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#Leadership | Barbara Oberrauter

Was moderne Chefs können müssen

Soft Skills gewinnen an Bedeutung

Was macht eine gute Führungskraft und einen modernen Chef aus? Laut einer aktuellen Umfrage werden Offenheit und Ansprechbarkeit immer wichtiger. Darauf haben sich rund 170 heimische Führungskräfte geeinigt, die von der Jungen Industrie gemeinsam mit dem Strategieberater Roland Berger im vergangenen Jahr befragt wurden. „Die  Anforderungen an den CEO werden vielfältiger. Authentizität, Nähe zum Team, aktives Stakeholdermanagement und die Reaktionsgeschwindigkeit werden an Wichtigkeit gewinnen“, ziehen die befragten Experten ein Fazit.

Damit stellt die Studie einen bereits jetzt schon stattfindenden Wandel von der autoritären Führungskraft hin zum Teamplayer fest. „Der Führungsstil, der sich in Zukunft durchsetzen wird, entspricht vielmehr der neuen Generation: Wertschätzend, glaubwürdig, offen und direkt“, so die Aussage eines Studienteilnehmers. Damit ändern sich auch die Anforderungen, die unternehmensintern an CEOs gestellt werden: „In der Vergangenheit mussten CEOs Charisma, ein Image haben und Machtmenschen sein. In Zukunft werden eher Integrität, Substanz und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen entscheidend sein.“

Soft Skills werden immer wichtiger

Im Gegensatz zur Führungskraft von heute gewinnen demzufolge auch Soft Skills immer mehr an Bedeutung. „Empathie und Kommunikationsfähigkeiten sind eine Notwendigkeit für CEOs“, wird ein Studienteilnehmer zitiert. Auch internationale Erfahrung Sprachkenntnisse gehören in Zukunft zur Standardvoraussetzung von Führungskräften. „Auslandserfahrung wird noch wichtiger werden, sogar eine Grundvoraussetzung. Diese sollte so früh als möglich gemacht werden“, raten die Experten.

Wo genau diese gesammelt wird, ist dabei eher zweitrangig: „Nicht die Erfahrung in einem bestimmten Land wird ausschlaggebend sein, sondern die Erfahrung sich in fremden Kulturen zurechtgefunden zu haben.“ Dementsprechend gewinnen auch Sprachkenntnisse immer mehr an Bedeutung: Neben Englisch erwarten die befragten Führungskräfte mindestens eine zweite Weltsprache. „Die Sprachenkenntnisse werden diversifizierter werden. Englisch als lingua franca wird sich langfristig nicht halten können“, so das Fazit eines Studienteilnehmers.

Moderne Chefs: Soziale Herkunft nicht mehr ausschlaggebend

Immer unwichtiger hingegen wird die soziale Herkunft von künftigen Führungskräften, sind die befragten Führungskräfte überzeugt. „Der Hintergrund wird in der Zukunft eine geringere Rolle auf dem Weg zur Führungsposition einnehmen, heute spielt er eine nicht unwesentliche Rolle.“

Damit werden Top-Positionen auch durchlässiger für Diversity: Für die Zukunft erwarten die befragten Manager vor allem einen Anstieg an weiblichen Führungskräften. „Frauen haben heute schlechtere Chancen als Männer, an Top-Positionen zu kommen – die Zukunft wird für Frauen chancengleicher“, so das Fazit der Expertenbefragung. Das wirkt sich auch auf die Familienplanung aus, sind die Experten überzeugt: „Berufstätige Mütter üben eine Vorbildfunktion für ihre Kinder aus, in Zukunft wird die berufstätige Mutter noch viel häufiger vorkommen.“

Ein Punkt, in dem sich alle Experten einig sind, ist die Weiterbildung. Ohne lebenslanges Lernen wird sich keine Führungskraft auf Dauer halten können: „‚Sharpen the saw‘ ist ein wichtiger Faktor für eine nachhaltige Karriere, wobei es nicht nur um den fachlichen Aspekt, sondern auch um Persönlichkeitsentwicklung geht“, so ein Teilnehmer. Damit soll die Ausbildung ergänzt werden, die laut Aussagen einzelner Studienteilnehmer durchaus diversifizierter betrachtet werden sollte: „Der Abschluss einer Universität oder FH ist sicher von Vorteil. Ich kenne jedoch auch viele Autodidakten oder CEOs, die etwas ganz anderes studiert haben.“

Bildnachweis: thinkstock.de



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.