Kandidaten lesen.
#Buchtipp | Andrea Heider

Kandidaten lesen

Mit dem Headhunter-Schlüssel zur treffsicheren Personalauswahl

„Wir müssen die Vorstellung von professionellen Vorstellungsgesprächen komplett über Bord werfen.“ Wolfgang K. Eckelt, Headhunter

Den richtigen Kandidaten finden, ist nicht so einfach. Der Headhunter Wolfgang K. Eckelt ist der Meinung, dass weder standardisierte Vorstellungsgespräche, noch Persönlichkeitstests oder Assessment Center den gewünschten Erfolg bei der Suche nach dem Topkandidaten bringen.

Eckelts Methode ist vielmehr die Kandidaten durch bewusste Provokation dazu zu bringen, ihr wahres Gesicht zu zeigen. Der Personalberater geht davon aus, dass er dadurch die Fähigkeit hat, jedem Bewerber in die Karten zu schauen, wie seinem Buch „Kandidaten lesen“ zu entnehmen ist.

Provokation als Taktik im Recruiting

Mit diesem Buch möchte der Autor Personalberatern selbst entwickelte Werkzeuge in die Hand legen, mit denen die Kandidatenwahl gelingt. Ziel ist es hinter künstlichem, antrainiertem Verhalten die echten Charakterzüge eines Bewerbers freizulegen. Eckelt hat sich im Laufe seiner bisweilen über 15-jährigen Karriere als Headhunter 4 Tools erarbeitet, mit denen er Kandidaten lesen kann.

  1. Aufbrechen der Kommunikation
    Um zu erkennen, wie ein Kandidat hinter den Kulissen aussieht, verwickelt Eckelt ihn in einen ausführlichen Small Talk. Dabei irritiert, provoziert und beleidigt er die Bewerber bewusst mit seinen Aussagen und schließt aufgrund ihrer Reaktionen auf Charaktereigenschaften.
  2. Schonungslose Musterung
    Eckelt ist überzeugt, dass es in jeder Branche und jedem Unternehmen und sogar in jeder Hierarchie-Ebene ungeschriebene Regeln gibt, welche Marken zu tragen sind und welche nicht. Passt die Kleidung eines Kandidaten nicht in das Bild des Unternehmens, so bekommen sie beim Gespräch mit Eckert eine ungewollte Farb- und Stilberatung. Dem Headhunter geht es dabei allerdings wieder, um die Irritation und wie die Bewerber damit umgehen.
  3. Gezielte Irritation im Setting
    Der Headhunter gibt zu, dass er Spaß daran hat, sein Gegenüber bewusst mit ungewöhnlichen Einrichtungsgegenständen in seinem Büro zu irritieren, etwa indem er an seinen Möbeln die Preisschilder hängen lässt oder Gartenzwerge aufstellt, die absichtlich ins Blickfeld des Bewerbers gestellt werden. Wieder zielt Eckert eigentlich auf die Reaktion der Bewerber ab.
  4. Konfrontation und Coaching
    In letzter Instanz geht es schließlich darum, die wirkliche Intention des Kandidaten herauszufinden und ihm zu offenbaren, was ihn im neuen Job erwartet.

Risiken und Nebenwirkungen

Eckelt ist kein interner Personalberater, sondern Headhunter. Er findet in erster Linie Kandidaten für Positionen im Spitzenmanagement, die er als „überaus selbstbewusste, intelligente und schlagfertige Alphatiere“ beschreibt. Natürlich ist es gut möglich, dass der Personalberater das oftmals antrainierte Verhalten dieser Bewerber mit diesen durchaus radikalen kommunikativen Methoden aufbrechen kann.

Berechtigt ist dabei allerdings die Frage, ob sich dieses unkonventionelle Verhalten jeder Kandidat gefallen lässt? Denn manch einer denkt sich dann möglicherweise: „Was? Ich soll in einem Unternehmen tätig werden, das mich schon im Vorstellungsgespräch respektlos behandelt? Nein danke!“ Die Art und Weise, wie Bewerber von Personalverantwortlichen behandelt werden sagt schließlich auch etwas über die Unternehmenskultur aus.

Buchverlosung: Wir verlosen drei Exemplare dieses Buches. Bei Interesse eine E-Mail an: gewinnspiele@stepstone.at schicken.

INFOKandidaten lesen
Kandidaten lesen.
Mit dem Headhunter-Schlüssel zur treffsicheren Personalauswahl
Wolfgang K. Eckelt
Springer Gabler
ISBN 978-3-658-01413-1



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.