Negative Angewohnheiten in Teams
#Work & Life | Astrid Wallig und Peter Osterhaus

Negative Angewohnheiten in Teams

10 Angewohnheiten, die ein Team todsicher vergiften

In unserer täglichen Kommunikation tappt jeder einmal in die Falle und verwendet unangebrachte und zerstörerische Ausdrücke oder kippt in Reaktionen, die auf Menschen, Beziehungen und Teams giftig wirken. Auf lange Sicht und mit Regelmäßigkeit getan, können diese Gewohnheiten verheerende Ausmaße annehmen und Beziehungen in Teams und ganze Teams komplett zerstören. In weiterer Folge trübt es massiv die Stimmung am Arbeitsplatz und tangiert die betroffenen Menschen auch über den Job hinaus in ihrem privaten Wohlgefühl.

Folgende Gewohnheiten wirken sich zunehmend negativ auf die Zufriedenheit in Ihrem Team aus. Wenn Sie sich dessen bewusst sind, seien Sie auf der Hut!
Ein Wechsel des Mindsets ist möglicherweise dringend notwendig.

1Eifersüchtig auf den Erfolg der Kollegen und Kolleginnen sein: Eifersucht bringt Ihre Vorzüge und Talente nicht zur Geltung, sondern die der Anderen – auf eine feindselige Art. Dieses Verhalten hat nichts Stärkendes oder Positives. Der Vergleich mit Kollegen und Kolleginnen hilft uns persönlich auch gar nicht weiter. Auch wenn es verlockend einfach ist, ihn zu ziehen. In Wahrheit ist es unsere persönliche Entwicklung, die zählt – die beste Version unserer selbst zu sein. Der einzige Vergleich, der tatsächlich Sinn macht, ist zu sehen wo wir persönlich gestern standen.

2Alles extrem persönlich nehmen: Menschen wirken schädlich auf Ihre Teambeziehungen, wenn Sie alles als persönlichen Angriff deuten. Es dreht sich nicht alles und die ganze Welt um sie. Es ist viel mehr so, dass die Worte und Taten der Kollegen und Kolleginnen viel mehr über sie selbst aussagen. Reaktionen sind direkte Verhaltensweisen aus fremden Perspektiven, Wunden und Erfahrungswerten. Ob uns einzelne Menschen mögen oder nicht, liegt nicht in unserer Hand und sagt auch wieder mehr über Ihr Gegenüber aus als über uns.
Das bedeutet nicht, dass Feedback und Input negiert werden sollen. Sehr viel Enttäuschung resultiert aus dem zu persönlich nehmen von Feedback. Und das obwohl Feedback, speziell welches wir nicht hören wollen, überaus wichtig ist für uns. Es ist einer unser größten Lehrer.

3Sich selbst immer als Opfer darstellen: Ein weiteres zerstörerisches Verhalten ist das ständige Insistieren auf seiner Opferrolle. Die Überzeugung Opfer zu sein, keine Kraft zu haben und sein Leben nicht eigenständig positiv zu gestalten, bringt niemanden weiter.  Wir alle verfügen über so viel mehr Kraft und Veränderungsmöglichkeiten als wir uns je zu erträumen wagen. Mit den Beschwerden aufzuhören und sich selbst nicht mehr als ewig hilfloses Opfer zu sehen sind wichtige Schritte Richtung Selbstwirksamkeitsempfinden. Und die Akzeptanz, dass Sie selbst unglaublich stark sind.

4Permanent negative Gedanken: Es ist anstrengend und kraftraubend mit Menschen zu arbeiten, die sich weigern, negative Gedanken loszulassen. Permanentes Bedauern, was alles Schlechtes passieren kann, schon passiert ist und wie unfair das Leben und der Job sind: Sich zu weigern, das Leben an sich und das Arbeitsleben von den schönen Seiten zu betrachten und positive Learnings zu erkennen. Pessimismus ist eine Sache – sich aber in einer Endlosschleife eines negativen Mindsets zu verfangen, eine Andere. Es ist ein verdrehtes Denken und Handeln, das man ändern kann.

5Mangel an Selbstkontrolle wie „Auszucken“, Schreien, Toben: Die Unfähigkeit seine Emotionen in Wut und Rage im Zaum zu halten, ist besonders giftig für Stimmung und Beziehungen im Team. Wir alle kennen das: Menschen, die vor Wut explodieren und bei Kleinigkeiten toben, richtige „Häferl“ im Team sind. Es sind immer Oberflächlichkeiten, die laute Tobsuchtsanfälle auslösen. Eine unabhängige, neue Perspektive und Unterstützung von Außen kann Wunder bewirken!

