betriebliches Gesundheitsglück
#Work & Life | Andrea Heider

Gesundheitsglück in vier Punkten

Erfolgsfaktoren für betriebliche Gesundheit

Gesundheitsglück in vier Punkten – Psychologisches Wohlbefinden, ausreichend Bewegung, ausgewogene Ernährung und genügend Schlaf – das ist Michael Leitner, Regional Manager Europe von Global Corporate Challenge, kurz GCC, zur Folge das Geheimrezept für gesunde Mitarbeiter und betriebliche Gesundheit. Die weltgrößte Gesundheitsinitiative wurde vor etwa 10 Jahren in Melbourne ins Leben gerufen. Bei dem internationalen Wettbewerb „get the world moving“ gehen jährlich bereits an die 50.000 Teams für einen Zeitraum von 100 Tagen an den Start, um sich im Büro zu bewegen.

Maßgeschneiderte Lösungen

„Der Trend setzt sich fort, dass die Belegschaft im schlechten Gesundheitszustand bei der Arbeit erscheint“, erklärt Leitner bei der Personal Austria. Stress, Bewegungsmangel, hoher Blutdruck und schlechte Ernährung seien dabei die „Volkskrankheiten“ der arbeitenden Gesellschaft. „Aus unternehmerischer Sicht bedeutet dies, dass die Mitarbeiter weniger produktiv sind, mehr Unfälle verursachen und weniger Leistung bringen“, so der Gesundheitsexperte. Gesundheitsmanagement und damit verbundene betriebliche Gesundheit haben sich im Laufe der Zeit verändert. Anfangs wurde das Budget verwendet, um Mitarbeitern zu helfen, die es wirklich nötig hatten. Danach wurde auf die Prävention geschaut, dabei wurden meist Einheitslösungen für alle Mitarbeiter angeboten, etwa in Form eines Gesundheitstages. Leitner meint jedoch, dass es in Zukunft eher in Richtung maßgeschneiderte Lösung für jeden einzelnen gehen würde. Nicht zu Letzt, damit jeder Mitarbeiter für sich selbst einen Mehrwert finden könne.

Untersuchungen zeigen in Unternehmen folgendes Bild der Belegschaft: 15-20% sind sogenannte Gesundheitsexperten – sie leben gesund, machen Sport und sind leicht zu motivieren. 60-70%, also die weitaus größte Gruppe, sind sogenannte Gesundheitssuchende – sie interessieren sich grundsätzlich für das Thema, brauchen aber Unterstützung und mehr Information. 15-20% sind schließlich Gesundheitsskeptiker – sie haben wenig Interesse und wollen in Ruhe gelassen werden. Speziell die Skeptiker müssen abgeholt werden. Um sie zu gewinnen, ist es wichtig individuell auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Aber grundsätzlich gilt: „Lösungen müssen für alle Zielgruppen erreichbar sein – egal ob Außendienst, Büro oder Schichtarbeiter“. Dem Regional Manager zur Folge braucht es allerdings folgende vier Erfolgsfaktoren für ein gelungenes betriebliches Gesundheitsprogramm:

Einfache Benutzung & dauerhafte Erreichbarkeit

Das Programm muss für alle Mitarbeiter einfach erreichbar sein. Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter erkennen, dass sie etwas von der Teilnahme an einem Gesundheitsprogramm im Unternehmen haben. Sind die Kriterien zu kompliziert, so machen viele nicht mit oder springen schon am Beginn wieder ab. „Die Belegschaft ist sehr unterschiedlich und hat demnach unterschiedliche Erwartungen. Daher muss auch unterschiedlich kommuniziert werden“ so der Fachmann. Die Mitarbeiter müssen dort abgeholt werden, wo sie sind. Leitner empfiehlt erst in zweiter Linie auf das Thema Gesundheit zu fokussieren. „In erster Linie sollte es immer um das gemeinsame Erlebnis gehen“. Außerdem empfiehlt Leitner das Programm Schritt für Schritt aufzubauen. Denn es geht nicht alles auf einmal.

Spaß & Interaktion

„Um Teilnehmer langfristig bei der Stange zu halten muss Spaß dabei sein“ so der Gesundheits-Routinier. Ein spielerischer Zugang zu Gesundheitsprogrammen sei daher besonders wichtig. „Wir starten unser Programm, indem wir Mitarbeiter erst einmal einladen, sich in Teams zusammenzufinden, um Tipps und Tricks auszutauschen“. Das schwierige sei dabei die nachhaltige Interaktion, denn „wer kennt das nicht: man meldet sich im Fitnessstudio an, geht zweimal motiviert hin und dann nie wieder“ – genau hier müsse angesetzt werden, beispielsweise mit Teams, in denen man sich gegenseitig motiviert. Denn es ginge darum vorhandene Gewohnheiten nachhaltig zu ändern und auch ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit zu schaffen. „Wenn Sie ein Programm einführen, begründen Sie es wissenschaftlich und bringen Sie den Spaß Faktor mit ein“, rät der Experte.

Eigenverantwortung

Die Gewohnheiten der Mitarbeiter ändern, das können nur die Mitarbeiter selbst. „Mitarbeiter zu einem Gesundheitsprogramm zwingen, das wird nicht nachhaltig sein“, stellt Leitner fest. Daher ist die Rolle der Eigenverantwortung besonders wichtig: „Wir müssen versuchen, dass wir diese wieder an die Mitarbeiter zurückgeben“. Demnach sei es wichtig ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit und den eigenen Körper zu schaffen. „Mit der Feststellung: mir geht es heute nicht gut, ich möchte etwas ändern fängt es an“, meint der Experte. Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und den Benefit für einen selbst zu erkennen führe, Leitner zur Folge, zu nachhaltigen Gesundheitsveränderungen bei der Belegschaft.

Erfolg & Anerkennung

Für erbrachte Leistungen möchten wir Anerkennung – in welcher Form auch immer. „Daher ist es wichtig, den Mitarbeitern ihre Erfolge zurückzuspiegeln“, erklärt der Fachmann. Einerseits ist der individuelle Erfolg für die Teilnehmer wichtig, andererseits ist der Mehrwert für das Unternehmen von Bedeutung. Leitner empfiehlt denjenigen, die für die Umsetzung des Programmes verantwortlich sind, Anfangsberichte und Abschlussberichte zu verfassen, in denen Veränderungen ganz klar hervorgehen. Dadurch sieht die Belegschaft was sie alles erreicht hat und die Geschäftsführung profitiert von gesunden, leistungsstarken, motivierten Mitarbeitern. Leitner weiß: „Unser Programm hat Auswirkungen auf Stress am Arbeitsplatz und Stress zuhause. 69% der Teilnehmer fühlen sich weniger gestresst, 57% sind im Unternehmen engagierter, 58% fühlen sich im Team wohler. Insgesamt fühlt sich ein Drittel der Teilnehmer besser“.
Bildnachweis: www.istockphoto.com



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.






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