Jobs der Zukunft
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Jobs der Zukunft

Die aktuellen Trends der Arbeit

Unsere Arbeitswelt verändert sich. Jobprofile und Anforderungen passen sich immer schneller an die sich wandelnde Umwelt an. Zeit, kurz innezuhalten und sich damit zu beschäftigen, wohin die Zukunft der Arbeit geht und was das für uns bedeutet. Wir haben den Experten Franz Kühmayer dazu interviewt.

 

Jobs und Branchen der Zukunft

Die aktuellen Trends in der Arbeitswelt drehen sich meist um Digitalisierung und die Frage, wie sich unser Arbeitsalltag dadurch verändert. Viele Jobs sind bereits danach ausgerichtet und es gibt kaum eine Branche, die nicht in irgendeiner Form davon berührt wäre.

Franz Kühmayer betont jedoch auch, dass es dazu auch einen Gegenpol braucht, dem derzeit noch nicht die nötige Bedeutung zukommt. Einerseits meint er damit den Humanismus: „Die ganz großen Fragen der Zukunft, werden nicht über Technologie lösbar sein. Vielmehr werden die geisteswissenschaftlichen Fragen nach Ethik (Was sollen Maschinen können dürfen?), nach Philosophie (Womit beschäftigen wir uns, wenn uns tatsächlich die Arbeit ausgeht?) und nach Volkswirtschaft (Wie sieht die zukünftige Ökonomie aus?) im Vordergrund stehen.“ Andererseits sieht er auch im sozialen Bereich ein wichtiges Themenfeld der Zukunft: „Unsere Gesellschaft altert, hat einen immer höheren Freizeitanteil und einen immer höheren Bedarf und Nachfrage nach interpersonalen, sozialen Dienstleistungen, also alles rund um das Thema Medizin, Pflege, aber auch Coaching.“

Wenn es darum geht, die Jobs der Zukunft zu benennen, führt Kühmayer vor allem zwei Kriterien an, die bei der Berufswahl zunehmend wichtiger werden: „Hochqualifizierte Berufe, bei denen Routine nicht auftritt, werden vermehrt gefragt sein.“ Das liegt vor allem daran, dass diese nicht so leicht durch technologische Lösungen ablösbar sind. Wobei man auch dabei beachten sollte, dass es oft nicht ganze Berufsfelder sind, die einfach wegfallen. In den meisten Fällen ist es eher so, dass Teilaspekte oder Facetten einzelner Berufe durch Technologielösungen wegfallen, der Job an sich sich also verändert, aber nicht komplett verschwindet.

 

Die wichtigsten Soft Skills der Zukunft

Von einer Tatsache ist Franz Kühmayer überzeugt: „Soft Skills werden dramatisch an Bedeutung gewinnen.“ In einer Welt, in der sich alles immer schneller verändert, ist auch neu angeeignetes Wissen schnell wieder überholt. „Selbst bei den aktuell spannendsten Berufen überholt die Geschwindigkeit der Wissensveränderung die Ausbildung“, so Kühmayer. „Daher reicht es nicht mehr aus, in den Hard Skills hochqualifiziert zu sein. Stattdessen braucht es vor allem mehr Soft Skills, die es uns ermöglichen, mit dieser sich schnell verändernden Welt umzugehen und gleichzeitig die Veränderung in eine positive Richtung zu leiten.“

Zu den wichtigsten Soft Skills zählt Kühmayer vor allem:

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Umgang mit anderen Kulturen (interkulturelle Kompetenz)
  • Umgang mit Komplexität
  • Gesteigerte Lernkapazität

Diese Skills sind Teil der berühmten 21st Century Skills (Kompetenzen des 21. Jahrhundert) und damit absolute Schlüsselkompetenzen, die jedoch nicht isoliert betrachtet, sondern als Querschnittsmaterien gesehen werden sollten.

 

Roboter vs. Führungskräfte

In seiner neuen Publikation Leadership Report 2019 geht Kühmayer unter anderem der Frage nach, wie sich Leadership verändern wird. Werden Roboter wirklich zur Konkurrenz für Manager und Führungskräfte? Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zunächst das ihm zufolge Arbeitsumfeld ansehen: „Die neuen Arbeitsformen, die uns zur Verfügung stehen, erlauben es, dass wir von überall arbeiten können. Und das führt letztendlich dazu, dass das Sozialsystem Unternehmen zunehmend an Wirkungskraft verliert.“ Ohne regelmäßige Treffen mit den Kollegen nimmt der Zusammenhalt und das Gefühl, dass alle an einem Strang ziehen, ab. Er vertritt daher die Meinung, dass es eine Führungsaufgabe ist, für mehr Zusammenhalt zu sorgen und hat dafür ein Konzept entwickelt: Führen mit PEP. Die Buchstaben PEP stehen dabei für Purpose (Sinnstiften), Education (Bildung) und Participation (Beteiligung) – drei Schlüsselfaktoren, die Unternehmen künftig stärker betonen sollten.

