Generation Y
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Generation Y

Gibt es die Generation Y gar nicht?

Millenials, Digital Natives, Social Networker: Die Generation der heute 25- bis 35-Jährigen hat viele Namen. Vor allem im Berufsleben ist immer wieder von den veränderten Anforderungen der so genannten „Generation Y“ an Arbeitgeber die Rede. Vernetzte Mitarbeiter, denen Freizeit und Selbstverwirklichung wichtiger als Karriere seien und die sich bezüglich Hierarchien, Habitus und Lebensgestaltung deutlich von der Generation X und den Babyboomern unterscheiden lassen.

Bislang wurde noch jeder Generation ein spezieller Stempel aufgdrückt. Ob die „Null-Bock“-Generation X oder die karrieregeilen Babyboomer, jede Alterskohorte hat angeblich ihre Eigenheiten. Arbeitgeber, die sich die Talente der Zukunft sichern wollen, sollten sich also darauf einstellen, hört man allerortens. Die Generation Y hätte hohe Anforderungen an ihren Arbeitsplatz, verlange viel Eigenständigkeit und Freiraum zur Entfaltung, sei immer mobil und hinterfrage alte Hüte und konservative Werte.

Generation Y als Sündenbock

Alles neu und anders also bei der Generation Y? Keineswegs, beruhigt der französische Sozialwissenschafter Jean Pralong, Professor an der Französisch Rouen Business School. Er führte eine generationenübergreifende Studie mit über 400 Teilnehmern mit ähnlichem Bildungshintergrund durch. Demnach zeigte sich, dass die Einstellung gegenüber der Arbeit und Karriere zwischen Generation X (Jahrgang 1959-1981) und der so genannten Generation Y in etwa die gleichen sind.

„Das Konzept der Generation Y wurde von Managern zwischen 35 und 45 Jahren erfunden, die die junge Generation als Sündenbock vor ihrer Angst vor technologischer Erneuerung brauchten“, schreibt Pralong zu den Ergebnissen der Studie. „Mitglieder der Generation X stehen durch die technischen Veränderungen unter großem Druck in der Arbeitswelt. Sie sind besorgt und gleichzeitig unmotiviert, sich techologisch weiterzuentwickeln. Da sie dies aufgrund ihres hohen Status nicht zugeben können, suchen sie sich mit der Generation Y einen Sündenbock.“

Kontext schlägt Generationenzugehörigkeit

Drei Gruppen wurden untersucht: Studenten und Berufseinsteiger der Generation Y sowie Angestellte der Generation X. Die ähnlichsten Einstellungen fand Pralong bei Berufseinsteigern der Generation Y und Angestellten der Generation X. Sein Resultat: Der Kontext, in dem sich Generationen begegnen, sorgt für mehr Ähnlichkeiten als die Zugehörigkeit zu einer spezifischen Generation.

„Aus ökonomischer Sicht besteht eine Generation aus Menschen, die am Arbeitsplatz auf die selben Bedingungen treffen. Die Studie hat klar gezeigt, dass es keinen Unterschied zwischen 25- und 45-Jährigen gibt, was die Arbeit betrifft. Auf einer wissenschaftlichen Ebene ist die Existenz der Generation Y damit wiederlegt“, so Pralong. Viel wichtier als die Zugehörigkeit zu einer Generation sei das soziale Umfeld, so Experten. Ob jemand in ländlicher Umgebung aufwächst oder etwa ein Stadtkind mit Migrationshintergrund ist, zeichnet Einstellungen und Berufsweg eher als das gleiche Alter.

„Die Generation Y gibt es wirklich“, ist hingegen der australische Unternehmensberater Bernard Salt überzeugt. „Oft handelt es sich dabei um Einzelkinder, die in einem Haushalt mit zwei berufstätigen Eltern aufgewachsen sind. Das allein unterscheidet sie schon von den Babyboomern, die als eines von fünf Kindern in einer Umgebung aufgezogen wurde, wo der Vater noch Alleinverdiener war.“ Für übertrieben halten Experten jedoch die Überzeugung, dass Mitglieder der Generation Y spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz stellen würden. Auch wenn die Generation Y angeblich großen Wert auf Spaß am Arbeitsplatz legt – welcher Angestellte ist davon nicht angetan?

Die nächste Generation ist schon am Start

Wer auch immer am Ende recht behält: Der Streit um die Generationen hat mittlerweile schon eine weitere Dimension bekommen. Mit der „iGeneration“ treten Mitglieder der Generation Y und Z (bis 18 Jahre) auf den Plan, die technologische Entwicklungen nicht nur mitmachen, sondern gezielt mitgestalten und ihre Implementierung in den Lebensalltag vorantreiben.  „Der iGeneration geht es vor allem anderen um Kommunikation und ihre spezifischen Ausformungen. Die gesprochene Sprache scheint nicht länger wichtig in einer Welt, in der E-Mails mit einem Klick versendet werden und Statusupdates Stimmung, Gefühle und Gedanken mitteilen können“ schreibt etwa der IT-Journalist Zack Whittaker aus New York.

Persönliche Weiterentwicklung ist den Mitgliedern der iGeneration ebenso wichtig wie das neueste Software-Update auf ihrem Smartphone, führt der Mitt-Zwanziger weiter aus.  „Die Technologie ermöglicht es der iGeneration, selbst zu publizieren und sich in einer Art und Weise zu präsentieren, die für potentielle Arbeitgeber, aber auch für Freunde und Kollegen, durchaus attraktiv ist.“

Der Kampf der Generationen ist also noch nicht vorüber. Wer aber auch immer das Rennen macht – Generation Y, die iGeneration oder gar eine Alterskohorte, an die im Moment noch gar niemand denkt – eines bleibt sicher: Das Arbeitsleben wird von denjenigen geformt, die im Moment daran teilnehmen. Und egal, zu welcher Generation diese sich zählen: Bedürfnisse, Ideen und Wünsche haben sie alle. Auf den Einzelnen einzugehen und sich mit dem Mensch hinter der Generation auseinanderzusetzen, wird für Unternehmen die Herausforderung der Zukunft sein.

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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