Nachhaltigkeit ist in vielen Unternehmen bereits angekommen
#Recruiting | Daniela Schlick

Nachhaltigkeit als Chance

Sustainability oder Nachhaltigkeit sind in aller Munde

Das Thema Nachhaltigkeit ist in den Medien omnipräsent. Und zwar aus gutem Grund – Menschen wollen Verantwortung für nächste Generationen übernehmen. Einerseits durch die Verringerung des eigenen ökologischen Fußabdrucks, Fragen zur Ernährung, zum Konsumverhalten, zur Mobilität, der Vereinfachung des Lebestils oder der Work-Life-Balance. Die Politik nimmt sich unter anderem den Themen Vorantreiben der Energiewende, nachhaltigem Konsum, sozialer Gerechtigkeit und  Korruptionsmaßnahmen an. In den Unternehmen ist man bestrebt soziale, ökologische und ökonomische Aspekte in die Organisationsleitung zu implementieren, denn Unternehmen werden mehr und mehr daran gemessen, wie sie die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung verfolgen.

Nachhaltigkeitsmanagement und Corporate Social Responsibility sind zu strategisch gewichtigen Bestandteilen in der Unternehmenspolitik geworden. Das Management ist gefordert Nachhaltigkeit in den  Unternehmen zu verankern und systematisch in interne Strukturen und Prozesse umzusetzen. In den Fachdiskussionen taucht immer wieder auch das ?nachhaltige Personalmanagement? auf. Nachhaltigkeit in HR bewegt sich bisweilen häufig zwischen Image und Ethik. Die Herausforderung besteht in der Übertragung des Drei-Säulen-Modells der Nachhaltigkeit auf personalwirtschaftliche Fragen. Dabei geht es weniger um Fragestellungen wie Firmenwagenregelungen, Telekonferenzen oder papierloses Büro, als darum, die Mitarbeiter zu bewusstem Verhalten anzuleiten. Eigentlich sollte man von „Nachhaltigkeit durch das Personalmanagement“ sprechen.

Für die Umsetzung der Zielsetzungen im Nachhaltigkeitsmanagement gibt es mehrere Konzepte und Systeme, die mit unterschiedlichem Ergebnis auf die differenzierte Ansätze eingehen. Vielerorts wird zum Beispiel mit unternehmensinternen Anreizsystemen, Arbeitszeitmodellen, betrieblichen Umweltinformationssystemen oder einem Corporate Social Responsibility Konzept gearbeitet. Aber auch auf die Integration von Nachhaltigkeit in der Balanced Scorecard, Corporate Citizenship, Ecodesign, Umweltmanagementsysteme oder Sustainable Supply Chain-Management Systeme wird zurückgegriffen. Sind Unternehmen also bereits auf einem guten Weg?

Eine weltweite weltweite CEO-Studie von UN Global Compact und der Managementberatung Accenture zeigt auf, dass Vorstände in der DACH-Region Zweifel haben, was den Fortschritt in der Nachhaltigkeitsfrage angeht. Nur sehr wenige CEOs meinen, dass diesbezüglichen Bemühungen bisher ausreichend waren. Dabei ist man sich der Chancen, die sich durch Nachhaltigkeit auftun durchaus bewusst. So sehen Top-Manager Potenzial in Wachstum und Innovation. Auch glauben etwa 80 % der Befragten, dass sie durch nachhaltiges Wirtschaften künftig einen Wettbewerbsvorteil in der Branche haben werden. Gebremst wird die Verankerung von Nachhaltigkeit in den Unternehmen allerdings durch die aktuelle Wirtschaftslage und dem damit einhergehenden Kapitalmangel, opponierende Prioritäten und den Investoren, die erst davon überzeugt werden müssen wie Nachhaltigkeit zur Wertsteigerung beitragen kann.

Bildnachweis: www.thinkstock.de



Verwandte Artikel






Daniela Schlick

Daniela Schlick ist seit zwanzig Jahren mit Begeisterung in beratender Funktion tätig. Sie arbeitete als Personalberaterin in renommierten Personalberatungsunternehmen und als Recruiterin & Karriereredakteurin ehe sie 2008 ihr eigenes Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt werteorientierter Personaldiagnostik gründete. Seit 2011 ist sie zudem Vortragende zu verschiedenen HR-Themen: www.danielaschlick.at