#Employer Branding & Personalmarketing | Andrea Heider

Gehaltsgefälle zwischen West- und Osteuropa

Geschäftsführer in Österreich verdienen besser, als ihre Kollegen aus dem Osten

Gehaltsgefälle – Geschäftsführer in Österreich verdienen nicht schlecht. Jedenfalls verdienen sie deutlich besser als ihre Kollegen aus den östlichen Nachbarländern. Dies besagen die Ergebnisse des Vergütungsvergleichs Österreich, Tschechien, Ungarn, Slowakei der Personal- und Managementberatung Kienbaum in Wien. Analysiert wurden knapp 500 Unternehmen.

Was bedeutet das in Zahlen? Geschäftsführer in Österreich verdienen um einiges mehr als ihre Kollegen in den östlichen Nachbarländern. Ein Geschäftsführer hierzulande verdient jährlich rund 295.000 Euro, in Tschechien nur noch etwa 123.500 Euro, in der Slowakei circa 83.600 und in Ungarn mit durchschnittlich 82.600 eindeutig am Wenigsten. Dies besagen die Ergebnisse des Vergütungsvergleichs Österreich, Tschechien, Ungarn, Slowakei der Personal- und Managementberatung Kienbaum in Wien. Analysiert wurden knapp 500 Unternehmen.

In Österreich: durchschnittliche Steigerung der Gehälter um 2,8 Prozent

Kienbaum erwartet eine durchschnittliche Steigerung der Gehälter in Österreich um 2,8 Prozent: „Auch in diesem Jahr erwarten wir einen durchschnittlichen Zuwachs von 5 Prozent in der Slowakei. Die Nachbarländer wie Ungarn, Tschechien und die Slowakei holen in Bezug auf die Gehälter auf und entwickeln sich stetig weiter, während die österreichische Wirtschaft ein stabiles Wachstum verzeichnet“ prognostiziert Alfred Berger, Vergütungsexperte bei Kienbaum Wien.

Darüber hinaus ist ein eindeutiges Gehaltsgefälle zwischen Stadt und Land erkennbar. Sowohl in West- als auch Osteuropa bieten Ballungszentren bessere Verdienstmöglichkeiten. Dazu Berger: „Außerdem sind regionale Unterschiede bei Gehaltszuwächsen erkennbar: Nicht nur in Österreich, sondern auch in den Nachbarländern bieten Ballungszentren bessere Verdienstmöglichkeiten.“ High Potentials zieht es also in die Städte, da es bessere Jobaussichten gibt und auch die Bezahlung besser ist.

Angestellte verdienen in Österreich 4,2-mal so viel wie in Ungarn

Das Gehaltsgefälle zwischen Angestellten in West- und Osteuropa ist noch deutlicher, als jenes zwischen Geschäftsführern. So verdienen Angestellte in Österreich deutlich mehr als in Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Mit 42.000 Euro Durchschnittsgehalts verdient ein Angestellter in Österreich 4,2-mal so viel wie in Ungarn, wo das Durchschnittsgehalt bei rund 10.100 Euro liegt. Das ist ein deutlicher Unterschied. Selbst im Vergleich mit Tschechien mit 16.300 Euro und der Slowakei mit 13.300 Euro verdienen österreichische Angestellte 2,6-mal bzw. 3,2-mal so viel.

Zusätzlich zu Spitzengehältern in der Führungsebene, beziehen Geschäftsführer in Österreich auch die höchsten Boni: Im Schnitt 80.000 Euro im Jahr. In Tschechen sind es hingegen nur rund 22.700 Euro, in der Slowakei etwa 21.200 Euro, in Ungarn 19.300 Euro. Führungskräfte können in Tschechien, Ungarn und der Slowakei mit einer jährlichen variablen Vergütung zwischen 5.000 und 6.000 Euro rechnen. In Bezug auf Benefits liefert der Vergütungsvergleich folgendes Bild: 98 % der österreichischen, 94% der ungarischen, 92% der tschechischen und 77% der ungarischen Firmenchefs fahren mit dem Dienstauto. Zusatzleistungen erhalten hingegen nur 83% der Führungskräfte und 51% der Abteilungsleiter Österreichs. Auch hier erhalten unsere östlichen Nachbarn deutlich weniger Vergütung: Zusatzleistungen erhalten 54% der slowakischen, 47% der tschechischen und gar nur 38% der ungarischen Führungskräfte.

Quelle:
Kienbaum-Gehaltsvergleich 2017:
Österreich, Ungarn, Tschechien, Slowakei



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Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.