Geschenke erhöhen die Motivation
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Mitarbeitermotivation Geschenk

Erhalten kleine Geschenke die Freundschaft?

Weihnachten ist für viele Unternehmen eine Gelegenheit, sich bei ihren Mitarbeitern zu bedanken: Sie es mit einer Weihnachtsfeier, ausgewählten Geschenken oder auch nur ein paar netten Worten, in den allermeisten Firmen werden Mitarbeiter vor den Feiertagen für ihre Mühen belohnt, die sie das restliche Jahr aufwenden. Was der gesunde Hausverstand schon länger weiß, hat jetzt auch eine Studie der Karl-Franzens-Universität Graz festgestellt: Solche Gesten fördern nicht nur die Beziehung zwischen Unternehmen und Mitarbeitern, sondern tragen auch zwischenmenschlich zu einem besseren Verständnis untereinander bei.

„Alle betrieblichen Feiern sind voller Symbole. Nicht nur die Tatsache, dass gefeiert wird, sagt etwas über das Unternehmen aus, auch wie das Fest begangen wird, zeichnet ein Bild von der Organisation, den Mitarbeitern und deren Zusammenwirken“, erläutert Studienautorin Renate Ortlieb die Ergebnisse. Das alte Klischee der alkoholgetränkten Weihnachtsfeier, an die man am Morgen danach lieber nicht mehr denken will, ist dabei längst passé: „Die Stimmung wird meist als ausgelassen und fröhlich bezeichnet. Dass dabei  die Hemmschwellen sinken, hat sich in unserer Studie aber nicht bestätigt.“

Am liebsten feiern die österreichischen Betriebe abends im Gasthaus in lockerer Atmosphäre, Getränke und Speisen sind dabei gern gesehen. Arbeitnehmer schätzen an der Feier hauptsächlich die Gelegenheit, mit Kollegen und Vorgesetzten über Themen abseits der Arbeit zu sprechen und kleine Geschenke mit symbolischem Wert auszutauschen, so Ortlieb.

Wer seinen Mitarbeitern eine Kleinigkeit zukommen lassen will, sollte beachten, dass es sich bei der Geschenkevergabe um eine generelle Zuwendung an alle handeln muss, die aus einem bestimmten Anlass stattfindet. Zudem sind nur Sachzuwendungen bis maximal 186 Euro pro Mitarbeiter steuerfrei. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind etwa Gutscheine bei Unternehmen so beliebt, hat eine Studie des FOCUS Institut im Auftrag von Sodexo herausgefunden: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen gab an, in den zurückliegenden drei Jahren Gutscheine als Geschenke eingesetzt zu haben. Die meisten Firmen verzichten dabei auf Gutscheine für Elektrogeräte oder Küchenhelfer. Auch Gutscheine für Abenteuer-Erlebnisse landen auf einem hinteren Rang. Am beliebtesten waren Gutscheine hauptsächlich dann, wenn sie sich ohne größere Zuzahlung und bei möglichst vielen Handelspartnern einlösen lassen, so das Fazit der Umfrage.

Wer seinen Mitarbeitern lieber ein persönlicheres Geschenk zukommen lassen möchte, sollte darauf achten, dass die Präsente auch nützlich sind. In den letzten Jahren haben sich etwa Schreibgeräte, USB-Sticks, Kalender oder Bücher als greifbare und gebrauchsfähige Ware durchgesetzt. Chefs sind jedoch gut beraten, beim Schenken nicht in die Klischeefalle zu tappen, sagt Renate Ortlieb. „Oft werden hier stereotype Muster von ‚Männlichkeit‘ oder ‚Weiblichkeit‘ zementiert. Das kann für einzelne Personen ein falsches Signal sein und die allgemeine Produktivität beeinträchtigen.“ Das bestätigt auch George Wyrwoll, HR-Experte bei Sodexo: „Insbesondere Frauen bekommen öfter Süßigkeiten oder Parfum geschenkt, als sie eigentlich wollen. Und Männer erhalten Weinpräsente, die ihnen zum Teil gar nicht schmecken.“

Rund 35 Euro geben deutsche Unternehmen für ihre Mitarbeiter im Schnitt an Weihnachten aus, das sind um etwa 20 Euro weniger, als für Kundenpräsente veranschlagt werden. Dabei sind Geschenke an die eigenen Mitarbeiter das Beste, was Firmen für die Mitarbeiterbindung tun können, hat der Verhaltensökonom Sebastian Kube von der Universität Bonn in einer experimentellen Studie herausgefunden. Laut seinen Ergebnissen erhöhen Geschenke die Produktivität der Mitarbeiter um durchschnittlich 30 Prozent. Eine geringfügige Gehaltserhöhung oder Bonuszahlung hatte dagegen überhaupt keinen Effekt auf die Arbeitsleistung.

„Symbolische Auszeichnungen sind eine viel versprechende Methode zur Mitarbeitermotivation“, fasst Kube zusammen. Nach seinen Ergebnissen führt der Erhalt einer Geschenks oder Gutscheins dazu, dass wir zu dem vermeintlich edlen Spender eine engere Bindung aufbauen. Wer von seinem Unternehmen etwas geschenkt bekommt, erhöht sein Engagement. „Reziprozität“ nennt Kube das Prinzip, das mit dem einfachen „Wie du mir, so ich dir“ am einfachsten übersetzt werden kann. Unternehmen, die darauf setzen, können nicht nur mit ökonomischen Vorteilen rechnen:  „Reziprozität hat ihre eigene Währung“, sagt Kube. „Und die kann nicht allein in Geld gemessen werden.“

Wie schaut es jedoch um die rechtliche Lage rund um das große Schenken aus? Lesen Sie mehr dazu von Dr. Franz Brandstetter zur rechtlichen Komponente. Weiterlesen

 

Autor: Barbara Oberrauter
Bildnachweis: www.thinkstock.de



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