Managergehälter
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Managergehälter

Eine berechtigte Diskussion?

Manager und Vorstände in der Schweiz können aufatmen. Die Wähler in der Schweiz haben vor kurzem eine Initiative zur Begrenzung hoher Managergehälter abgelehnt. Nach den ersten Hochrechnungen haben 65% gegen die „Initiative 1:12“ gestimmt, die vorgesehen hat, dass Manager pro Monat nicht mehr verdienen dürfen als die Angestellten in einem Jahr.

Eine Gehaltsstudie der Personalberatung Pedersen & Partners unter europäischen Geschäftsführern in Unternehmen mit 200 bis 300 Mitarbeitern, liefert Einblicke in die Einkommensverhältnisse an den Unternehmensspitzen. In Europa ist die Schweiz im Bereich der mittleren Unternehmen mit 240.000 Euro Jahresbruttogehalt inklusive Bonus führend, gefolgt von Großbritannien mit 220.000 und Deutschland mit 215.000 Euro. An vierter Stelle sind bereits die heimischen Manager mit 184.000 Euro zu finden. Zwischen 72.000 und 77.000 kommen Chefs in Litauen, Estland, Lettland, Serbien und Bulgarien zu liegen. Europäisches Schlusslicht bilden Weißrusslands Manager mit knapp 60.000 Jahresgehalt.

Buchstäblich eine andere Liga stellen Großkonzerne dar. „Das durchschnittliche Gesamtgehalt der Vorstände in großen Konzernen ist in den meisten westlichen Ländern sehr ähnlich. Ob in Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder den USA: Die Vergütungen inklusive dem Jahresbonus betragen im Schnitt zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Euro brutto pro Jahr“, so Conrad Pramböck, Leiter des Bereichs Compensation Consulting bei Pedersen & Partners.

Die Höhe von Managergehältern kann laut Pramböck vor allem mit der Größe des Verantwortungsbereichs begründet werden: „Die Vergütungen der Vorstände in den Top 100-Unternehmen in Europa und in den USA liegen durchschnittlich siebenmal höher als die Bezüge eines Geschäftsführers in einem mittelständischen Unternehmen und 40 mal höher als das Durchschnittsgehalt eines Angestellten.“

In Österreich verdienen Geschäftsführer in Unternehmen mit 200 bis 300 Mitarbeitern durchschnittlich 183.700 Euro brutto pro Jahr inklusive Bonus. Im Vergleich kommt ein Angestellter mit Vollzeitbeschäftigung auf rund 35.000 Euro brutto pro Jahr. Conrad Pramböck hält ein Modell zur Regulierung der Managergehälter angelehnt an die Initiative in der Schweiz für wenig zielführend: „Wenn es eine Deckelung gibt, sind die Unternehmen rasch dabei, Wege zu finden, um die gleichen Gehälter weiter zu zahlen.“ Weiters sind die Gehälter ganz wesentlich im Wettbewerb um die besten Leute: „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir die Zukunftsfähigkeit Österreichs steigern und nicht, wie und ob wir Managergehälter kürzen.“

Hohe  Managergehälter und soziale Gerechtigkeit werden nicht nur in der Schweiz weiterhin brisante Themen bleiben. „Es gibt eine Marktgerechtigkeit. Aber warum ein Manager mehr verdient als ein Buchhalter, kann man nicht mit Gerechtigkeit erklären. Das ist so.“, so Conrad Pramböck.

Wie denken Sie über die laufende Diskussion?

 

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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