmung, Stimmigkeit und Resonanz gelingt ein natürlicher Führungsstil, der keiner hegemonialen Aspekte bedarf, um von allen Beteiligten als Gewinn wahrgenommen zu werden. Die Ressourcen für diese Art des weisen Führens entwickeln Walzer und Thoma aus zahlreichen Best Case Stories und erstellten daraus einen aufschlussreichen Selbstcheck, der gegen Ende der Lektüre auf eigenen Testseiten im Buch ausgefüllt werden kann.

Open minded leadership ist weder ein Ratgeber dafür, wie Führung mechanistisch umgesetzt werden kann, um unmittelbar verwertbare Ergebnisse zu erzielen, noch um den perfekten Manager oder Trainer aus Ihnen zu machen, indem theoretische Anweisungen eins zu eins in die Praxis umgesetzt werden. Als ein Handbuch für Agents of Change liefert dieses Werk die profunde Reflexion dafür, das eigene Führen individuell aus sich selbst heraus auf jede Situation und jede Gruppe neu zu entwickeln, und abzustimmen, um zu erkennen, was notwendig und was möglich ist. Denn „richtig groß werden jene Führende, die in sich die Paradoxa einer Zeit vereinen und durch sich und ihr Leben deren Auflösung verkörpern.“ Um mit Erich Fromm zu schließen, es geht in herausragendem Leadership nicht darum, die Führerschaft zu haben, sondern gute Führung zu sein.

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