Intelligenzbestien im Job: so geht man mit Hochbegaben um.
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Intelligenzbestien im Job

Umgang mit Hochbegabten

Kennen Sie Schlaubi Schlumpf? Der kleine blaue Besserwisser, der den anderen Schlümpfen geistig immer mindestens zwei Schritte voraus ist – und aufgrund seiner Besserwisserei gern mal aus dem Schlumpfdorf gekickt wird? Auch wenn die Figur aus dem Kinderprogramm stammt, könnte sie doch dem echten Leben entsprungen sein: Auch als Erwachsene kennen wir Menschen, die immer alles besser wissen, stets zwei Gedankenlängen vor uns liegen und uns mit unendlichen Korrekturen auf die Nerven gehen.

Zwei Prozent aller Menschen sind hochbegabt

Hinter diesem Phänomen könnte sich allerdings jemand verstecken, der schlicht und einfach hochbegabt ist – und uns damit tatsächlich intelligenzmäßig voraus. Rund zwei Prozent der weltweiten Bevölkerung gehören zu den Hochbegabten mit einem IQ von über 130. Hochintelligente sind oft schneller und fähiger als andere, scheitern dafür aber manchmal im sozialen Bereich, zeigen Studien: „Ihre soziale Kompetenz ist deutlich schwächer ausgeprägt, sie sind weniger teamorientiert, haben eine geringe Führungsmotivation und sind emotional labiler“, sagt Rüdiger Hossiep von der Ruhr-Universität Bochum. Gerade aufgrund geringerer Sozialkompetenz könnten sie Kollegen oft nicht vermitteln, wie diese von ihrer Begabung profitieren könnten, so der Psychologe.

Hochbegabt oder verschrobener Einzelgänger?

Dazu komme ihr oftmals geringes Selbstbewusstsein – „ein gelernter Prozess“, so Hossiep. Grund dafür sei oft die langjährige Ablehnung, die sie als Außenseiter erfahren haben. Das kann gerade im Berufsleben hochproblematisch sein: Wer sich nicht am üblichen Büro-Smalltalk beteiligt, ist schnell als verschrobener Einzelgänger verschrien. „Hochbegabte verarbeiten Informationen viel schneller, lösen Probleme rascher und brauchen daher meist ein schnelleres Arbeitstempo. Das führt zu Konflikten mit den Kollegen und Vorgesetzten„, sagt Detlef Scheer im Gespräch mit der deutschen ZEIT.

Zu intelligent für starre Hierarchien

„Oft scheitern sie auch an strengen Hierarchien oder leiden unter permanenter Unterforderung. Aber der Satz ‚Chef, ich langweile mich‘, kommt meistens nicht gut an.“ Für Führungskräfte und Personaler bedeutet dass, auf die speziellen Bedürfnisse Hochbegabter einzugehen, wenn sie diese ins Team holen wollen. Mangelnde soziale Fähigkeiten dürfen diesen nicht zum Nachteil gereichen, warnt Coach Katrin Zita im Interview mit dem deutschen Spiegel. „Sehr intelligente Mitarbeiter lassen sich nicht in vorgegebene Muster zwängen und lieben es, innovative neue Wege zu finden. Dafür kassieren sie von Vorgesetzten, die um ihre Autorität fürchten, schon mal einen Rüffel.“

Intelligente Mitarbeiter gezielt fördern

Sie rät dazu, Kollegen und Vorgesetzte einzuweihen und offen mit einem überdurchschnittlichen IQ und den persönlichen Fähigkeiten umzugehen. Wichtig sei zudem, Hochbegabten selbstständiges Arbeiten zu ermöglichen – idealerweise innerhalb flacher Führungshierarchien, die die Bewegungs-, Denk- und Lösungsfreiheit aller Mitarbeiter fördert. Coach Corinna Kegel rät Personalern und Führungskräften in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt, entsprechenden Talenten im Unternehmen gezielte Förderung oder Maßnahmen wie Vertrauensarbeitszeit oder Bezahlung nach Leistungserreichung anzubieten: „Hochbegabte schaffen das gleiche Pensum in deutlich kürzerer Zeit und langweilen sich im entstehenden Leerraum. Fragen Sie Ihre Mitarbeitenden, was sie sich vorstellen können.“ Das lohnt sich, ist Kegel überzeugt: „Sie werden belohnt mit motivierten, engagierten, zufriedenen Talenten.“

Bildnachweis: www.istockphoto.com



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