Inbound Recruiting
#Employer Branding & Personalmarketing | Andrea Heider

Inbound Recruiting

Von Bewerbern im Netz gefunden werden

Von Bewerbern im Netz gefunden werden – das ist das Ziel von Inbound Recruiting. Eigentlich kommt die Idee aus dem sogenannten Inbound Marketing, wobei es darum geht, vom Kunden gefunden zu werden. Und zwar idealerweise durch einen Medienmix aus Content Marketing, Public Relations, Newsletter, Social Media Marketing sowie Suchmaschinenoptimierung.

Das Gegenteil davon ist Outbound Marketing bzw. Outbound Recruiting, also das aktive Zugehen auf Kunden bzw. Bewerber, etwa durch Flyer, Messen, Broschüren oder auch Fernseh- und Radiospots. Geht es beim Outbound Marketing eher um kurzfristige Aktionen, so hat Inbound Marketing das Ziel bei Kandidaten langfristiges Vertrauen in die Arbeitgebermarke aufzubauen. Ganz grundsätzlich geht es also um Langfristig- und Beständigkeit. Auch Webinare oder Podcasts sind mögliche Mittel, um nachhaltig bei Kandidaten in Erinnerung zu bleiben.

Inbound Recruiting: 5 wissenswerte Facts

  1. Inbound Recruiting spricht nicht aktive Kandidaten an, vielmehr werden alle möglichen Nutzer des Internets zu potentiellen neuen Mitarbeitern. Also nicht nur jene, die aktiv auf Jobsuche sind, sondern auch solche, die aufgrund einer Google Suche auf Ihre Website stoßen. Dadurch wird vor allem die passiv und latent suchende Bewerbergruppe angesprochen.
  2. Vertrauen und Beziehungen sollen langfristig aufgebaut werden. Begehrte Kandidaten sind Mangelware. Sie überprüfen mögliche Arbeitgeber genau, bevor sie sich bewerben oder eben auch nicht. Eine starke Arbeitgebermarke, Employer-Branding, ist daher besonders wichtig.
  3. Sämtliche Web-Kanäle werden bei Inbound Recruiting genutzt, auch um die Stimmung der User im Auge zu behalten. Schreiben Sie Expertenkommentare oder investieren Sie eine Stunde pro Woche, um beispielsweise Fragen zu beantworten oder Ihr ganz eigenes Expertenwissen zu kommunizieren. Lassen Sie diesbezüglich ihre kreative Seite hervorkommen, um sich von Mitbewerbern, die ebenfalls im Bewerberpool fischen, abzuheben. Ein wichtiges Ziel im Inbound Recruiting ist es auch Traffic zu generieren. Sämtliche Inhalte sollten darauf ausgelegt sein, mögliche Bewerber anzusprechen. Sie sollten also nutzerorientiert und zielgruppengerecht aufbereitet sein.
  4. Inbound Recruiting ist laufendes Optimieren und Analysieren der eigenen Inbound-Tätigkeiten.
  5. Social Recruiting ist auch Teil des Inbound Recruitings: also wenn Mitarbeiter potentielle Kandidaten anwerben oder sich positiv auf Bewerbungsplattformen über ihren Arbeitgeber äußern.

Qualität der Neueinstellungen steigern

Speziell was Bewertungen von Arbeitgebern betrifft, sind die Internet-User kritischer geworden. Das bedeutet auch, dass Bewerber, bevor sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, den Arbeitgeber ganz genau prüfen und scannen. Ein negativer Kommentar bleibt bis in alle Ewigkeit online und kann jahrelange Bemühungen, eine saubere Arbeitgebermarke aufzubauen, beeinträchtigen.

Inbound Recruiting ist eine langfristige Maßnahme, um die eigene Arbeitgebermarke zu stärken. Dies zahlt sich aus, denn es führt mit Sicherheit dazu, dass die Qualität der Bewerbungen und damit auch die Qualität der Neueinstellungen nachhaltig steigt. Vor allem in Branchen mit Bewerbermangel lohnt sich die Investition in eine langfristige Inbound Recruiting Strategie.

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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.