Mit Gamified Recruiting junge Talente ansprechen
#Trends im Recruiting | Sandra Pillwatsch

Gamified Recruiting als neuer Trend

Neue Wege der Personalgewinnung

Geeignete Nachwuchstalente zu finden ist in diversen Branchen alles andere als einfach. Der vielzitierte „War for Talents“ ist für RecruiterInnen bereits ein Reizwort und dennoch wissen manche Talente immer noch nicht, dass genau sie gesucht werden. Allzu austauschbare Stellenausschreibungen, die spannende Herausforderungen, Gestaltungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie ein kollegiales Klima anpreisen?.Wann überlegen sich Personalisten/innen endlich etwas Neues? Gamified Recruiting könnte ein neuer Ansatz sein.

Junge Generationen suchen neue Wege im Talent Management

Besonders jüngere Talente fühlen sich immer weniger von klassischen Ausschreibungen angesprochen und wollen anders adressiert werden. In der aktuellen Trendstudie des Zukunftsinstituts „Playful Business“ spricht Janine Seitz in ihrem Beitrag davon, dass das Recruiting der Zukunft durchaus verspielter sein darf und dies bereits bei einer lockeren, direkten und gerne auch etwas frechen Sprache beginnen kann.

Was ist Gamified Recruiting?

Gamified Recruiting beschreibt den Einsatz von unterhaltenden Elementen bei der Bewerberselektion. So soll dem Bewerber bzw. der Bewerberin im Spiel vermittelt werden, worauf es im späteren Job ankommt und welche Werte das Unternehmen lebt.

Google stellte bereits 2004 auf einem Banner mathematische Aufgaben dar, die für Laien vollkommen unverständlich waren. Mathe-Brains und solche, die Spaß an der Lösung der Aufgabe hatten, wurden auf die Website weitergeleitet und zur Bewerbung zugelassen.

Win-Win Situation für beide Seiten

Laut Seitz bekommen Unternehmen einen guten Eindruck zu kognitiven und sozialen Kompetenzen der BewerberInnen, erfahren wie sich jemand in bestimmten Situationen verhält und Herausforderungen meistert. Gamified Recruiting unterstützt außerdem dabei, die Attraktivität als Arbeitgeber zu boosten und sich als kreativ und innovativ zu präsentieren.

Junge Talente wiederum bekommen gleich zu Beginn einen guten Eindruck, wie das Unternehmen tickt und können leichter beurteilen, ob es einen Match mit der eigenen Philosophie und den Werten gibt. Im Selbsttest können sich außerdem gleich abschätzen, welche Fähigkeiten im potentiellen Job verlangt werden.

Beispiele für Gamified Recruiting

Uber entwickelte beispielsweise ein Simulations-Game, bei dem die Nutzer einen typischen Arbeitstag eines Uber-Fahrers spielerisch erleben können. In dem Spiel „Uber Drive“ bringen die SpielerInnen Fahrgäste von A nach B und können gleichzeitig ihre Navigations-Skills abtesten.

Die Marketing- und PR-Agentur Ketchum ließ AnwärterInnen für ein Sommerpraktikum ein interaktives Game spielen, das kreative, digitale und schriftliche Kommunikationsfähigkeiten misst. Swarovski, Axa oder die Citigroup sind weitere Big Player, die erfolgreich auf Gamified Recruiting setzen.

Active Sourcing 4.0.

Janine Seitz postuliert, dass den klassischen Bewerbungsunterlagen zukünftig immer weniger Bedeutung geschenkt wird. Sie bieten zwar einen informativen Überblick über vergangene Leistungen, können jedoch nichts über die Zukunft aussagen. Motivationsschreiben und CV werden damit vorerst zwar nicht obsolet, jedoch könnten sie zukünftig nur mehr einen Baustein in der Talentsuche ausmachen und um verspieltere Elemente angereichert werden.

Bildnachweis:anyaberkut / istockphoto.com

 



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Sandra Pillwatsch
Sandra Pillwatsch

Sandra Pillwatsch hat zwei Steckenpferde: Schreiben und Human Resources. Die weitgereiste HR-Expertin kombiniert beides in ihren Artikeln rund um das schöne neue Arbeitsleben. Mit einem Augenzwinkern durch die erfahrene Personalistinnen-Brille greift sie jene Themen auf, die das Job-Leben von heute und morgen betreffen.






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