Lehrling
#Recruiting | Team JOBnews

Lehrling gesucht & gefunden!

Kreatives Lehrlingsrecruiting

Der Fachkräftemangel geistert als Schlagwort ständig durch den öffentlichen Diskurs. Oft wird dabei aber auf den Nachwuchs vergessen: Bereits jetzt beklagen Branchen wie Handel und Gastronomie einen eklatanten Lehrlingsmangel, für die Zukunft sehen fast alle Branchen schwierige Jahre auf sich zukommen. Bedingt durch den demografischen Wandel kommen immer wenige Junge nach, um die sich die Betriebe streiten müssen. Wer dabei auf kreative Gewinnungsmethoden setzt, könnte im Poker um die besten Nachwuchsköpfe die Nase vorne haben – und so den Mitbewerbern ein Schnippchen schlagen.

Firmenpräsentationen in Schulen und Messen sind dabei nicht mehr nur das Mittel der Wahl. Wer die heranwachsende Schicht der „digital natives“ erreichen will, muss mehr Asse im Ärmel haben als boß eine Empfehlung vom Vater oder wohlmeinenden Lehrern. Die Lehrlingskandidaten von heute sind internetaffin, wissen zumeist genau, wem sie vertrauen können – und holen sich ihre Informationen aus mehr Quellen denn je. Zeit , auch im Lehrlingsrecruiting auf neue Methoden zu setzen. JOBnews hat im Folgenden einige davon für Sie auf ihre Tauglichkeit untersucht.

Kreative Werbeflächen nutzen

Oft ist weniger mehr: Den Hinweis, dass man gerade Lehrlinge sucht, kann man im Grund üerall anbringen. Warum nicht in der Filale selbst für neue Lehrlinge werben? Oder Firmenwägen mit dem Hinweis versehen, dass noch Auszubildende gesucht werden? Eine interessante Idee hat die Firma dm drogeriemarkt: Sie lässt ihre Kunden auf jedem Kassenzettel wissen, dass im Unternehmen noch Lehrlinge aufgenommen werden. Und wer es ganz kostengünstig mag, lässt auf den Kuverts, in der die Firmenpost verschickt wird, den Hinweis anbringen: „Wir stellen Lehrlinge ein.“

Lehrlings-Speeddating

Einen guten Lehrling zu finden ist ein bisschen so wie die Partnersuche zu romantischen Zwecken: Man lernt sich kennen, tastet sich ab, und es funkt – oder eben nicht. Den Prozess auf die Schnelle ablaufen lassen Lehrlings-Speeddatings, die in Deutschland bereits mit großem Erfolg umgesetzt werden. Solche Veranstaltungen werden meist in größeren Hallen oder Stadien abgehalten, können aber auch an ganz außergewöhnlichen Locations stattfdinden – etwa in einem Museum oder Hochseilgarten. Den Unternehmensvertretern gegenüber sitzen dabei die Ausbildungsinteressierten, die in einem Rhythmus von etwa zehn Minuten von einem Gespräch zum nächsten wechseln. So erhalten nicht nur Bewerber die Chance, sich von ihrer besten Seite zu präsentieren. Auch Unternehmen kann es so gelingen, für sich und ihre Ausbildung Werbung zu machen und vielleicht sogar den einen oder anderen Kandidaten direkt an Land zu ziehen.

Mundpropaganda

Persönliche Empfehlungen und das direkte Gespräch wirken oft mehr als tausend Werbeeinschaltungen. Gerade kleinere Unternehmen können den guten Ruf, den sie sich über die Jahre erworben haben, nutzen und über ihre Mitarbeiter im Familien- und Bekanntenkreis für sich werben. Zwei Voraussetzungen gilt es dabei zu beachten: Einerseits die ständige Kommunikation mit den eigenen Mitarbeitern darüber, ob und welche Lehrlinge gerade gesucht werden. Und zum anderen gilt auch hier das Motto: Nur ein zufriedener Mitarbeiter ist die beste Werbung für das Unternehmen. Das gilt auch für die jüngsten Mitarbeiter: Lehrlinge, die von Ausbildnern und Tätigkeiten begeistert sind, können in ihrer Peer-Group ganz schön für Aufsehen sorgen.

Ausprobieren lassen

Probieren geht über Studieren. Gerade Berufe, unter denen man sich zunächst nur schwer etwas vorstellen kann, profitieren davon, wenn potentielle Lehrlinge sich darin einmal versuchen können. Mit ein bisschen Kreativität macht man die Schnupperlehre auch Zweiflern schmackhaft: Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe etwa verteilen Gutscheine für eine Schnupperlehre an Schüler und stellen ihnen Gratis-Tickets für die Hin- und Rückfahrt zur Verfügung. Bei den Stadtwerken Judenburg AG erhalten Kandidaten am Ende des Schnupperns ein Schnupperformular, in dem Ausbildner Berufseignung, handwerklisches Geschick, Interesse und Arbeitshaltung bewerten. Ausprobiert werden muss aber nicht unbedingt vor Ort: In der Steiermark können unter dem Motto „Kreative Lehrlingswelt“ mobile Werkboxen ausgeborgt werden können, anhand derer die Schüler ihre Eignung für kreative Lehrberufe testen können. Zwölf Berufe stehen zur Auswahl, vom Fleischverarbeiter über den Hafnerberuf bis hin zum Buchbinder. Als „Werkstück“ können die Jugendlichen ihr eigenes Jausenbrett hobeln, süße Palatschinken zubereiten oder das perfekte Foto schießen.

Lehrlinge werben Lehrlinge

Wenn einer weiß, wie die Zielgruppe tickt, dann die Gleichaltrigen. Was liegt da näher, als die eigenen Lehrlinge für sich werben zu lassen? Gerade digital natives wissen oft besser, wie man sich in sozialen Netzwerken darstellt und kennen die verborgenen Botschaften hinter Smileys, Abkürzen und Kommentaren. Lassen Sie Ihre PR-Materialien von Lehrlingen durchsehen und hören Sie auf Vorschläge der Jungen. Fragen Sie Ihre Lehrlinge, warum sie sich für eine Lehre im Unternehmen entschieden haben – und verwenden Sie den Input in Ihren Werbematerialien.

Der Gang ins Netz

Ohne Visitenkarte im Netz läuft heute nichts mehr. Kluge Recruiter lassen im Internet diejenigen zu Wort kommen, um die es geht: Die Lehrlinge selber. Mit einem Lehrlingsblog können Einblicke ins Unternehmen geboten werden, die zielgruppengerecht genau jene Informationen vermitteln, an denen potentielle Lehrlinge interessiert sind. Voraussetzung für einen Blog: Die Unternehmensführung steht dahinter und ist sich im Klaren darüber, dass so eine Sache nicht von heute auf morgen aufgesetzt werden kann. Ein Themenplan für die kommenden Monate, klare interne Strukturen und eine social media policy garantieren den reibungslosen Ablauf. Den Inhalt bestimmt der Nachwuchs selbst – und sorgt so mit individuellen Eindrücken des Lehrberufs und Arbeitgebers für einen Blick hinter der Kulissen.

INFO:
www.lehrlingswelten.at

Bildnachweis: www.thinkstock.de



Verwandte Artikel






Team JOBnews
Team JOBnews

Das StepStone Marketingteam schreibt über neue und wichtige Themen sowie Trends im Online-Recruiting. Mit den beiden Jobbörsen www.stepstone.at und www.unijobs.at gehört Stepstone Österreich zu den wichtigsten Jobbörsen in Österreich.