Purpose:

Dieser Teilaspekt der Mitarbeiterführung beschäftigt sich vor allem mit dem Sinn der Tätigkeit. Es sollte nicht nur darum gehen, dass am Ende des Tages ein bestimmtes Verkaufsziel oder eine bestimmte Menge an Aufgaben erledigt wurde, sondern darum, „Begeisterung in den Menschen zu entfachen“, so Kühmayer.

Education:

Bildung wird oft nur als rein fachliche Qualifikation gesehen. Viel wichtiger sieht Kühmayer jedoch „den sozialen Prozess der Bildung. Denn Bildung hat auch etwas Gemeinschaftsstiftendes, wenn wir miteinander lernen und vor allem auch voneinander lernen.“ Mit einem reinen Online-Training ist dies nicht vergleichbar.

Participation:

Darunter versteht Kühmayer nicht finanzielle, sondern unternehmerische Beteiligung. Vor allem aber auch die „Möglichkeit von Mitarbeitern, sich am Fortkommen des Unternehmens zu beteiligen, also selbst unternehmerisch tätig zu werden innerhalb des Unternehmens und nicht nur das zu tun, was ihnen aufgetragen wird“. Dieser Aspekt zielt stark auf Handlungsspielräume und – freiräume ab. Er sieht dabei auch die Problematik, dass dies für Führungskräfte im ersten Moment natürlich ungewohnt ist, da es bedeutet, ein Stück weit loslassen zu müssen. „Aber dieser Kontrollverlust ist notwendig“, betont Kühmayer.

 

Vor allem bei Führungskräften wird es jedoch nie darum gehen, dass der Beruf als Ganzes wegfällt. Vielmehr sollte man sich ansehen, wie sich ihr Aufgabenfeld durch aktuelle Trends – allen voran die Digitalisierung – verändern wird. „Heute ist ein großer Teil der Tätigkeiten des mittleren Managements die Leistungsüberwachung, also ob der Mitarbeiter seine Aufgaben erledigt hat. Das kann Software jetzt schon.“ Um zu überprüfen, ob gesetzte Ziele erreicht wurden, dafür braucht man Führungskräfte künftig nicht mehr. „Aber für das persönliche Gespräch, die die Mitarbeiterentwicklung, die Kulturentwicklung im Unternehmen, denn das sind Bereiche, die eine Software nie oder nicht in absehbarer Zukunft übernehmen können wird.“

 

Roboter vs. Personaler

Wenn es um die Veränderungen geht, die die Zukunft für Personaler bringen wird, unterscheidet Kühmayer zunächst zwischen kurzfristigen und langfristigen Trends:

Auf kurze Sicht müssen Personalabteilungen ihm zufolge auf zwei Ebenen nachziehen: einerseits in Bezug auf die Agilität, also rascher zu reagieren und sich an die schnell ändernde Umwelt anzupassen und andererseits durch die bewusstere Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung.

Langfristig wirft er wieder die Roboterfrage auf. Wie verändert sich das Aufgabenfeld von Personalern, wenn vermehrt künstliche Intelligenz und Roboter eingesetzt werden? „Immerhin steht das H in HR für Human„, betont der Trendforscher. Wenn nun der Mensch zunehmend aus dem Erwerbsarbeitsprozess in andere Rollen gedrängt wird und Maschinen Aufgaben übernehmen, braucht es dann eher RR – Robot Resources? Fest steht: „Für eine Fertigung wird die Personalabteilung keine Rolle spielen. Wenn sich ein Unternehmen einen neuen Roboter kauft, um die Produktion zu optimieren, werden sie die Personalabteilung in den Entscheidungsprozess natürlich nicht involvieren.“ Das ist eher eine Frage für Engineering oder eine technische Abteilung. Die Rolle des Personalers wird künftig immer weniger in den klassischen Personalaufgaben bestehen, wie beispielsweise Personalverrechnung. „Was es vermehrt braucht, ist unternehmerisches Denken“, so Kühmayer. „Es braucht ein vielschichtiges Portfolio, viel mehr Kompetenten, die mit dem Unternehmen zu tun haben, als rein mit fachlicher Qualifikation.“ Weiterentwicklung ist jedoch ein ganz normaler, evolutionärer Prozess. Der einzige Unterschied zu früher liegt darin, dass die Veränderungen heutzutage schneller erfolgen.

Leadership Report Franz Kühmayer

Leadership Report 2019

125,00 Euro zzgl. MwSt. zu erwerben auf Zukunftsinstitut.de

In seiner neusten Publikation „Leadership Report 2019“, befasst sich Franz Kühmayer mit den aktuellen Führungsfragen unserer Zeit. (ISBN 978-3-945647-54-7)

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Der Teilnahmeschluss ist der 30. November 2018

 

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Autorin: Beatrix Mittermann



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