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#Recruiting | Barbara Oberrauter

Internes Recruiting zahlt sich aus

Neue Mitarbeiter intern nachbesetzen

Man spart Zeit und Geld, hält Einarbeitungszeiten kurz und kann sicher sein, dass die Neubesetzung perfekt zur eigenen Unternehmenskultur passt: Gerade für Schlüsselpositionen ziehen Unternehmen oft das interne Recruiting der externen Personalsuche vor. Dabei führt eine kluge Verbindung der beiden Strategien oft schneller zum Ziel.

Internes Recruiting verknappt interne Ressourcen

Das Problem: Hat man intern die perfekte Besetzung für eine vakante Position gefunden, wird die „alte“ Stelle des Kandidaten frei. Wer jetzt darauf setzt, dass die Kollegen schon „das bisschen Arbeit“ übernehmen werden oder gar der beförderte Mitarbeiter auf seiner neuen Stelle die Aufgaben seiner alten Position mit übernimmt, unterschätzt die Arbeitslast, die mit jedem einzelnen Job einhergeht. Die Folge sind Frustration, Überforderung und Burnout. Das kann bis hin zur Kündigung gehen, wenn nicht rechtzeitig Maßnahmen gesetzt werden.

Internes Recruiting mit Weiterbildung und externem Personal mixen

Die Lösung ist ein kluger Mix aus internem Recruiting, Weiterbildungsmaßnahmen für vorhandenes Personal und die Unterstützung durch externe Fachkräfte, wo es nötig ist. Regelmäßige Scans nach vorhandenem Potential zeigt Führungskräften und Personalverantwortlichen, wo die „hidden champions“ innerhalb des eigenen Unternehmens schlummern. So wissen Personalverantwortliche immer ganz genau über die Kenntnisse, Kompetenzen und Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter Bescheid – und kennen dazu die Entwicklungs- und Veränderungswünsche ihres Personals.

Gezielte Weiterbildung motiviert gute Leute

Bringt man die verborgenen Talente mittels gezielter Aus- und Weiterbildung rechtzeitig in Position, können sie die nächste Personallücke fachlich umfassend ausfüllen – und sparen damit Zeit und Geld beim Recruiting. Das muss übrigens nicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleichen: In jeder Firma gibt es engagierte Mitarbeiter, die sich gerne weiterentwickeln würden. Lässt man sie wissen, dass interne Bewerbungen durchaus erwünscht sind und auch mit möglichen Weiterbildungen einhergehen, sind diese zusätzlich motiviert – und leisten gerne das kleine bisschen Extra, das zu einer neuen Position nun mal dazugehört.

Interne Recruits gegen das Silo-Denken

Ein zusätzlicher Vorteil: Mitarbeiter, die von einer zur anderen Stelle innerhalb der Firma wechseln, kennen das Unternehmen, seine Werte, Visionen und die Kultur bereits – und müssen daher nicht lang eingeführt werden. Existierendes Know How bleibt im Unternehmen, zusätzlich werden Synergien aufgebaut und gefördert. Werden Mitarbeiter von einer Abteilung in eine andere versetzt, kann das sogar der viel gefürchteten Betriebsblindheit und dem oft zitierten „Silo-Denken“ innerhalb eines Unternehmens entgegenwirken. Allerdings darf auch beim internen Recruiting der Teambuildingprozess vernachlässigt werden: Die Rollen innerhalb eines Teams müssen, auch wenn sich die Mitarbeiter bereits kennen, neu definiert und geklärt werden.

Die verbliebene Arbeitslast nicht einfach aufteilen

Um die verbliebene Arbeitslast nicht den übrig gebliebenen Kollegen aufzubürden und damit für Frust und Abwehr zu sorgen, ist zeitnahes Projektmanagement und das Erheben der Verfügbarkeit von Ressourcen innerhalb der Abteilung nötig. Erfahrene Führungskräfte wissen oft, welche Kollegen – bei entsprechender Abgeltung – zu mehr Leistung in der Lage sind und wo die Ressourcen bereits ausgereizt sind. Aber auch das direkte Gespräch mit den einzelnen Mitarbeiter fördert vielleicht den einen oder anderen Leistungswilligen zutage, der sich schon für die Zukunft als Aufsteiger aufbauen lässt.

Externes Peronal bringt frischen Schwung rein – und neue Energie

Sind umgekehrt keine Ressourcen mehr in der Abteilung verfügbar, führt kein Weg an der externen Suche nach neuem Personal vorbei. Den jeweiligen Bedarf zeigen Gespräche mit Experten aus der Fachabteilung: Sie wissen genau, über welche Kompetenzen der oder die neue Kollegin verfügen soll, und können auch Aufschluss darüber geben, wie die Abteilung menschlich tickt. So kommt nicht nur frisches Know-How und Erfahrung ins Unternehmen, sondern auch ein neuer Mitarbeiter, der menschlich gut zu seinen Kollegen passt.

Bildnachweis: portishead1/Quelle: www.istockphoto.com



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.






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