#Compensation & Benefits | Barbara Oberrauter

Gehaltsverhandlungen für Vorgesetzte

So führen Vorgesetzte erfolgreiche Gehaltsverhandlungen

Schweißnasse Hände, schlaflose Nächte und nervöses Stottern auf der einen Seite, gelassene Routine auf der anderen Seite: Gehaltsverhandlungen werden von Vorgsetzten und Mitarbeitern oft grundlegend verschieden wahrgenommen. Während einer aktuellen StepStone-Studie zufolge die Forderung nach mehr Gehalt für Angestellte immer noch eine oft angstbesetzte Situation ist, der sie sich ungern aussetzen, zählen Verhandlungen ums Gehalt für Vorgesetzte und Personalchefs zu den Routineaufgaben im Job.

Gute Chefs schaffen es, aus einer Gehaltsverhandlung ein Motivationsgespräch zu machen – unabhängig davon, ob sie die Forderung des Mitarbeiters erfüllen können oder nicht. Wer seinen Mitarbeitern in der Verhandlungssituation die Nervosität nimmt und sich ruhig und entspannt auf sein Gegenüber und dessen Argumente einlässt, profitiert nicht nur von zufriedenen Mitarbeitern, sondern investiert auch nachhaltig in die Mitarbeiterbindung und positioniert sich als Führungskraft, der die Menschen vertrauen. JOBnews zeigt, welche Schritte Sie vor dem Gespräch beachten sollten.

Zeit für Gehaltsverhandlungen nehmen

Das wichtigste in der Vorbereitung auf das Gehaltsgespräch ist ein Termin, an dem beide Parteien ohne Zeitdruck miteinander sprechen können, ohne gestört zu werden. Kurz vor dem Urlaub eignet sich dabei ebenso wenig wie in der Hochphase eines dringenden Projekts. Experten raten, mindestens 60 Minuten einzuplanen und weder vorher noch nachher dringende Termine zu legen. Als Sitzposition hat sich bewährt, sich etwa mit einer Tasse Kaffee übers Eck an einen Konferenztisch setzen. Es liegt am Vorgesetzten, eine angenehme Gesprächsatmosphäre herzustellen – etwa durch einige auflockernde Fragen zum Privatleben oder anderweitigem Smalltalk, wenn der Mitarbeiter nervös ist.

Vorbereitung ist alles

Knapp zwei Drittel aller Mitarbeiter bereitet sich akribisch auf das Gehaltsgespräch vor, zeigt die aktuelle StepStone-Studie. Umgekehrt gilt also auch für Vorgesetzte: Vorbereitung ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Gespräch. „Setzen Sie sich mit den Leistungen und der Entwicklung Ihres Mitarbeiters auseinander. Sie verspielen Loyalität und Vertrauen, wenn Ihr Mitarbeiter den Eindruck hat, dass Sie nicht gut über seine Arbeitsleistung Bescheid wissen“, schreibt Führungskräftecoach Sabine Hockling in der Zeit.

Wer sich schon im Vorfeld mit den Leistungen seiner Mitarbeiter auseinandersetzt, hat im Gespräch anschließend eine gute Grundlage für die Gehaltsverhandlung – und zeigt dem Mitarbeiter gleichzeitig, dass seine Leistungen gesehen und wertgeschätzt werden.

Leistungen analysieren

Bevor überhaupt konkret über Geld gesprochen wird, sollte eine ausführliche Leistungsanalyse erfolgen. Wo liegen die Aufgaben des Mitarbeiters? Welche Sonderprojekte hat er übernommen? Was läuft gut und wo besteht Verbesserungspotenzial? Inwieweit wurden vereinbarte Ziele erreicht? Gute Chefs geben ihrem Mitarbeiter die Möglichkeit zu argumentieren, warum er eine Gehaltserhöhung für angemessen hält – und in welcher Höhe.

„Berücksichtigen Sie auch die sozialen Fähigkeiten Ihres Mitarbeiters“, so Hockling. „Neigt er zur Selbstüberschätzung oder stuft seine Leistung zu niedrig ein, muss der Vorgesetzte korrigieren. Denn diese Bewertungen bilden die Grundlage für die konkrete Gehaltsverhandlung.“

Gehaltsrahmen abstecken

Um die eigene Budgetplanung stabil zu halten, sollten sich Vorgesetzte und Personalverantwortliche bereits vorab einen Überblick über den aktuellen finanzellen Spielraum verschafft haben – und eine klare Gehaltsobergrenze bestimmen, um das Gehaltsgefüge im Unternehmen nicht zu sprengen. Das stützt nicht nur das eigene Budet, sondern sorgt auch für Gerechtigkeit innerhalb der Belegschaft. Um den Daumen raten Experten zu 7-8 Prozent mehr Gehalt, um eine spürbare Wirkung am Gehaltszettel zu erzielen. Erst ab dieser Größe fühlen sich Mitarbeiter ausreichend gewürdigt und bleiben leistungsbereit.

Lesen Sie im nächsten Teil, was Sie tun können, wenn kein Geld für eine Gehaltserhöhung da ist – und warum es manchen Mitarbeitern überhaupt nicht ums Geld geht – zum Artikel.

Mehr rund ums Gehalt: StepStone Gehaltsstudie
Bildnachweis: istopckphoto.com / MilosJokic



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Barbara Oberrauter
Barbara Oberrauter

Barbara Oberrauter ist langjährige Journalistin in Wien mit Schwerpunkt auf Karriere- und HR-Themen. Ihr Fokus liegt vor allem auf den vielfältigen Möglichkeiten, die moderne, digitale Arbeitswelten mit sich bringen - und wie sich Unternehmen und Mitarbeiter ideal darauf einstellen können.






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