Interne Mitarbeitersuche
#Recruiting | Andrea Heider

Interne Mitarbeitersuche

Qual oder Wahl?

Interne Mitarbeitersuche – Qual oder Wahl? Bevor eine Stelle extern ausgeschrieben wird, lohnt sich oft auch die interne Suche nach passenden Kandidaten. Einerseits entstehen dadurch Karriere- und Veränderungsmöglichkeiten für die bestehende Belegschaft, andererseits erspart man sich die mühsame, kostspielige und mitunter langwierige Personalsuche. Größere Unternehmen greifen daher oft auf den bestehenden Mitarbeiterpool zurück.

Wer möchte sich intern verändern? In größeren Unternehmen ist es oftmals gar nicht einfach, den Überblick zu bewahren, welcher Mitarbeiter den Wunsch zur Veränderung verspürt. Sehr wichtig bei internen Besetzungen sind freilich persönliche Empfehlungen und Netzwerke. Interne Jobausschreibungen sollten jedoch idealerweise über das Intranet ausgeschrieben werden oder über die Karriereseite des Unternehmens. In einigen Unternehmen gibt es auch noch das sogenannte Schwarze Brett, über das ebenfalls zu besetzende Stellen ausgeschrieben werden können.

Teil der systematischen Personalentwicklung

Mitarbeiter verspüren oftmals den Wunsch sich beruflich zu verändern. Ein interner Jobwechsel kann die Karriere vorantreiben und für neue Herausforderungen sorgen. Daher ist es wichtig, den eigenen Mitarbeitern die Chance zu geben, sich innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln. Dieser Ansatz sollte Teil einer strategischen Personalentwicklung sein. Gründe für den Jobwechsel können einerseits Karrierewünsche sein, aber auch schlichtweg der Wunsch eine neue Tätigkeit auszuüben oder Unzufriedenheit mit der aktuellen Tätigkeit oder dem Team sein.

Außerdem ergaben Untersuchungen des Managementprofessors Matthew Bidwell, dass interne Bewerber in den ersten beiden Jahren wesentlich mehr leisten, als externe. Hinzu kommt auch noch, dass externe Bewerber meist mehr Gehalt bekommen, als interne. Die Gehaltssprünge beim internen Jobwechsel sind gering. Bidwell geht davon aus, dass externe Bewerber in etwa zwei Jahre benötigen, um das Tempo von internen Bewerbern vorzulegen. Vor allem Netzwerke und unternehmensinternes Wissen seien unbezahlbares Kapital von Mitarbeitern, die bereits länger dabei sind. Dies sollte natürlich nicht davon abhalten auch von außen zu rekrutieren. Systematische Personalentwicklung zahlt sich jedoch aus.

Recruiting intern: einige Vorteile

Interne Neubesetzungen bringen einige Vorteile mit sich. Unternehmen bieten ihrer Belegschaft dadurch die Möglichkeit an, sich aktiv zu entwickeln. Die richtige Mitarbeiterförderung erhöht die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Außerdem bleiben eingearbeitete Mitarbeiter mit betriebsspezifischem Wissen im Unternehmen – dies ist unbezahlbar. Die Einarbeitungszeit ist wesentlich geringer und bestehende Netzwerke werden mitgenommen und durch einen Abteilungswechsel ausgebaut.

Vorteile für Mitarbeiter sind neben Karriere- und Aufstiegschancen auch, die Chance auf eine höhere Vergütung, eine inhaltliche Veränderung sowie höhere Zufriedenheit und Motivation durch eine neue Aufgabe. Vor allem junge Talente möchten gerne Karriere machen – umso besser, wenn dies im eigenen Unternehmen möglich ist. Aber auch für Mitarbeiter, die nach einigen Jahren den Wunsch nach Wechsel verspüren ist ein interner Jobwechsel eine gute Möglichkeit, um sich zu verändern.

Interne Absage

In vielen Unternehmen ist die Personalabteilung der erste Ansprechpartner für Mitarbeiter, die sich verändern möchten. Hier kann jeder Mitarbeiter sein Interesse, Abteilung oder Tätigkeitsbereich zu wechseln, kundtun. Wichtig ist natürlich Diskretion und Verschwiegenheit, denn Gerüchte können schnell entstehen und sollten jeden Falles vermieden werden. Spätestens, wenn es eine konkrete Möglichkeit gibt im Unternehmen zu wechseln, muss dann jedoch der Vorgesetzte informiert werden – nicht zuletzt, weil dieser ja auch die beste Referenz abgeben kann.

Nicht jeder interne Kandidat ist für die ausgeschriebene Stelle qualifiziert. Falls es nicht klappt mit der erhofften Versetzung, da es andere besser geeignete Kandidaten gibt, dann ist es wichtig, dem Mitarbeiter dies auf sanfte Art und Weise mitzuteilen. Kollegen, die schon lange auf eine Aufstiegschance warten, diese aber nie gewährt bekommen, kann man mit einer ablehnenden Haltung auch verärgern. Daher ist bei einer internen Absage die Wahl der Worte besonders wichtig. Keine Aufstiegschancen im Job führen vermutlich früher oder später zu Frust am Arbeitsplatz. Eine systematische Personalentwicklung, die Mitarbeiter fördert und unterstützt rechnet sich daher auf jeden Fall.
Bildnachweis:www.istockphoto.com



Verwandte Artikel






Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.