Führen wie ein Samurai
#Leadership | Andrea Heider

Führen wie ein Samurai

Meditation für Führungskräfte

„Wirf‘ Deine Gedanken wie Herbstblätter in einen blauen Fluss, schau‘ zu, wie sie hineinfallen und davontreiben – und dann: Vergiss‘ sie!“ Weisheit aus dem Zen-Buddhismus.

Führen wie ein Samurai – Die Samurai, das waren präzise ausgebildete japanische Krieger, die seit frühen Kindheitsjahren in Klöstern auf Körperbeherrschung und Schmerzreduzierung trainiert wurden. Sie beherrschten die Kunst mit Waffen umzugehen und verfügten über einen klaren Geist, spirituelle Weisheit und treffsichere Intuition. Ihre mentale Stärke haben sie durch jahrelange Meditationspraktiken erworben. Die meisten von ihnen waren Anhänger des Zen-Buddhismus. Zen bedeutet Meditation. Die Samurai haben in der Zen-Meditation Klarheit und Stärke gewonnen. Zur Ruhe kommen und klare Entscheidungen treffen – dies ist auch der Wunsch vieler gestresster Manager.

Führungskräfte sind immer häufiger physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Für manche ist es schwierig dem Druck standzuhalten und einen glasklaren Kopf zu bewahren. Manager brauchen jedoch verlässliche Intuition, Gelassenheit, innere Klarheit und mentale Kraft – genau diese Eigenschaften werden, laut Meditationstrainern, in der Meditation für Führungskräfte geübt und aktiviert. Meditation wird als Weg zum inneren Selbst vorzudringen beschrieben, um daraus vorhandene Ressourcen zu schöpfen.

Besser führen Dank Meditation

„Die neuen Führungsqualitäten kommen von innen“, ist sich Dr. Friedhelm Boschert, Gründer des Instituts für Leadership und Meditation in Wien sicher. Boschert hat nicht nur 20 Jahre Führungserfahrung in internationalen Großunternehmen, sondern ist auch Meditationstrainer.

„Führungskräfte, die regelmäßig Zen praktizieren, finden einen besseren Ausgleich zwischen Berufsleben und Privatleben, haben mehr Freude an der Arbeit und können Herausforderungen leichter bewältigen“, erklärt auch Hinnerk Polenski, der nach über 10 Jahren in der selbstständigen Unternehmensberatung, den Weg des Zen-Meisters beschritt und sich seitdem dem Zen-Training und Coaching für Führungskräfte widmet.

Meditation verändert Gehirn

Meditation wirkt nicht nur auf den Stoffwechsel. Sara Lazar von der Harvard Medical School zur Folge verändert jahrelange Meditation auch das Gehirn. Wie Gehirnscans zeigen, weisen die Gehirne von Menschen, die regelmäßig meditieren im frontalen Cortex mehr graue Substanz auf, als Gehirne von Jenen ohne Meditationspraxis. Der frontale Cortex ist für das Treffen von Entscheidungen oder auch die Regulierung unangenehmer Emotionen zuständig.

Des Weiteren schickte Lazar Menschen ohne Meditationserfahrung in ein achtwöchiges Achtsamkeitstraining. Dies führte bei den Teilnehmern zu einer deutlichen Schrumpfung der Amygdala, die im Gehirn unter anderem für die Entstehung von Angst und Stress zuständig ist. Außerdem kam es zu einer Stärkung des Hippocampus, der für Lernen, Gedächtnis und Gefühlsregulierung verantwortlich ist. Zusätzlich fördert Meditation die Gammawellen im 40 Hz Bereich. Diese werden mit Spitzenleistungen und starker Fokussierung in Verbindung gebracht. Eigenschaften, die im Leadership benötigt werden.

Manager im Kloster

Neben etwa 18 Daishin-Zen-Meditationsgruppen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, gibt es auch an die 15 Zendos, sogenannte Orte der Meditation in deutschsprachigen Unternehmen. Diese wurden in erster Linie vom Zen-Meister Polenski ins Leben gerufen. Er hat eigenen Angaben zur Folge bereits mehrere Tausende deutschsprachige Manager und Führungskräfte über die Zen-Leadership-School mit Zen vertraut gemacht.

Auch das Institut für Leadership und Meditation in Wien bietet regelmäßig Meditationsseminare und auch mehrtägige Retreats speziell für Führungskräfte an. Außerdem gibt es die Möglichkeit in unterschiedlichen Klöstern bei Meditationsveranstaltungen zur Ruhe zu kommen. In diesem Sinne: carpe diem et meditatione: Nützt den Tag und entspannt!

www.istockphoto.com



Verwandte Artikel






Andrea Heider
Andrea Heider

Beschäftigt sich mit der Frage, wie die Arbeitswelt ein menschgerechter Ort werden kann und, wie jeder Mitarbeiter seine Fähigkeiten bestmöglich einbringen und weiterentwickeln kann; bloggt über Karriere- und HR-Trends. Besonderes Interesse für Themen rund um Achtsamkeit, Glücksforschung und Motivation.