Global Talent
#Arbeitsmarkt & Studien | Barbara Oberrauter

Österreichische Arbeitgeber begehrt

Internationale Talente zieht es nach Österreich

Für Arbeitnehmer aus aller Welt ist Österreich ein attraktives Ziel: Aktuell belegt die Alpenrepublik im globalen Vergleich Platz elf von 195 bei der Beliebtheit, zeigt die Studie „Decoding Global Talent“, für die StepStone und The Boston Consulting Group mehr als 200.000 Personen aus 189 Ländern befragt haben. Österreich liegt damit sogar noch vor den Niederlanden, Dänemark oder Norwegen. Unternehmen hierzulande steht damit ein großes Potenzial an Arbeitskräften zur Verfügung. Internationale Orientierung ist für viele Unternehmen in Österreich daher mittlerweile wesentlicher Bestandteil ihrer Strategie.

Österreichische Arbeitgeber sind begehrt

Rund 600.000 ausländische Arbeitskräfte waren durchschnittlich im Jahr 2014 für österreichische Unternehmen tätig. Angesichts der Personalengpässe in vielen Berufsgruppen rückt die internationale Rekrutierung von Fachkräften daher immer stärker in den Fokus der Personalverantwortlichen. Die Entscheidung, ins Ausland zu gehen, hängt nicht nur von harten Fakten – beispielsweise der Position und dem Gehalt – , sondern auch von vielen weichen Standortfaktoren ab.

Ein attraktives Lebensumfeld, internationales Flair und ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot können den Ausschlag geben für eine neue internationale Herausforderung. neben landesspezifischen Vorlieben sind es insbesondere die vielseitigen Metropolen, die auf die Bewerber eine besondere Anziehungskraft ausüben. Die positive wirtschaftliche Entwicklung verleiht Österreich auf dem internationalen Arbeitsmarkt seit Jahren große Strahlkraft. Kein Wunder also, dass die Alpenrepublik weltweit für Arbeitnehmer besonders interessant ist, wenn es um Jobs im Ausland geht. Aktuell belegt sie im globalen Vergleich bei der Beliebtheit den elften Platz.

Hoher Zuspruch aus dem Balkan

Bei der länderspezifischen Auswertung zeigt sich: Besonders attraktiv ist Österreich derzeit für Menschen aus dem Osten Europas, insbesondere dem wirtschafts- und strukturschwächeren Balkan. Bosnien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Ungarn – in keinem europäischen Gebiet ist die Bereitschaft, in Österreich zu arbeiten, höher als hier.

Eine große Anziehungskraft entfaltet Österreich auch international. So wären etwa gut 20 Prozent aller befragten Israelis und Chilenen bereit, in Österreich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In Tunesien liegt dieser Wert sogar bei einem Viertel. Von den unmittelbaren geographischen Nachbarn Österreichs zieht es am ehesten die Schweizer zum Arbeiten in die Alpenrepublik – aber auch die Finnen haben großes Interesse, in Österreich beruflich tätig zu werden.

Österreicher sind wenig mobil

Die Gefahr, österreichische Fachkräfte an Unternehmen aus dem Ausland zu verlieren, erscheint dagegen vergleichsweise gering. Hierzulande sind im Schnitt nur etwa fünf von zehn Personen grundsätzlich gewillt, für einen Job ins Ausland zu gehen – im globalen Durchschnitt sind es mehr als 60 Prozent und in einigen Nachbarländern wie den Niederlanden oder Frankreich sogar rund 90 Prozent.

„Ein für uns überraschendes Ergebnis ist, dass auch junge Arbeitnehmer zwischen 21 und 30 Jahren in Österreich eine im globalen Vergleich geringe Absicht haben, für den Job ins Ausland zu gehen“, sagt Rudi Bauer, Geschäftsführer StepStone Österreich. Im internationalen Durchschnitt zeigen sich vor allem junge Menschen aus den USA, England, Kanada und Schweden als besonders mobil, während die österreichischen Befragten eher im unteren Mittelfeld zu liegen kommen. Am ehesten zieht es die Österreicher ins benachbarte Ausland: Deutschland, die Schweiz und Großbritannien stehen bei der Wahl einer neuen beruflichen Heimat an oberster Stelle. Aber auch die USA und Kanada zählen zu den attraktiven Zielen der Österreicher.

DOWNLOAD DER STUDIE

 

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.