Mitarbeitergespräch
#Leadership | Daniela Schlick

Mitarbeitergespräche

Unangenehme Gefühle hüben und drüben

Mitarbeitergespräche bieten die Grundlage von Leadership und Zusammenarbeit. Dennoch sind sie auf der Beliebtheitsskala bei Führungskräften und Mitarbeitern ganz weit unten angesiedelt. Häufig macht es den Eindruck, also ob Chefs Mitarbeitergespräche als reines Pflichtprogramm abhandeln, sie als zeitraubend und belastend verspüren. Mitarbeiter hingegen empfinden das Feedback ihrer Vorgesetzten im Mitarbeitergespräch vielfach als willkürlich und nicht ihren Leistungen entsprechend. Gegen regelmäßige Gespräche mit ihren Führungskräften haben Beschäftigte grundsätzlich nichts, aber sie wünschen sich Wertschätzung und ein professionelleres Vorgehen.

Mitarbeitergespräch – anregende Begegnung?

Bei Mitarbeitergesprächen könnte es sich – ohne Übertreibung – um eine gegenseitig anregende Begegnung handeln, in welcher Ideen ausgetauscht, Ziele definiert, Hindernisse aufgedeckt, Prozesse entwickelt werden und wo Neues entstehen kann. Sind sie mit Wertschätzung und Anerkennung gewürzt, dienen sie zusätzlich der Imagepflege und Mitarbeiter werden zu Werbeträgern der jeweiligen Organisation. Denn wer sich wertgeschätzt fühlt, spricht voller Stolz darüber in der Familie wie auch im Freundes- und Bekanntenkreis.

Fördergespräche erfordern exzellente kommunikative Fähigkeiten

In erster Line soll das Führungsinstrument der Förderung der Mitarbeitenden dienen. In der Folge soll es im Unternehmenserfolg Niederschlag finden. Mitarbeitergespräche stellen somit sehr hohe Anforderungen an die kommunikativen Fähigkeiten der Führungskraft. Insbesondere wenn eine Verhaltens- oder Einstellungsänderung des Mitarbeiters gewünscht ist. Vorgesetzte können entsprechende Methoden der Gesprächsführung einüben, um mit Mitarbeitern in einen lösungsorientierten Dialog zu treten.

Bewährte Methoden

Methoden und Empfehlungen für professionelle Gespräche gibt es viele. Ein beliebtes Modell ist das TALK-M Modell von Neuberger. Es basiert auf dem Vier-Seiten-Modell der Kommunikation (von Schulz von Thun) und wurde um einen weiteren Punkt – das Gespräch über das Gespräch – ergänzt.
Das TALK-M-Modell besteht aus folgenden Elementen:

  • T: Tatsachendarstellung (Es ist?)
  • A: Ausdruck bzw. Selbstdarstellung (Ich bin?)
  • L: Lenkung und Beeinflussung (Du solltest?)
  • K: Klima, Kontakt (Wir sind?)
  • M: Metakommunikation bzw. Feedback ( Unser Gespräch läuft nicht gut)

Zu jedem Aspekt des Kommunikationsprozesses existieren Hilfestellungen wie Fragarten, Kreativitätstechniken, Techniken zur Entscheidungsfindung, Transaktionsanalyse, JOHARI-Fenster, aktives Zuhören, Manipulationstechniken, Gesprächskiller, Warnsignale im Gespräch, Zeichen gelungener Kommunikation, die einer guten Gesprächsführung förderlich sind. Wohl dosierte und authentische Anerkennung und Wertschätzung sind wichtige Bestandteile erfolgreicher Führung und können mit wenig Aufwand in die Gespräche eingeflochten werden.

Basis: Gesprächsvorbereitung und -abschluss

Wichtig ist neben einer offenen, vertrauensstiftenden Gesprächsatmosphäre die frühzeitige Bekanntgabe des Gesprächstermins, die gründliche Vorbereitung von Facts and Figures aller Beteiligten sowie die Visualisierung eines realisierbaren Ziels. Das Gespräch und die Ergebnisse werden am Ende bilanziert und mit dem Anlass in Verbindung gebracht und in einem Protokoll festgehalten. Am Ende des Gesprächs gilt: „Das Gespräch war gut, wenn ich anders herauskomme, als ich hineingegangen bin.“



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Daniela Schlick

Daniela Schlick ist seit zwanzig Jahren mit Begeisterung in beratender Funktion tätig. Sie arbeitete als Personalberaterin in renommierten Personalberatungsunternehmen und als Recruiterin & Karriereredakteurin ehe sie 2008 ihr eigenes Beratungsunternehmen mit dem Schwerpunkt werteorientierter Personaldiagnostik gründete. Seit 2011 ist sie zudem Vortragende zu verschiedenen HR-Themen: www.danielaschlick.at