Generationenmanagement
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Generationenmanagement

Alle Generationen unter einem Hut bei Daimler

Es ist ein Thema, über das man mitunter nicht so gerne spricht: Das Alter. Dennoch tun Unternehmen und Personalabteilungen gut daran, sich dem demografischen Wandel zu stellen. Immer weniger jüngere Arbeitnehmer stehen einer alternden Belegschaft gegenüber, die mit 60 noch lange nicht in Pension gehen will, aber dennoch spezielle Bedürfnisse hat. Wie man die unterschiedlichen Generationen innerhalb eines Unternehmens an Bord holt und was Generationenmanagement ausmacht, berichten Unternehmen aus der Betriebspraxis exklusiv für JOBnews.at.

Space Cowboys bei Daimler

Bei Daimler ist man davon überzeugt, dass unterschiedliche Generationen vielfältige Perspektiven, Kenntnisse und Erfahrungen in den Konzern einbringen, erzählt Valerie Dollinger vom Standort in Stuttgart. „Aktuell arbeiten fünf Generationen für die Daimler AG, von der ‚Nachkriegsgeneration‘ bis zur ‚Generation Internet‚.“ Um allen Bedürfnissen gerecht zu werden, hat das Global Diversity Office von Daimler gemeinsam mit dem Hamburg Institute of Change Management untersucht, welche spezifischen Anforderungen in Führungsverhalten und Arbeitsumgebung diese Generationen haben.

Das Resultat: Ehemalige Mitarbeiter bekommen bei Daimler keinen Golden Handshake. Im Rahmen der Initiative „Space Cowboys – Daimler Senior Experts“, die im Mai 2013 gestartet wurde, können ehemalige Mitarbeiter der Daimler AG für befristete Einsätze in das Unternehmen zurückkehren. Sie werden von den Fachbereichen beauftragt, unterstützen die aktuelle Belegschaft und geben ihr Wissen weiter. Dabei treffen Jung und Alt aufeinander, tauschen sich aus und lernen voneinander. Inzwischen haben sich rund 350 Senior Experts im Expertenpool registriert, erzählt Dollinger: „Über 70 Space Cowboys haben ihren Dienst bereits angetreten oder werden dies demnächst tun.

Das Unternehmen sieht in der Initiative eine klare Win-Win-Situation: Die Fachbereiche profitieren von den Ehemaligen, da sie im Bedarfsfall auf wertvolle Erfahrungsträger zurückgreifen können, etwa für Projekte, Produktanläufe, Schulungen oder Coachings zur persönlichen oder fachlichen Entwicklung anderer Mitarbeiter. Die Senior Experts wiederum haben die Möglichkeit, ihr langjähriges Daimler-spezifisches Wissen weiterhin aktiv einzubringen. Vergütet werden sie dafür auf Tagesbasis.

Wissen der Generationen vernetzen

Wilfried Porth, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Daimler AG, ist überzeugt: „Für unseren Erfolg ist beides entscheidend: Innovationskraft und ein umfangreicher Erfahrungsschatz. Mit der Initiative ‚Space Cowboys – Daimler Senior Experts‘ setzen wir gezielt auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Generationen mit ihren spezifischen Stärken. Die Vielfalt ihrer Sichtweisen und Expertisen leistet einen wertvollen Beitrag bei der Umsetzung unserer Wachstumsstrategie.“
Aber schon vor dem Ruhestand schaut der Autobauer auf seine Mitarbeiter: In dem Seminar „Erfahren in die Zukunft“ wird das Erfahrungswissen langjähriger Mitarbeiter mit den Kompetenzen der Nachwuchskräfte vernetzt. Im Mercedes-Benz Werk Bremen machen ältere Mitarbeiter gemeinsam mit jungen Kollegen eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker und lernen so voneinander. Auch die gesundheitliche Unterstützung ist bei Daimler ein Thema: Angeboten werden etwa „Sport&Spaß ab 55“, Präventionsgymnastik und Kurse, die Ausdauer, Entspannung oder Kräftigung bestimmter Muskelgruppen zum Ziel haben.

Mehr Freude an der Arbeit – dank gezieltem Generationenmanagement

Ziel des Generationenmanagements ist es, Perspektiven, Kenntnisse und Erfahrungen verschiedener Generationen erfolgreich zusammenzubringen und dadurch die Leistungsfähigkeit der Belegschaft und deren Freude an der Arbeit langfristig zu erhalten. Die Bemühungen tragen Früchte: Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter von Daimler beträgt etwa 20 Jahre, sagt Dollinger. Dabei spielt die Personalabteilung eine treibende Rolle hinter der strategischen Entwicklung von Generationendiversität: „Sie entwickelt zum Beispiel Programme wie die intergenerationelle Qualifizierung und gewinnt Fachbereiche, die diese umsetzen.“ Aber auch Führungskräfte sind gefragt: Sie sollen die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Generationen zu erkennen und diese in ihrem Führungsverhalten reflektieren.

INFO:
www.daimler.com/de

 

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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