Recruiting von IT-Spezialisten auf Augenhöhe
#Recruiting | Barbara Oberrauter

Recruiting in der IT

Recruiting auf Augenhöhe ist gefordert

Wir schreiben das Jahr 2017. Die digitale Zukunft ist längst in den Unternehmen angekommen – und das hat zur Folge, dass IT-Profis gefragt sind wie nie zuvor. Mit ihrem Aufstieg vom Nerd zur gesuchten Fachkraft steigen allerdings auch die Ansprüche der Kandidaten. Zudem wird der Einfluss von sozialen Netzwerken immer größer. Bei der Suchen nach der Nadel im Heuhafen punkten vor allem Personaler, die Kandidaten gezielt und individuell ansprechen – und die Sprache ihres Gegenübers sprechen.

IT-Fachkräfte offen für neue Jobangebote

Die gute Nachricht zuerst: Der Social Recruiting-Report 2017 der auf Tech-Börse Dice beweist das grundsätzliche Interesse von IT-Fachkräften an interessanten Jobangeboten: 9 7% aller Befragten sind gegenüber Personalvermittlern oder Unternehmen, die sie über soziale Netzwerke mit neuen Stellen ansprechen, offen. Allerdings gilt das am ehesten, wenn das unterbreitete Angebot relevant und spannend ist, sie persönlich und maßgeschneidert angesprochen werden und der Recruiter ihre technischen Skills versteht.

Tech-Profis fühlen sich fachlich unverstanden

Das Problem: Vor allem auf professioneller Ebene fühlen sich die Tech-Profis unverstanden. 18 % wünschen sich, dass Recruiter „technisches Verständnis zu meinem Job aufweisen“ oder sich zumindest darum bemühen: „Ich würde mir wünschen, dass sich Recruiter mehr mit individuellen Teilnehmern befassen und nicht jeden, der eine IT-Bezeichnung im Profil hat, anschreiben“, so einer der Studienteilnehmern. Fast ein Drittel aller Befragten spricht sich dafür aus, dass Recruiter „mehr Forschung betreiben, um meine Arbeit und meine Skills besser zu verstehen“.

Fataler Fehler: Alle Techniker in einen Topf werfen

Wie fatal sich das fehlende Verständnis für die IT-Zielgruppe auswirkt, weiß Ben Ruschin, Gründer und Geschäftsführer der We Are Developers-Konferenz World Congress“in Wien. „Bei unserer ersten WeAreDevelopers-Konferenz hatten wir ein großes Unternehmen als Partner, die sehr viele Entwickler brauchten. Sie haben einen wunderschönen Stand für die Zielgruppe ‚Technik‘ auf unserer Konferenz aufgebaut – und genau das war ein riesengroßer Fehler. Statt gezielt Entwickler anzusprechen, wurden alle technischen Berufe in einen Topf geworfen und man hat versucht, diese aus Effizienzgründen heraus gesammelt anzusprechen. Die personalisierte Herangehensweise hat völlig gefehlt. Auf sowas reagieren Developer allergisch.“

Technische Spezialisten setzen auf gute Arbeitgebermarken

Ebenfalls unbeliebt bei den Tech-Profis: Unrelevante Jobangebote, zu viele Nachrichten in zu kurzer Zeit, Spam – und kein Vertrauen in den Arbeitgeber. Vor allem letzteres können Unternehmen mit einer gut gemachten Arbeitgebermarke beheben: Immerhin informieren sich 91 % aller befragten Spezialisten vorab über das Unternehmen, unter anderem auf der Unternehmenswebseite, Xing oder der Bewertungsplattform Kununu. Wer dabei mit einer starken Employer Brand punktet, die Kandidaten zielgruppengerecht anspricht und informiert, sticht damit nicht nur aus dem Kreis der Konkurrenz hervor – sondern zieht auch eher Kandidaten an Land als Unternehmen, über die nur wenig oder nichts Gutes bekannt ist.

Do’s & Don’ts im Umgang mit IT-Spezialisten

3 Dinge, mit denen IT-Spezialisten überzeugt werden können:
1. Spannende und relevante Stellen
2. Verständnis der Skills
3. persönliche Ansprache

3 Dinge, auf die IT-Spezialisten nicht ansprechen:
1. Irrelevante Jobs
2. Zu viele Nachrichten in kurzer Zeit
3. Spam

(Quelle: https://theitjobboarduk.wufoo.com/forms/wom20y60lvj7u2/)

Bildnachweis: monsitj / www.istockphoto.com



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.






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