Gehaltsverhandlung - Studie von StepStone
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Studie: Gehaltsverhandlung

Frauen bei Gehaltsverhandlung zögerlich

Es ist fester Bestandteil jedes Arbeitsverhältnisses – und ist doch selten das Gesprächsthema Nummer eins: das Gehalt. Vor allem, wenn es um eine Erhöhung geht, liegen nur wenige konkrete Informationen vor: Wie oft wird über mehr Gehalt gesprochen – und zu welchen Anlässen? Mit welchen Forderungen gehen österreichische Angestellte in die Gehaltsverhandlungen? Und welche Resultate bringen die Verhandlungen?

Eine aktuelle StepStone Studie, durchgeführt von marketagent.com, gibt Antworten auf diese Fragen. Befragt wurden dafür 1.011 Österreicher, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 20 und 55 Jahren mit höherer Bildung in einem Angestelltenverhältnis.

Frauen schrecken vor Gehaltsverhandlungen zurück

Die Ergebnisse zeigen: Auch wenn das Thema Gehalt Frauen und Männer in ihrer täglichen Berufsausübung stets begleitet, ist ein Gespräch darüber mit dem Vorgesetzten keines, das leichtfällt. Vor allem Frauen agieren bei Verhandlungen nach einer Gehaltserhöhung immer noch sehr zögerlich: 44 % der Frauen haben noch nie nach einer Gehaltserhöhung gefragt – im Vergleich zu 26 % der Männer. Mehr als doppelt so viele Männer (3,2 %) als Frauen (1,1 %) fragen sogar mehrmals pro Jahr nach einer Gehaltserhöhung und bevorzugen hier auch die aktive Ansprache des Themas – 63,7 % der Männer fragen selbst aktiv nach, bei den weiblichen Angestellten sind es nur 53 %. Ein Grund für das Zögern der Frauen liegt vielleicht daran, dass diese eher in Teilzeitjobs tätig sind (25 % der Frauen arbeiten Teilzeit, aber nur 5,2 % der Männer). Denn: Von allen Teilzeit-Angestellten fragen mehr als die Hälfte, ganze 53 %, überhaupt nie nach einer Gehaltserhöhung. Zum Vergleich: Nur 38,3 % aller Vollzeit-Mitarbeiter wagen keine Frage nach einem höheren Gehalt. Dabei hätten Frauen durchaus gute Chancen auf eine Gehaltserhöhung: 17,2 % der Frauen bieten die Vorgesetzten von sich aus das Gespräch über eine Gehaltserhöhung an. Und: Wenn sie sich doch in Gehaltsverhandlungen wagen, sind Frauen dabei erfolgreicher als Männer. Während 73,8 % der Frauen mehr Geld bekommen, sind es bei den Männern nur 64,3 %.

Frauen wollen sich Gehaltserhöhung durch Leistung erarbeiten

Nach mehr Gehalt gefragt wird in Österreich am ehesten bei Beförderungen (51,2 %), Mitarbeitergesprächen (41,6 %) und mit zunehmender Berufserfahrung bzw. Zugehörigkeit im Unternehmen (36,7 %). Frauen fragen am ehesten nach mehr Geld, wenn ihre Arbeitsauslastung zunimmt (30,3 %), sie außerordentliche Leistungen erbracht haben (36,2 %) oder sie Weiterbildungen absolviert haben (30,3 %). Männer fragen hingegen eher nach mehr Gehalt, wenn sie mehr Verantwortung übernommen haben (51,8 %), sie das Gefühl haben, zu wenig zu verdienen (30,5 %), es dem Unternehmen gut geht (17,7 %) oder es die private Situation erfordert (11,1 %). Aber: Immer noch sehen 14,2 % der befragten Frauen keinen Anlass für eine Gehaltserhöhung – und fragen dementsprechend auch nicht danach. Zum Vergleich: Nur 9,8 % der befragten Männer sind der Meinung, dass ihnen gar keine Gehaltserhöhung zusteht.

Unsicherheit bei der Gehaltsverhandlungen

Ihrem eigenen Verhandlungsgeschick vertrauen die Österreicher nicht besonders, zeigt die Studie: Ganze 57 % der Österreicher finden es schwierig, Gehaltsverhandlungen zu führen. Entsprechend bereiten sich 67,3 % intensiv auf solche Gespräche vor. Diesbezügliche Informationen werden allerdings nur selten im eigenen Haus eingeholt: Nur 27,6 % tauschen sich vor Gehaltsgesprächen mit Kollegen im eigenen Unternehmen aus. Lieber warten sie den richtigen Zeitpunkt ab (75,6 %) und gehen mit einem klaren Gehaltsziel in die Verhandlung (64,2 %).

Im Geschlechtervergleich schneiden Frauen auch hier schwächer ab: Während nur 50 % der Männer es schwierig finden, ein Gehaltsgespräch zu führen, sind es bei den Frauen 64 %. Zudem wählen Männer häufiger den informellen Weg zur Gehaltsverhandlung (46,7 % vs. 39,1 % der Frauen) und gehen öfter mit einem klaren Gehaltsziel in die Verhandlung (65,7 % vs. 62,9 % der Frauen).

Die meisten Gehaltswünsche sind bescheiden

Mit überzogenen Erwartungen gehen Herr und Frau Österreicher jedenfalls nicht in die Gehaltsverhandlungen: Im Schnitt erwarten sich die Befragten 5-10 % Gehaltserhöhung (63,8 %). Nur 20,8 % der Befragten wollen mehr als 10 % des Bruttogehaltes herausverhandeln. Frauen zeichnen sich dabei erneut durch besondere Bescheidenheit aus: Nur 18,6 % erwarten eine Gehaltssteigerung von mehr als 10 % – bei den Männern fordern das 23,2 %.

Wird die Frage nach einer Gehaltserhöhung positiv beantwortet, bekommt knapp ein Drittel (28,7 %) der Österreicher weniger als 5 % des Bruttogehaltes, die Hälfte der Befragten steigt mit 5?10 % aus, und 21,7 % können sich über mehr als 10 % Gehaltserhöhung freuen. Dabei ist die absolute Gehaltserhöhung bei Männern höher: 24,2 % bekommen mehr als 10 % mehr Gehalt, während der Wert bei Frauen nur bei 19,3 % liegt.

Innere und äußere Kündigung nach gescheiterter Gehaltsverhandlung

Scheitert die Frage nach einer Gehaltserhöhung, geben 46,9 % der Befragten an, weiterzuarbeiten, um mit besserer Leistung zu punkten oder Alternativen wie etwa Zusatzleistungen oder Prämien auszuverhandeln (30,2 %). Knapp ein Viertel (23 %) der Männer wählt den Absprung und sucht sich als Konsequenz einen neuen Job (vs. 17,2 % der Frauen). Frauen wählen hingegen öfter die „innere Kündigung“: Sie arbeiten nach einer Absage mit weniger Motivation und Enthusiasmus weiter als ihre männlichen Kollegen (26 % vs. Männer 23,9 %).

Für Arbeitgeber interessant: 34 % der Befragten haben schon mindestens einmal den Arbeitgeber gewechselt, um eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Allerdings können sich 36,9 % der befragten Frauen nicht vorstellen, einen neuen Job zu suchen, „nur“ weil es nicht mehr Gehalt gab.

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Bildnachweis: www.istockphoto.com / YurolaitsAlbert



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