6Oberflächliche Urteile über Kollegen und Kolleginnen fällen: Niemand möchte gern in eine Schublade gesteckt werden. Wir sehen oft nur das, was Andere gern von sich Preis geben oder auch momentan stressmusterbedingt zeigen müssen. Meist brauchen Menschen in diesen Momenten mehr Hilfe als Verurteilungen oder Schubladisierung. Vielleicht ist es uns möglich zu helfen oder zu motivieren. Wenn dem nicht so ist, ist nichts tun auch in Ordnung und fairer als Urteile zu fällen.

7Emotionale Grausamkeit und fehlende Empathie: Eine hochgiftig andauernde Verhaltensweise ist seelische Grausamkeit, bedingt durch Fehlen von generellem Einfühlungsvermögen. Mitunter passieren Verletzungen auch weil man seiner Wut, das Machtgefühl oder das Alle-Last-der-Welt-Gefühl ausleben möchte und meint, jemand anderen zu verletzen, würde den eigenen Schmerz lindern. Das stimmt natürlich nicht. Im Gegenteil. Mit derartigem Verhalten verschlimmern wir unsere Situation und die unserer Mitmenschen. Halten Sie inne und graben Sie tief im Herzen nach Mitgefühl. Jedes wohltuende Verhalten Ihrerseits geht zuerst durch Sie selbst, dann zu Ihrem Gegenüber – und wirkt somit schon mindestens zweimal positiv. Wir sitzen alle im selben Boot.

8Lügen und mit der Wahrheit hinterm Berg halten: Halbwahrheiten und Lügen zu erzählen, ist eine aktive Wahl. Wir belügen damit Menschen, die uns vertrauen. Ehrlichkeit und Offenheit sind Tugenden, die wir uns selbst gegenüber schuldig sind und somit auch unseren Mitmenschen,  Teamkollegen und Teamkolleginnen. Integrität ist einer der Schlüssel zum Erfolg!

9Suche nach permanenter Bestätigung: Menschen, die immerwährend nach Bestätigung durch Andere streben, sind für ihr gesamtes Umfeld anstrengend. Für ihre eigene Selbstbestätigung müssen sie ständig am Gewinnen sein und bestätigendes Feedback einfordern. Dieses Verhalten ist enervierend, energiesaugend und hochtoxisch für das gesamte Team. Das große Ganze, tatsächliche Weitsicht und Weiterentwicklung bleibt diesen Menschen oft verborgen, was sie um echte Bereicherung bringt. Es geht nicht darum, was Andere von uns denken oder wie sie uns sehen wollen. Es geht um den Weg, die Reise, die Weiterentwicklung, das Dazulernen – und mit welcher Intensität wir uns auf unser eigenes Wachstum einlassen.

10Einen dickköpfigen Perfektionismus pflegen: Als nicht perfekte Menschen streben wir nach fehlerfreiem Perfektionismus. Am Besten in allen Lebensbereichen. Obwohl wir immer wieder erkennen, dass das nicht möglich ist und Perfektion nicht existiert. Der stetige Wandel des Lebens entzieht der Perfektion jegliche Grundlage. Mit Geduld, Offenheit und Annehmen dieser Tatsachen können wir das Schöne und das Beeindruckende am Wandel und dem Nicht-Perfekten erkennen und sogar genießen. Und die Vorstellung von Perfektion entlarven und loslassen.

Wenn Sie sich selbst darin erkennen, seien Sie sich bewusst: Sie sind nicht allein und in guter Gesellschaft. Wir alle haben ungesunde Verhaltensweisen in uns, die manchmal an die Oberfläche wollen. Das Bewusstsein und Erkennen dieser Angewohnheiten ist der Schlüssel für ein wohltuendes, neues Verhalten abseits der alten, gut eingefahrenen Spuren. Ein geschärftes Bewusstsein dafür und ein Ausprobieren neuer Möglichkeiten und Re-Aktionen unterstützen mit Sicherheit die positive Teamentwicklung und Langzeitzufriedenheit in Ihrem Team.

Wichtig ist: In Bewegung sein und bleiben – gegen den Stillstand – für Ihre positive Weiterentwicklung und Ihr Wachstum.

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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Astrid Wallig und Peter Osterhaus

Die Glücksritter stehen für das Freilegen neuer Erfolgspotentiale und der Begeisterung in Menschen. Für ein Lebensgefühl, genährt von mehr Leichtigkeit, Zuversicht und Gelassenheit. Sie bieten Workshops und Trainings für persönliche und wirtschaftliche Weiterentwicklung. Mag. Peter Osterhaus hat jahrelange Erfahrung als Kommunikations-, Team- und Outdoortrainer mit Einfühlungsvermögen und Begeisterungsfähigkeit. Astrid Wallig ist spezialisiert auf Trainings mit Empathie und nachhaltige Aktivierung und hat viele Jahre Erfahrung in der Erlebnis- & Live-Kommunikation. Mehr unter www.gluecksritter.cc