Führen der Generation Y
#Leadership | Lisa Kratzer

Führen der Generation Y

Die Ypsiloner brauchen eine besondere Art von Führung. Alle anderen Mitarbeiter auch.

Die vielzitierte Generation Y ist anders als ihre Vorgänger: selbstbewusster, fordernder und schneller. Die heutigen End-ZwanzigerInnen sind sich ihrer Stärken bewusst. Das ist das Vorrecht der Jungen. Und auch eine Chance für alle. Hatte nicht jede Generation mehr oder weniger revolutionäre Forderungen? Ich finde es gut, dass die Y’s die Säulen unserer (Arbeits-) Welt wie Stetigkeit und Fleiß, Hierarchie und Kontrolle, Macht und Geld in Frage stellen. Digitalisierung, Veränderung, Widersprüche und Unsicherheit bestimmen das Arbeitsleben aller und die Frage: whY? wozu? Wozu arbeiten wir? beschränkt sich mittlerweile auch nicht mehr ausschließlich auf die ganz Jungen.

Es gibt einige wenige Besonderheiten im Umgang mit den  Angehörigen der Generation Y, die Führungskräfte kennen sollten. Viele Forderungen, die den Y’s zugeschrieben werden, sind allerdings älter als die Generation selbst. Es erleichtert das Arbeitsleben aller Beteiligten, also auch der Chefs, wenn sie stärker berücksichtigt werden.

Die folgenden Regeln zum Umgang mit Ypsilonern und dem Führen der Generation Y lassen sich also ohne Gefahr generell auf Führung anwenden:

1Rechnen Sie damit, dass die Ypsiloner schnell sind. Sie beherrschen die neuen Medien und haben deutlich mehr von der Welt gesehen als frühere  Generationen. Informationen können extrem rasant beschafft werden.

2Stellen Sie sich darauf ein, dass die Y?s kein Problem damit haben, in ihrem Bereich mehr zu wissen als ihr Chef. Sie legen auch Wert darauf, dass ihre Kompetenz anerkannt und geschätzt wird. Fremde Leistungen als eigene zu verkaufen ist endgültig passé.

3Vernetzung wird immer mehr zum Normalzustand. Für Führungskräfte heißt das, als Ermöglicher das Wesen sozialer Systeme zu kennen. Spitzenleistungen entstehen dort, wo es normal ist, zu inspirieren statt zu verwalten, Sinn zu stiften, Sicherheit zu geben und Veränderungen zuzulassen. Und Vernetzung, sei es in der Kaffeeküche oder auf Facebook, nicht als Zeichen von Zeitverschwendung und Konspiration zu deuten.

4Als digital natives reagieren Angehörige der Generation Y besonders stark auf Elemente der Gamefication. Elemente wie high scores oder Fortschrittsbalken können stark motivierend wirken. Arbeit darf auch Spaß machen.

5Führen Sie mit persönlicher Autorität. Führen und geführt werden ist keine Frage der Hierarchie mehr. MitarbeiterInnen entscheiden zunehmend bewusster, ob und wem sie folgen. Persönliche Autorität entsteht, wenn Führungskräfte sich selbst führen, also ihr Denken, Fühlen und Handeln zielorientiert steuern, bewusst verändern und weiterentwickeln.

6Geben Sie Orientierung und vermitteln Sie den Sinn, den die Arbeit des Einzelnen, des Teams und des ganzen Unternehmens hat. Das geht nicht ohne Kommunikation, am besten durch möglichst viel direkte Kommunikation. Authentisch, souverän, herzlich und interessiert. Prüfen Sie sich regelmäßig: Sind Sie ein people manager? Mögen Sie die Menschen, mit denen Sie arbeiten?

7Führen Sie situativ. Sie liegen richtig, wenn Sie individuelles Wissen und Erfahrung, Reife und Sozialverhalten berücksichtigen. Je vielfältiger Ihr Führungsrepertoire ist, desto besser können Sie auf die unterschiedlichsten Situationen angemessen reagieren.

Keine der Regeln ist ausschließlich auf das Alter zurückzuführen. Sie sind vielmehr Zeichen unserer Zeit. Und sie motivieren MitarbeiterInnen jeden Alters.

Bildnachweis: www.thinkstock.de



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Lisa Kratzer
Lisa Kratzer

Das Hernstein Institut ist führender Qualitätsanbieter für Management- und Leadership-Entwicklung. Ziel des Hernstein Instituts ist es, Führungsleistungen von Managern/-innen wirksamer zu machen und so die Leistungsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig zu stärken. Dr. Lisa Kratzer ist Leiterin für Marketing und Innovation.