Gehaltsprognose 2016: Ein leichter Aufwärtstrend ist erkennbar. In Österreich wird es ein leichtes Plus geben.
#Arbeitsmarkt & Studien | Andrea Heider

Gehaltsprognose 2016

Österreich im Plus

Viel arbeiten, wenig verdienen? Das ist leider in so manchen Branchen Realität. Laut der Kienbaum Gehaltsentwicklungsprognose wird es in Österreich jedoch im kommenden Jahr ein leichtes Plus geben. Das bedeutet: ein klein wenig mehr Geld auf den Konten der Arbeitnehmer. Im Schnitt werden die Gehälter in Österreich 2016 um 2,7 Prozent zulegen. Und zwar relativ homogen zwischen 2,5 Prozent im unteren Management und 2,7 Prozent bei Vorständen und Geschäftsführern. Ein leichtes Gehaltsplus von 2,7 % gibt es auch bei den Fachkräften und Spezialisten.

Nach Abzug der Preissteigerungsrate von 2,2 Prozent bleibt allerdings nur noch eine inflationsbereinigende Gehaltssteigerung von 0,5 Prozent. Österreich liegt damit unter den westeuropäischen Ländern auf Platz vier, nach Norwegen, den Niederlanden und Deutschland. Als Gründe für die leicht positive Entwicklung der Gehälter werden von den Studienteilnehmern die gute geschäftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens, der positive wirtschaftliche Ausblick als auch branchenspezifische Entwicklungen genannt. In die Studie sind die Informationen von über 1.000 Unternehmen unterschiedlicher Branchen in west-, zentral- und osteuropäischen Ländern eingeflossen.

leichter Aufwärtstrend erkennbar

Die Gehaltsprognosen in West- und Südeuropa fallen mit einer Steigerung von durchschnittlich 2,6 Prozent positiv aus. Ein leichtes Nord-Süd-Gefälle ist erkennbar. Während die Löhne in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien nur um 1,4 bis 2,4 Prozent zulegen, wird für Norwegen ein Zuwachs von 3,2 Prozent vorhergesagt. Die Europäische Zentralbank (EZB) geht für 2016 von einer Arbeitslosenquote von 9,3 Prozent aus, dies ist weniger als im letzten Jahr. Weiters förderlich für die allgemeine Wirtschaftslage sind der Rückgang des Ölpreises, der niedrige Eurowechselkurs sowie Stabilisierungsmaßnahmen der EZB. Dennoch ist der wirtschaftliche Aufschwung in Europa zu langsam. Dies macht die europäische Wirtschaft angreifbar.

Auch in Mittel- und Osteuropa ist bloß ein leichter wirtschaftlicher Aufwärtstrend erkennbar. Hohe Staatsverschuldungen, schleppende Arbeitsmarktreformen und starke wirtschaftliche Beziehungen zu schwachen EU Ländern tragen zu relativ geringen Zuwächsen bei den Gehältern bei. Die Arbeitslosigkeit ist allerdings auch in diesen Regionen leicht rückläufig. Obwohl Russland, aufgrund des Ukraine-Konfliktes, in eine Rezession abgerutscht ist, wird ein Gehaltszuwachs von 5,7 Prozent prognostiziert. Auch für die Türkei wird ein recht passabler Zuwachs von 6,3 Prozent erwartet. Diese beiden Länder können somit auf die höchsten Gehaltszuwächse der Region hoffen. „In den übrigen Ländern dieser Region steigen die Gehälter 2016 unter Einbezug der Teuerungsrate voraussichtlich um etwa 1,0 bis 1,5 Prozent, was in etwa dem Niveau in West- und Südeuropa entspricht“, erklärt Alfred Berger, Leiter Compensation und Kienbaum Vergütungsexperte.

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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.