Gewaltfreie Kommunikation
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Gewaltfreie Kommunikation

Vermeidung von Konflikten im Alltag

Mitarbeiter, die miteinander streiten; Vorgesetzte, die keinen Zugang zu ihrem Team finden; Veränderungen, die das gesamte Unternehmen überfordern – Konfliktpotentiale gibt es im modernen Arbeitsalltag viele. Wie so oft heißt die Lösung: miteinander reden. Doch das persönliche Gespräch bringt oft nicht mehr Aufklärung, sondern kann die Fronten sogar noch mehr verhärten. Einfühlsame Kommunikation, aufeinander eingehen und gemeinsam Lösungen finden, das verspricht das Kommunikationsmodell gewaltfreie Kommunikation, kurz GFK.

Über Bedürfnisse zu Handlungsstrategien

Experte für Gewaltfreie Kommunikation

Radoslaw Celewicz

„Die GFK ist ein Denk- und Handlungskonzept, eine Haltung und Methode, die die Anliegen der Beteiligten in den Mittelpunkt stellt“, erläutert der GFK-Trainer Radoslaw Celewicz im Gespräch mit JOBnews.at. Ausgehend von den eigenen Gefühlen soll nicht bloß der eigene Ärger artikuliert, sondern Zugang zu den ursprünglichen Bedürfnissen gefunden und so konkrete Handlungsstrategien erarbeitet werden. Die Einsatzgebiete der GFK sind vielfältig: Ob im Mitarbeitergespräch, bei Konflikten der Angestellten untereinander oder um ausgebrannte Führungskräfte wieder auf Kurs zu bringen, die meisten negativ aufgeladenen Situationen ließen sich mit der gewaltfreien Kommunikation gut auflösen, sind sich Experten einig.

„Die Absicht dieser Art der Kommunikation ist es, Kontakt zum Anderen herzustellen und Verbindung zu halten, auch wenn die Situation gerade heikel oder schwierig ist“, erläutern Verena Lahousen und Irmgard Barta von der Kommunikationswerkstatt Barta&Team.“ In der Gewaltfreien Kommunikation geht es als erstes darum, Klarheit für sich selbst zu gewinnen, sobald eine Störung oder ein Konflikt auftritt. Danach gilt es  bedürfnisorientiert Prioritäten zu setzen und bewusst Strategien zu suchen, die für alle Beteiligten passen.“

Konflikte nicht „weichspülen“

Spezialisiert auf gewaltfreie Kommunikation

Irmgard Barta

Das heißt aber nicht, dass Mitarbeiter keine Kritik mehr formulieren oder ihre Gefühle nicht artikulieren dürfen, so Barta und Lahousen. Im Gegenteil: „Beim Ansprechen herausfordernder Themen geht es nicht um ‚Weichspülerei‘ und eine sanfte Sprache, sondern darum, klar und deutlich auszusprechen, was die Fakten sind, worum es wirklich geht und was man gerne hätte.“ Das erfordert nicht nur ein genaues Hinsehen, was hinter dem eigenen Ärger wirklich steckt, sondern auch ständiges Gewahrsein und viel Übung, so die Expertinnen: „In der GFK werden Worte kennen gelernt oder wieder entdeckt, was in mancher Hinsicht  an das Erlernen einer neuen Fremdsprache erinnert. Deshalb sind Üben, Erinnern und Achtsamkeit wesentlicher Bestandteil der Integration in den beruflichen Alltag.“

Die Einführung gewaltfreier Kommunikation im Unternehmen bedarf nicht nur der Zustimmung aller Mitarbeiter, sondern auch einer großen Portion Geduld, bestätigt Radoslaw Celewicz. „Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist eine Unternehmenskultur, die bereit ist, zu lernen. Zusätzlich braucht es auch ein Stück persönliches Interesse und Zeit. Die GFK als einen ‚Trick‘ zu erlernen, um auf dem Wege des Mitgefühls eigene Wünsche und Vorstellungen durchzudrücken, wird nicht funktionieren.“ Firmen, die sich entscheiden, einen neuen Weg der Kommunikation zu gehen, sollten sich zunächst überlegen, welche Ziele und Bedürfnisse dahinter stehen, sagen Barta und Lahousen. Um Mitarbeiter für das Vorhaben zu begeistern, könne man einzelne Beschäftigte zu Einführungsseminaren schicken, die anschließend via Mundpropaganda Nutzen und Wirkung der GFK weitergeben. Zusätzlich sinnvoll seien auch interne Bildungsangebote für alle Mitarbeiter und eine anschließende Begleitung, um die Methode weiter zu üben und zu festigen.

Gewaltfreie Kommunikation zur Mitarbeiterentwicklung

Besonders sinnvoll ist die gewaltfreie Kommunikation als Tool zur Mitarbeiterentwicklung, sind sich Barta und Lahousen einig: „In der GFK geschulte und trainierte Vorgesetzte können notwendigen Wandel besser kommunizieren und umsetzen. Damit wird es möglich, dass sie die Richtung in einem Unternehmen mitbeeinflussen und mittragen.“ Auch junge Talente könne man mit der Einführung der GFK gewinnen: „Um engagierte Nachwuchskräfte zu halten und zu fördern, kann man die gewaltfreie Kommunikation unter anderem als Förderprogramm einsetzen, etwa in Stresssituationen oder vor Veränderungen, die von allen mitgetragen werden müssen.“

Insgesamt profitiert das Unternehmen als Ganzes von der Einführung einer neuen Kommunikationsform, sagen die Expertinnen: In Teams dient die GFK unter anderem zur Konfliktprophylaxe und als Werkzeug zur Konfliktlösung, „zudem wird die Aufmerksamkeit auf Arbeit weniger durch Störungen und bestehende Konflikte abgelenkt.“ Die Firma wiederum könne damit die Mitarbeiterzufriedenheit steigern und gleichzeitig die Fluktuationsrate senken. Und auch für Kunden sehen sie Vorteile: „Bei Einwänden und Beschwerden werden die Kunden wirklich gehört und verstanden. Das wiederum stärkt die Bindung zum Unternehmen.“

INFO:
www.barta-team.at
http://sinnundzweck.at/

 

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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