Employer Branding: Mitarbeiter sind die beste Werbung.
#Arbeitsmarkt & Studien | Andrea Heider

Mitarbeiter sind die beste Werbung

Employer Branding Studie

Ein attraktiver Arbeitgeber hebt sich von anderen Wettbewerbsteilnehmern ab und zieht nicht nur die besten Köpfe an Land, sondern schafft es auch, dass diese dauerhaft im Unternehmen bleiben. Um für die gewünschte Zielgruppe attraktiv zu sein, müssen Unternehmen also sicherstellen, dass sie am Markt eine starke, ansprechende Marke sind.

Eine aktuelle Studie von CareerARC ergab, dass Employer Branding für 56% der Recruiter top Priorität hat, jedoch nur 57% der Unternehmen diesbezüglich eine konkrete Strategie haben. Ein Großteil der Bewerber, nämlich 75% nimmt allerdings den Arbeitgeber genauer unter die Lupe, bevor sie sich entscheiden, eine Bewerbung abzuschicken. Bei der Studie wurden 218 HR-Verantwortliche und 1.369 Angestellte in amerikanischen Unternehmen befragt.

Arbeitgebermarke schaffen mit Mitarbeitern

Der Studie zur Folge kündigen ganze 2% der Jobneuanfänger innerhalb der ersten sechs Monate. Diese Rate ist wesentlich höher, als in den letzten Jahren. Schaffen es Unternehmen nicht, talentierte Mitarbeiter zu halten, so kommt es zu einem steten Brain-Train. Das kostet nicht nur Nerven, sondern auch Geld. Eine starke Arbeitgebermarke kann dem entgegenwirken, da sie sich nicht nur auf den Gesamtumsatz auswirkt sondern auch den Wert des Unternehmens auf der Börse um ganze 36% steigert.

Die wichtigsten Ressourcen eines Unternehmens sind allerdings zufriedene, motivierte Mitarbeiter. Beachtliche 69% der Arbeitssuchenden möchten nicht in einem Unternehmen, das einen schlechten Ruf hat, arbeiten, selbst wenn sie arbeitslos sind. 84% der Kandidaten würden jedoch ihren alten Job hinschmeißen, wenn sie ein Angebot von einem beliebten Unternehmen bekommen würden. Einer von drei ehemaligen Mitarbeitern, die gekündigt wurden, redet schlecht über ihren Ex-Arbeitgeber. Eine schlecht gehandhabte Kündigung sorgt also bei 38% der Befragte für miese Stimmung und kann zu negativen Arbeitgeberbewertungen führen. Diese bleiben leider ewig im Internet.

Social Media Präsenz ausbauen

Weiters ergab die Studie, dass sich bereits zwei Drittel der Kandidaten auf Social Media Seiten über potentielle Arbeitgeber und Unternehmen informieren. 62% klicken sich durch mindestens ein Soziales Medium, sei es Facebook, Twitter oder LinkedIn, um Daten und Fakten über Stellenausschreibungen, Unternehmenskultur und Mitarbeiter zu sammeln. Die Kommunikation mit Talenten über Social Media Kanäle hat also in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Daher ist es für Personaler wichtig hier am letzten Stand zu bleiben. Denn ganze 84 % der Befragten, sowohl Angestellte als auch Arbeitslose, erwarten von attraktiven Unternehmen eine Social Media Präsenz.

Laut Studie möchten 95% der Arbeitgeber ihre Social Media Strategie für Employer Branding intensivieren. Die Hälfte der Befragten Unternehmen plant sogar zusätzlichen einen Mitarbeiter für diese Aktivitäten einzustellen. Ihre Devise lautet: Soziale Medien nutzen und ausbauen, den Online-Auftritt perfektionieren und auch die eigenen Mitarbeiter zu Werbebotschaftern machen.

Mitarbeiter finden eigenen Auftritt unattraktiv

Wer seine Employer Branding Strategie ausbauen möchte, sollte erst einmal wissen, wonach denn Bewerber suchen und was sie an Unternehmen schätzen. Mitarbeiter- und Unternehmenskultur sind da zwei wichtige Schlagwörter. Die Art und Weise, wie Mitarbeiter im Unternehmen behandelt werden, sollte sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern wichtig sein. Auch Ehrlichkeit, Transparenz, Karrieremöglichkeiten sowie CSR-Maßnahmen sowie Wiedererkennungswert der Marke wurden von den Befragten der Studie als wesentlich angegeben.

Wenn es dann allerdings um den aktuellen Arbeitgeber geht, dann bewerten nur 73% ihre Arbeitgebermarke als attraktiv in Bezug auf Mitarbeiterkultur. Nur 2 von 3 betrachten die eigene Marke als ausreichend hinsichtlich Ehrlichkeit und Transparenz. Zufriedene Mitarbeiter sind also die besten Werbeträger. Unternehmen machen jedoch zu wenig für die eigenen Talente. Für eine gelungene Employer Branding Strategie ist es laut Studie also hilfreich in Mitarbeiter- und Unternehmenskultur zu investieren, als auch Online- und Social Media Präsenz in irgendeiner Art und Weise auszubauen.

Mitarbeiter sind mit der eigenen Marke unzufrieden.

Mitarbeiter sind mit der eigenen Marke unzufrieden.

 

Quelle: „Employer Branding Study 2015

Bildnachweis: www.istockphoto.com



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.